Olivenernte in Jalud endet in Gewalt
Zusammen mit internationalen Menschenrechtsbeobachtern (HWR), wurde Familie Ibrahim aus der palästinensischen Stadt Jalud, am 3. November gewaltsam, durch bewaffnete Siedler und die israelische Armee davon abgehalten, ihre Felder abzuernten. Die 500 Bewohner Jaluds, nahe Nablus, haben regelmäßig mit Angriffen und Belästigungen durch israelische Siedler, zu zun. Von den 16.000 Dunum Dorfland, wurden bisher 10.000 enteignet und illegal nahe gelegenen Siedlungen zugeschlagen, während 2.000 weitere Dunum zum militärischen Sperrgebiet erklärt wurden.
Gegen 10 Uhr morgens, begannen einige Dutzend Bauern, mit der Unterstützung von rund 20 israelischen und internationalen HRW, im Westen eines Vorposten der Siedlung Shilo, Oliven zu ernten. Umgehend stießen drei israelische Soldaten hinzu und forderten die Bauern auf, ihre Ernte zu beenden. Den Soldaten folgten ca. 20 Siedler, bewaffnet mit Handfeuerwaffen, Maschinengewehren und einem großen Kamphund. Die Siedler versuchten die Werkzeuge der palästinensischen Bauern, sowie die bereits geernteten Oliven zu entwenden. Eine palästinensische Frau wurde schmerzhaft von einem Siedler gestoßen, welcher im Anschluss den Inhalt ihrer Tasche über das Feld verteilte.
Nachdem Armeeverstärkung eingetroffen war, zwangen die Soldaten die Farmen in eine Ecke des Olivenhains. Gegen 11.30 Uhr begann die Armee dann Tränengas und gummiummantelte Stahlgeschosse auf die Bauern zu schießen und zwangen sie somit zur Flucht. Weder die israelische Armee, noch die Polizei, unternahm Versuche die Siedler vom Land zu vertreiben, obwohl er zuvor zum militärischen Sperrgebiet erklärt wurde. Lediglich ein Korb mit Oliven konnte an diesem Tag geerntet werden.
Der Familie Ibrahim istes seit 2004 nicht möglich ihre Oliven zu ernten. Jedes Jahr sendete Fawzi Ibrahim die nötigen Dokumente an die DCO (israelisches regionales Verbindungsbüro), um eine Erlaubnis zu bekommen, auf seinem Land zu arbeiten – allerdings immer ohne Antwort. Er schätzt, dass die Familie im Jahr ca. 40.000 USD auf Grund fehlender Olivenölproduktion verliert und weitere 50.000 USD durch den Wegfall und Kichererbsen und Weizen. Momentan lebt er von nicht mehr als 2.000 NIS (ca. 380 €), die ihn sein Beruf als Lehrer in Huwara einbringt. Somit kann er sich auch nicht mehr die Rechtskosten leisten, um weiter gerichtlich gegen die Enteignung seines Landes vorzugehen. Den letzten Prozess bestritt Fawzi gegen einen Siedler von Shilo, der Weizen im Wert von 20.000 USD illegal geerntet hatte. Das Gericht gab Fawzi zwar Recht, sprach ihm aber nur eine Entschädigung von 80 NIS (ca. 15€) zu und verurteilte den Siedler zu 140 Stunden Sozialarbeit, abzuleisten innerhalb seiner Siedlung.










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