Wochenbericht: Israel tötet 22 Palästinenser, verwundet 117
Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) veröffentlichte am Freitag seinen neuen Wochenbericht über die Auswirkungen der israelischen Besatzung. Demnach tötete die israelische Armee in der Woche vom 3. Januar bis zum 9. Januar 2008 insgesamt 22 Palästinenser und verwundete 117.Unter den Getöteten befinden sich vier Frauen und drei Kinder. Fünf der Toten gehören zu einer Familie. Von den 117 Verwundeten sind 48 Kinder und fünf Frauen.
Israel führte 33 Angriffe auf palästinensische Städte und Dörfer innerhalb der Westbank und vier im Gazastreifen durch. Dabei wurden 93 Palästinenser verschleppt, darunter 14 Kinder. 279 Dunam (279.000 m2) landwirtschaftlich genutzter Flächen wurden verwüstet und zwei Häuser zerstört. Acht Palästinenser wurden an israelischen Checkpoints verschleppt, darunter drei Kinder.
Im Berichtszeitraum hielt Israel die völlige Belagerung der palästinensischen Gebiete aufrecht. Der Gazastreifen, in dem eine humanitäre Krise stattfindet, ist weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten.
Israelische Angriffe in der Westbank
In der Westbank töteten israelische Truppen einen palästinensischen Jungen und verletzten 46 Zivilisten, darunter 23 Kinder und eine Frau.
Ein palästinensischer Schafhirte wurde am 6. Januar durch die Explosion einer israelischen Landmine getötet. Der Vorfall ereignete sich in Wadi al-Maleh, im nördlichen Jordantal. Die Gegend wird von der israelischen Armee als Trainingsgelände benutzt.
Am 7. Januar wurde ein palästinensischer Junge in al-Yamoun, im Westen Jenins, getötet. Die israelische Armee behauptete anschließend, der Junge hätte auf sie geschossen.
Im Berichtszeitraum wurden 46 Palästinenser, darunter ein Frau und 23 Kinder, von israelischen Truppen verwundet. 38 von ihnen wurden verwundet als die israelische Armee drei Tage lang Nablus belagerte und Militäraktionen durchführte.
Über Nablus und die angrenzenden Flüchtlingslager wurden Ausgangssperren verhängt. In der Altstadt wurde zahlreiche Häuser besetzt und als Militärbasen benutzt, von den unterschiedslos aus alles sich bewegende geschossen wurde.
Während des Angriffes wurden Krankenhäuser belagert und die Arbeit von Sanitätern behindert. Ein Sanitäter wurde verschleppt und in einem Fall warfen israelische Soldaten Tränengasgranaten in einen Krankenwagen. In einem weitern Fall wurde ein Krankenwagen beschossen und der Fahrer verschleppt.
Während des drei Tage dauernden Angriffes wurden zudem 31 Palästinenser verschleppt, darunter ein Kind.
Im Berichtszeitraum fanden neben dem Angriff auf Nablus, weitere 32 Operationen der israelischen Armee in der Westbank statt.
Israelische Angriffe im Gazastreifen
Vergangene Woche töteten israelische Truppen 20 Bewohner des Gazastreifens, darunter fünf Mitglieder einer Familie. 71 Menschen wurden verwundet, darunter 26 Kinder und vier Frauen.
Am 3. Januar rückte die israelische Armee in die Dörfer al-Zanna und al-Qarara, im Osten von Khan Yunis, ein. Dabei töteten israelische Soldaten sieben Palästinenser, darunter eine Frau, zwei ihrer Söhne, ihre Tochter und ihren Neffen. 22 weitere Palästinenser wurden verwundet.
Das PCHR berichtet darüber, dass am Donnerstag, gegen 2:30 Uhr, israelische Kampflugzeuge sieben Raketen auf verschiedene Ziele im Dorf al-Zanna abfeuerten. Dabei wurden elf Mitglieder des palästinensischen Widerstandes verwundet. Während das Leben von neun von ihnen im Krankenhaus gerettet werden konnten, verbluteten die zwei anderen. Erst nachdem sich die israelischen Truppen zurückzogen, konnten die beiden Leichen geborgen werden.
Wenige Stunden später feuerte ein israelische Panzer ein Geschoss auf eine Gruppe von Mitglieder des palästinensischen Widerstandes und palästinensischer Zivilisten. Sami Hamdan Abdul Rahim Fayadh (28), Mitglied der al-Quds Brigaden wurde getötet und ein weiteren Mann verwundet.
Das Geschoss traf auch das nahe gelegene Haus des Opfers. Asmaa’, die 22 jährige Schwester des Opfers wurde dabei verwundet. Als Bewohner versuchten das Haus zu verlassen, eröffneten israelische Soldaten das Feuer auf die Eingangstür und schossen zwei weitere Panzergrantaten. Dabei wurden Samis Mutter, Bruder, Schwester und Cousin getötet.
Karima’ Abdul Rahman Ahmed Fayadh (59) wurde von mehreren Schüssen in der Brust getroffen, Ahmad Hamdan Abdul Rahim Fayadh (32) wurde von einem Schrapnell getötet, Asmaa’ Hamdan Abdul Rahim Fayadh (22) wurde von mehreren Kugeln in der Brust getroffen, Mohamad Khudair Abdul Rahma Fayadh (18) wurde durch einen Schuss in die Brust getötet.
Nachdem die Armee ein 237 Jahre altes vierstöckiges Haus zerstörten und 49 Dunam (49.000 m2) landwirtschaftlichen Landes unbrauchbar machte, zogen sie sie schließlich gegen 22 Uhr zurpck.
Am selben Tag tötete die israelische Armee einen weiteren Palästinenser und verwundete vier weitere, darunter zwei Kinder, während eines Angriffs auf al-Shojaeya im Osten von Gaza-Stadt. Später wurde ein weiterer Palästinenser in Rafah getötet. Vier Menschen wurden dabei verletzt, darunter 2 Kinder.
Am 4. Januar tötete die israelische Armee zwei Angehörige des palästinensischen Widerstandes in Beit Hanoun.
Am 5. Januar wurde ein weiteres Mitglied des Widerstandes in Beit Hanoun getötet.
Am 6. Januar rückten israelische Truppen in das Flüchtlingslager al-Boreij ein. Während des Angriffes starben vier Palästinenser, darunter ein Kind und eine Frau. 40 weitere wurden verletzt, darunter ein Kind und drei Frauen. Am gleichen Tag töteten israelische Soldaten ein Mitglied des Widerstandes und verletzten zwei weitere in al-Shojaeya, im Osten von Gaza-Stadt.
Am 9. Januar töteten israelische Soldaten eine Frau und ein Kind und verwundeten vier weitere Zivilisten in Beit Hanoun. Am selben Tag wurde ein palästinensischer Bauer in Beit Lahia, im Norden des Gazastreifens, verwundet.
Quelle: PCHR





























