Soldaten drohen Menschenmenge am Checkpoint mit Granate
Während des heiligen Monats Ramadan, in dem die Palästinenser fasten, beschloss die israelische Besatzungsarmee Huwara Checkpoint bei Nablus zu schließen. Um 11 Uhr am Morgen versuchten zwei Menschenrechtsaktivisten die Stadt zu verlassen und fanden am Checkpoint eine große Menge Palästinenser vor, darauf wartend passieren zu können, um zur Arbeit, Uni oder nach Hause zu gelangen.
Die Menschen warteten friedlich in der Hoffnung, der Checkpoint würde bald wieder geöffnet werden. Zunehmend jedoch wurden die diensthabenden Soldaten aggressiver den Wartenden gegenüber, die grösstenteils vom Menschengedränge, von Zäunen und Schranken umgeben keinen Ausweg aus dieser Lage hatten. Die internationalen Aktivisten versuchten, die Situation zu filmen, was feindselige Reaktionen der Soldaten hervorrief; ein Soldat sagte ihnen gegenüber: “Wollt ihr, dass ich auf sie schieße?!”
Die Palästinenser wurden wiederholt von der Armee bedroht und schickaniert, wobei ein Soldat androhte, eine Granate in die Menschenmenge hineinzuwerfen, geradezu so als sei diese ein Baseball. Die Menschenrechtsbeobachter wurden dann von dem Checkpoint weggejagt und ein Kommandant versuchte, die Kamera von ihnen zu stehlen. Glücklicherweise konnte die Kamera durch ein wenig taktisches Geschick und schnelles Wegrennen in Sicherheit gebracht werden.
Die Einsicht, dass sie die Videokamera nicht mehr zu stehlen in der Lage sein würden, machte die Soldaten wütend und noch aggressiver; ein Soldat sagte zu einem der Aktivisten “Jetzt werde ich deinen Freund umbringen!”, woraufhin er hinter dem mit der Videokamera entkommenden Menschenrechtsbeobachter herjagte. Letztendlich wurde niemand verletzt, und beide Aktivisten entkamen unversehrt, jedoch darf nicht vergessen werden, dass am Morgen desselben Tages ein Palästinenser weniger Glück gehabt hatte.
Die Schließung von Checkpoints überall in der Westbank während des Ramadan ist ein weiterer Angriff auf die muslimischen Palästinenser und die palästinensische Kultur. Zuvor hatte die israelische Regierung erklärt, sie würden die Reisebeschränkungen innerhalb der Westbank und insbesondere nach Jerusalem für über 50-Jährige während des Ramadan entschärfen. Dies hat sich nicht nur anhand der langen Warteschlangen an Checkpoints als unwahr erwiesen, sondern auch als der bekannte Politiker Mustapha Barghouti am letzten Freitag viermal abgewiesen wurde, als er versuchte die Al-Aqsa Moschee in Jerusalem zu erreichen.





























