Siedler verwüsten palästinensische Stadt Al-Funduq
In der Nacht von Samstag auf Sonntag stürmten israelische Siedler die palästinensische Stadt al-Funduq. Die Angriffe beginnen gegen 20 Uhr, nachdem sich ca. 300 Siedler aus der Siedlung Qedemim versammelt hatten und in die Stadt eindrangen. Mehre palästinensische Wohnhäuser wurden umstellt, Steine geworfen, Fenster zerschlagen und Autos demoliert. Mehrer palästinensische Männer wurden zusammen geschlagen und es entstand Sachschaden in Höhe von ca. 25.000 $.
Menschenrechtsbeobacher (HRWs) erreichten den Ort gegen 22.30 Uhr. Zu dieser Zeit befand sich bereits das israelische Militär vor Ort, welches allerdings keinen Versuch unternahm die Unruhen zu unterbinden und stattdessen mit scharfer Munition auf palästinensische Anwohner schoss. Auch in Richtung der HRWs wurden Schall- und Blendgranaten geschossen. Sieben weitere Palästinenser wurden verprügelt.
Die israelischen Siedler konnten ihre Unruhen ungehindert bis 1 Uhr Morgens fortsetzen. Die Fenster von ca. 20 Häusern wurden eingeworfen, sowie zehn PKWs, ein LKW und ein Bulldozer demoliert. Die Wasserversorgung des Ortes wurde unterbrochen und, wie schon einige Tage zuvor, ein örtliche Marmor-Fabrik verwüstet.
Zum Verhängnis der Marmor-Fabrik und des Dorfes Al-Funduq wurde, dass sie in der Nähe des Orts liegen, an dem am Montag ein Siedler erschossen wurde. Die israelische Armee gab zwar bekannt, dass der Attentäter nicht aus Al-Funduq stammt, doch können die wiederholten Übergriffe durch Siedler und Armee in den letzten Tagen, als eine Art der Kollektivstrafe verstanden werden. Vergangene Woche verhängte die Armee eine Ausgangssperre über Al-Funduq, die bis heute anhält. Auch die Hauptstraßen des Ortes sind weiterhin durch Straßensperren versperrt.
Die Bewohner Al-Funduqs können auf eine lange Geschichte des friedlichen Zusammenlebens mit den Bewohnern umliegender Siedlungen zurückblicken. Viele Siedler kamen regelmäßig, um in dem Ort einzukaufen. Alle Straßenschilder sind in Arabisch und Hebräisch.
Gestern marschierte die israelische Armee auch in das nahe gelegene Dorf Haja ein. Weitere Straßensperren wurden errichtet, um Bewegungen zwischen den Orten zu verhindern und wirtschaftliche Aktivitäten in der Region zu unterbinden.





























