Israel mordet weiter: 8 Tote und 21 Verletzte in einer Woche
In der Woche vom 6. zum 12. Dezember 2007 wurden acht Palästinenser durch israelische Armeeeinheiten getötet – so der heute veröffentlichte Bericht des Palästinensischen Zentrums für Menschenrechte (PCHR). Der Bericht spricht darüber hinaus von weiteren 21 Verletzten und 28 Verschleppten.Fünf der acht Getöteten starben während einer Militärinvasion Israels im südlichen Gazastreifen. Bei fünf der Verwundeten handelte es sich um Journalisten die von einer gewaltlosen Demonstration in der Westbank berichteten, bei der auch ein ausländischer Friedensaktivist verwundet wurde.
Israelische Angriffe in der Westbank
Im Berichtszeitraum führte die israelische Armee insgesamt 22 Militäraktionen in palästinensischen Städten der Westbank durch. Dabei wurden 21 Palästinenser verschleppt, darunter drei Kinder. Israelische Truppen verschleppten weitere sieben Palästinenser an Checkpoints, darunter ein Kind und eine Frau. Somit steigt die Gesamtzahl der verschleppten Palästinenser auf 2.553 seit Jahresbeginn.
Israelische Soldaten stürmten außerdem eine Reihe von Medieneinrichtungen in Nablus, konfiszierten deren Ausrüstung und schlossen eine der Einrichtungen.
Das israelische Militär hat auch in dieser Woche weitere Maßnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Palästinensern durchgeführt. Tausenden palästinensischen Zivilisten aus dem Gazastreifen und der Westbank wurde der Zugang zu Jerusalem verwehrt. Zahlreiche Checkpoints wurden in und um die Stadt errichtet. Besonders am Freitag kommt es an diesen Checkpoints immer wieder zu Gewalt israelischer Soldaten gegen palästinensische Zivilisten, wenn sich diese auf dem Weg zum Gebet befinden
Die israelische Besatzungsarmee hielt weiterhin fast 700 Checkpoints und Straßensperren aufrecht. Außerdem wurden die Bestimmungen für zahlreiche bereits existierende Checkpoints verschärft.
Israelische Siedlungsaktivitäten
Der Ausbau von völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen in der Westbank wurde auch diese Woche fortgesetzt. Wiederholt kam es zu Übergriffen von israelischen Siedler auf palästinensische Zivilisten. o wurden unter anderem im Süden Hebron 32 palästinensische Olivenbäume von israelischen Siedlern entwurzelt, während dutzende israelische Siedler im Nordosten Hebrons kurzzeitig einen neuen Siedlungsposten errichteten.
Am 11. Dezember zerstörte das israelische Militär ein palästinensischen Haus in Ostjerusalem mit dem Verweis auf eine fehlende Baugenehmigung.
Israelische Enteignungsmauer
Israel setzte den Bau der Enteignungsmauer innerhalb der Westbank fort. Im Berichtszeitraum wurden mehrfach Gewalt gegen friedliche Demonstrationen eingesetzt, die sich gegen den Bau der Mauer westlich von Ramallah und südlich von Bethlehem richteten.
Am Freitag, dem 7. Dezember wurden mehrere Demonstranten bei dem wöchentlichen Protest in Bil’in durch den Einsatz von gummiummantelten Stahlgeschossen, Schall- und Tränengasgranaten verletzt. Mindestens drei Demonstranten wurden von israelischen Soldaten verprügelt.
Israelische Angriffe im Gazastreifen
In dieser Woche töteten die israelische Armee acht Palästinenser im Gazastreifen. Am 6. Dezember erschossen israelische Soldaten einen palästinensischen Zivilisten, während er nahe der israelischen Grenze auf Vogeljagd ging.
Am 7. Dezember erschossen israelische Soldaten einen palästinensischen Bauern im Dorf Khuza’a, östlich von Khan Yunis.
Am 11. Dezember tötete die israelische Armee fünf Palästinenser, darunter einen Zivilisten. Während einer groß angelegten Offensive im südlichen Gazastreifen wurden zudem neun Palästinenser verletzt. Gegen Mitternacht stürmten zahlreichen Militärfahrzeuge al-Fukharu im Südosten von Khan Yunis. Soldaten besetzten zahlreiche Häuser und benutzten sie als Militärstützpunkte. Am frühen Morgen wurden per Megaphon der Befehl an alle Palästinenser zwischen 15 und 50 Jahren gegeben, sich auf einem Platz zu versammelt. Viele der Männer wurden anschließend verschleppt, die meisten aber später wieder freigelassen.
Am selben Tag wurden ein Mitglied des palästinensischen Widerstandes Opfer eines israelischen Raketenangriffs. Drei weitere Menschen wurden dabei in der Stadt Beit Hanoun im südlichen Gazastreifen verwundet.
Die humanitäre Krise im Gazastreifen, verursacht durch die völlige israelische Isolation, verschärft sich weiter. Die Gesamtzahl der Patienten, die auf Grund verweigerter medizinischer Behandlung verstarben, erhöhte sich auf 15.
Das PCHR und ISM verurteilen die Angriffe und Belagerungen und rufen die internationale Gemeinschaft auf einzuschreiten.
Quelle: IMEMC





























