Israelische Armee verschleppt willkürlich Familiensöhne
Während eines erneuten Einmarsches der israelischen Armee in das palästinensische Dorf Azzun, verschleppten Soldaten heute acht Männer. Mit mehreren Militärjeeps stürmten Soldaten gegen 2.30 Uhr das schlafende Dorf, schossen Schallgranaten und befahlen den Bewohnern ihre Häuser zu verlassen. Selbst eine Familie mit zwei Babys wurde gezwungen für ca. eine halbe Stunde im kalten Regen auszuharren. Soldaten plünderten währenddessen mehrere Wohnhäuser.
Die acht Verschleppten sind zwischen 17 und 25 Jahren alt und wurden aller Wahrscheinlichkeit nach willkürlich ausgewählt.
Die Familie eines der Männer berichtete, dass ca. 30 israelische Soldaten ihr Haus zwischen 2.30 Uhr und 3 Uhr betraten und trotz geöffneter Tür Schallgranaten in die Wohnung schossen. Die Soldaten verwüsteten das Haus und nahmen anschließend den ältesten Sohn der Familie, einen 25-jährigen Angehörigen der palästinensischen Autonomiebehörde, der sich zur Zeit im Urlaub befindet, gefangen.
Ein weiterer junger Mann, ebenfalls 25 Jahre alt, wurde aus seinem Haus verschleppt, während seine Familie für 15 Minuten draußen im Regen warten musste. Soldaten brachen die Tür seines Hauses auf und verlangten von den Eltern des Mannes, alle ihre Söhne der israelischen Armee zu übergeben. In seine Pyjamas wurde der einzige anwesende Sohn der Familie nach draußen geschleift. Bitten der Familie, ihm wenigsten warme Kleidung mitgeben zu dürfen, wurden ignoriert.
Anwohner berichteten, dass solche Vorfälle zu den üblichen Taktiken der israelischen Armee gehören. „Sie kommen immer im Winter und nach Mitternacht“, sagte ein Anwohner. „Sie durchsuchen die Häuser und nehmen die jungen Männer, im Alter von um die 20 Jahre, mit sich. Wenn die Familiensöhne nicht zu finden sind, zerstören sie alles – Lebensmittel, Kleidung, Möbel, einfach alles. Manchmal zerstören sie sogar die Hauswände.“
Der Vater einer der Verschleppten berichtete, dass seine Familie schon öfter Oper willkürlicher Verhaftungen wurde- Er, sein Vater und sein Großvater seien mehrmals grundlos in israelische Gefängnisse gebracht wurden. Einmal verschleppten israelische Soldaten sogar seinen 13-jährigen Sohn und ließen ihn erst nach einer Woche wieder frei.
Keine der Familien hat irgendwelche Informationen über den Aufenthaltsort ihrer Söhne. Für die Festnahmen wurden weder Gründe genannt, noch ist es den Familien bekannt ob ihre Söhne angeklagt werden oder in Administrativhaft (faktisch zeitlich unbegrenzte Haft ohne Anklage oder Gerichtsprozess). Sie vermuten, dass wenn überhaupt, es frühestens nach 12 Tagen einem Anwalt erlaubt sein wird, ihre Söhne zu besuchen





























