PCHR Bericht: Die Folgen der Besatzung - 5 Tote, 18 Verletzte in einer Woche
Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) veröffentlichte am Freitag seinen wöchentlichen Bericht über israelische Menschenrechtsverletzungen in der Westbank und dem Gazastreifen. In den Tagen vom 1. bis zum 7. November tötete die israelische Armee 5 Palästinenser, darunter ein Vater und seinen Sohn.Darüber hinaus wurden 18 Palästinenser verwundet, darunter 3 Kinder. Die israelische Armee führte 24 Invasionen palästinensischer Städte und Dörfer, innerhalb der Westbank und weitere 2 im Gazastreifen durch. Während dieser Einmärsche entführten israelische Soldaten 68 Palästinenser, 10 davon Kinder. 80 Dunum palästinensischen Landes wurden verwüstet, sowie 9 Häuser im Gazastreifen und 4 Häuser in der Westbank zerstört. Auch der völkerrechtswidrige Transfer israelischer Zivilbevölkerung aus Israel in die Westbank, dauerte an, sowie die wirtschaftlich Blockade und die Schließung palästinensischer Grenzen, welche unter der Kontrolle des israelischen Militärs stehen.
Israelische Angriffe in der Westbank:
Die israelische Armee hat auch in dieser Woche schwere Einschränkungen bzgl. der Bewegungsfreiheit für Palästinenser verhängt. Die 700 Checkpoints und Straßensperren, verteilt über die gesamte Westbank, blieben an ihrem Platz, mit einer Zunahme von „flying checkpoint“ in der Gegend von Jerusalem. Besonders am Freitag wurde weitere Checkpoints um Jerusalem errichtet. Jeden Freitag versuchen palästinensische Muslime in der Jerusalem Al-Aqsa Moschee beten zu gehen, so wie sie es traditionell schon seit Hunderten Jahren tun. Doch viele werden von israelischen Sicherheitskräften davon abgehalten.
In Nablus führten die israelische Armee mehrere Invasionen durch. Am Samstag, dem 4. November wurden Palästinenser an der Überquerung von Checkpoint Za’tara gehindert. Am Montag, dem 5. November errichtete die israelische Armee einen zusätzlichen Checkpoint in Huwwara, im Süden von Nablus.
Eine weitere der 24 israelischen Invasionen, fand am Donnerstag, dem 1. November in der Stadt Hebron statt. Israelische Truppen stürmten und durchsuchten 3 palästinensische Häuser in den Vierteln al-Mashara und Qadi al-Nassara im Südosten Hebrons und nutzten sie als Militärstützpunkte. Unter dem Vorwand, dadurch die Sicherheit israelischer Siedler in Hebron zu gewährleisten, besetzen sie die Häuser für 3 Tage.
Eine weitere Invasion fand am Mittwoch, dem 7. November in der Nähe von Jenin statt. Israelische Truppen drangen in das Dorf Kufor Dan ein, patrouillierten auf den Straßen und schossen mit scharfer Munition. Als einige palästinensische Jungs begannen Steine auf gepanzerte Militärfahrzeuge zu werfen, eröffneten Soldaten umgehend da Feuer und schossen den 18-jähigen Mohammad Mar’ei in den Rücken.
Siedlerübergriffe und Siedlungen
Israelische Siedler, welche völkerrechtswidrig in den besetzen palästinensischen Gebieten leben, griffen wiederholt Palästinenser und deren Eigentum an. Am Freitagabend des 2. Novembers, attackierten israelische Siedler aus den, südöstlich von Hebron gelegenen, Siedlungen Kiryat Arba und Kharsina, 4 palästinensische Häuser gegenüber den Siedlungen mit Steinen und leeren Flaschen. Die Häuser wurden beschädigt und ihrer Bewohner in Angst und Schrecken versetzt. Das israelische Militär befand sich zwar in der Gegend, unternahm aber nicht um die Angriffe zu unterbinden.
Israelische Enteignungsmauer
Die israelischen Behörden setzten auch in dieser Woche, den Bau der völkerrechtswidrigen Mauer in der Westbank fort. Das PCHR rief zur sofortigen Umsetzung des Gutachtens des Internationalen Gerichtshof, welcher den Bau der Mauer als illegal bewertete.
Israelische Angriffe im Gazastreifen
Israelische Truppen drangen zweimal in den Gazstreifen ein. Während dieser Einmärsche zerstörten sie 3 Häuser komplett und 4 weitere teilweise. Eine Reihe von Häusern wurde in Militbasen umgewandelt und mindestens 80 Dunum landwirtschaftlich genutzten Landes wurden verwüstet. Eine große Anzahl palästinensischer Zivilisten wurde zu Militärstützpunkten, an Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen, gebracht und dort Befragungen unterzogen.
Am Sonntag, dem 4. November feuerten israelische Flugzeuge eine Rakete auf eine Polizeiwache in Msabbeh, nördlich von Rafah. Der 22-jähriger Polizei Mohammad Harabi Siam wurde durch ein Schrapnell getroffen und starb auf der Stelle. Drei weitere Polizisten wurden verwundet.
Die israelische Armee hält nun seit 17 Monaten alle Grenzübergänge in den Gazastreifen geschlossen. Die völlige Belagerung des Gazastreifens hat desaströse Folgen für die humanitäre Situation und verletzt die wirtschaftlichen und sozialen Rechte der palästinensischen Zivilbevölkerung, im Besonderen die Rechte auf angemessene Lebensbedingungen, Gesundheitsversorgung und Bildung. Ebenso wurde fast der gesamt Wirtschaftssektor lahm gelegt.
Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte rief die internationale Gemeinschaft auf, im Interesse des palästinensischen Volkes einzuschreiten und Israel für die andauernde Verletzung von Menschenrechten, verantwortlich zu machen.
Quelle: IMEMC





























