Beinahe ein erneutes Massaker in Jenin
In den frühen Morgenstunden fand eine der größten Invasionen der israelischen Besatzungsmacht ins Flüchtlingslager Jenin seit Wochen statt. Es war auch nicht weit entfernt davon, eins der größten Massaker zu werden.Gegen 7:30 am Morgen wurden neun palästinensische Jungen durch israelisches Schussfeuer verwundet. Ortsansässige berichteten, dass um 3:00 morgens israelische Militärjeeps in großer Zahl, aus verschiedenen Richtungen kommend, in das Lager eindrangen. Während offizielle Stellen die Präsenz von mindestens elf IOF Fahrzeugen bestätigen, sprechen viele Augenzeugen von mehr als 30.
Die Armee belagerte das Haus eines Mannes im Ostteil des Camps, was die Gegenwehr der palästinensischen Widerstandskämpfer hervorrief. Eine Reihe von Explosionen wurden in jener Nacht vernommen. Während einige Einwohner berichteten, diese kämen von Granaten, die der Islamische Jihad gegen die israelische Armee richtet, sprachen andere von deren Verursachung durch die eingedrungene Besatzungsmacht.
Zwar fiel niemand diesen Zusammenstößen zum Opfer, jedoch verursachten die israelischen Streitkräfte beinahe ein Massaker unter den lokalen Schulkindern. Zwischen 7:15 und 7:30 verließen Dutzende Kinder und Jugendliche ihre Häuser, um zur Schule zu gelangen. Als diese auf dem Weg begannen, Steine und Flaschen nach den Jeeps der Besatzer zu werfen, eröffneten die Soldaten ohne jegliche Vorwarnung wahllos das Feuer in die Menge der Kinder.Neun Jungen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren wurden dabei verwundet. Einige von ihnen wurden von scharfer Munition in Beine und Körper getroffen. Daraufhin wurden sie sofort in Krankenhäuser in Jenin Stadt und Nablus gebracht. Momentan besteht noch Grund zur Sorge, ob einer der Jungen, den eine Kugel in den Bauch getroffen hat, diese Verletzung überleben wird.
Sich zeitlich mit dieser Invasion überschneidend führte die israelische Armee in anderen Regionen um Jenin weitere Operationen durch.
Quellen der Sicherheitskräfte berichteten von weiteren Einmärschen des israelischen Militärs zwischen 21:00 des vorherigen Abends bis 4:00 am Morgen in einigen Dörfern, u. a. Al-Araqa und Maithalun.
Um 21:00 wurden auch IOF Jeeps gesehen, wie diese die Haifa road im Nordwesten Jenins sowie später am Abend auch Nablus road blockierten. Desweiteren wurden in dieser Nacht einige “fliegende” Checkpoints um Jenin herum platziert. Augenzeugen berichteten, dass Soldaten mithilfe von Spürhunden Wagen durchsuchten. Checkpoints wurden errichtet in Arraba, Hadad, Kafr Ra’i and al-Jarba.
Inzwischen ist ein palästinensisches Kind aus Jenin seinen Verletzungen erlegen, die er erlitt, als ein israelischer Soldat letzten Donnerstag eine gummikaschierte Stahlkugel in seinen Kopf schoss.





























