Hilfskonvoi am Checkpoint nach Gaza zurückgewiesen
Bethlehem - Ma’an - Schätzungsweise 2.000 Menschen demonstrierten am Samstag im Zuge einer von israelischen Friedensgruppen iniziierten Kampagne am Erez-Übergang nach Gaza für ein Ende der israelischen, den Gazastreifen lähmenden Belagerung.In einer Geste der Solidarität mit den belagerten Einwohnern Gazas lieferten die Gruppen zwei Lastwagenfuhren voll Lebensmittel und anderer Grundversorgungsgüter an. Die Israelische Armee kündigte an, die Lieferung am Sonntag nach Gaza durchzulassen, verweigerte jedoch vehement den Durchgang für jegliche mit dem Konvoi in Verbindung stehende Personen.
Nach monatelangen Sanktionen verhängte Israel eine Totalabsperrung des Gazastreifens seit nunmehr einer Woche, angeblich als Reaktion auf den Beschuss nahegelegener israelischer Städte, was die Versorgung mit Lebensmitteln, Kraftstoffen und Medizin in Gaza erheblich einschränkte.

Israelis, Palästinenser und Internationale vereinigten sich bei einem Protest, der zu einer Darbietung der Stärke der israelischen Linken wurde. “Die genialen Menschen des israelischen Oberkommandos haben es geschafft, die israelische Linke zu erwecken,” scherzte ein ehemaliger israelischer Soldat während er die letzten 200 Meter zum Checkpoint zurücklegte.
Von einer breiten Koalition israelischer Organisationen gesponsert trafen Freiwillige aus Jerusalem, Tel Aviv, Be’er Sheva, Haifa und Nazareth mit Bussen sowie Privat-PKWs ein.
Die Örtlichkeit für die Aktion musste in letzter Minute geändert werden. Der eingeplante Hügel, von dem aus Gaza überblickt werden kann, war vom israelischen Militär mit Stacheldrath abgesperrt worden.
Die Aktion am Samstag zeigte eine Vollendung der strategischen Drehachse von Teilen des israelischen Friedenslagers an: hinweg von den Massendemonstrationen der 1980er und 1990er, konzentriert sich die Bewegung nun auf kleinere, direkte Aktionen, die eine Zunahme des positiven Kontaktes zwischen Israelis und Palästinensern anpeilen.

Die gegenwärtige Friedensbewegung arbeitet daran, “Vertrauen durch die Herstellung von direktem Kontakt zu der anderen Seite aufzubauen”, sagt Gabbi Levin, eine langjährige israelische Aktivistin, die mit ihrem im Wehrdienstalter befindlichen Sohn zum Erez-Übergang angereist war.
Von Gaza aus sprach Eyad Sarraj, Direktor des Programms für psychische Betreuung in Gaza (Gaza Community Mental Health Program) zu der Menge auf der israelischen Seite per Lautsprecher: “Wir reichen uns an diesem Tag die Hände im Streben nach Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit für uns alle - Sicherheit für Palästina, Sicherheit für Israel, Sicherheit für Gaza und Sicherheit für Sderot.”
An die israelische Stadt, welche am stärksten vom Beschuss mit”Qassam”-Geschossen betroffen ist, und als Vorwand für die Belagerung Gazas herhält, richtete Jeff Halper, Gründer des Israelischen Kommittees gegen Hauszerstörungen (Israeli Committee Against House Demolitions) die Worte: “An die Menschen Sderots: Erhebt euch gegen diejenigen, welche euch in Geiselhaft halten. Schließt euch uns an.”

Suzana Shanak, eine Jüdin argentinischen Ursprungs, die seit 50 Jahren Israel ihre Heimat nennt sagte, sie wäre zu der Demonstration gekommen, um eine politische Lösung für den Konflikt einzufordern. “Ich denke nicht, dass Leid zum Frieden führen kann. Das hier ist nicht, was ich von meiner Regierung erwarte. Ich verlange, dass meine Regierung mit wem auch immer, der in Gaza regiert, verhandelt.”
Als die Demonstration sich dem Ende zuneigte, wurde ein palästinensisches selbstgemachtes Geschoss vermutlich aus unmittelbarer Nähe abgefeuert. Ma’an`s Korrespondent berichtete, eine Alarmsirene gehört und einen Rauchstreifen am Himmel gesehen zu haben.































Januar 28th, 2008 at 16:09
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