Israelische Armee tötet 6 Palästinenser und verwundet 13
In der Woche vom 24. zum 30. Januar 2008 tötete das israelische Militär insgesamt sechs Palästinenser und verwundete weitere 13. Der gestern veröffentliche Bericht des Palästinensischen Zentrums für Menschenrechte (PCHR) spricht darüber hinaus von vier ausländischen und israelischen Menschenrechtsaktivisten, die durch israelische Soldaten verletzt wurden.
Unter den Toten befand sich ein auch ein 16-jähriger Jugendlicher. Vier der Toten wurden gezielt ermordet, was eine Verletzung internationalen Rechts darstellt. Darüberhinaus wurden Dutzende Palästinenser bei Militärinvasionen und an israelischen Checkpoints verschleppt.
Israelische Angriffe in der Westbank
Israelische Truppen rückten insgesamt 26-mal in palästinensische Städte und Dörfer in der Westbank ein. Dabei wurden zwei Palästinenser getötet und 42 Palästinenser verschleppt, darunter auch sechs Kinder. An verschiedenen israelischen Checkpoints in der Westbank wurden mindestens elf palästinensische Zivilisten verschleppt, darunter vier Kinder.
Am 24. Januar töteten israelische Soldaten einen palästinensischen Zivilisten und verwundeten drei weitere in Beit Umar. Die Soldaten waren auf der Suche nach den Vätern zweier Palästinenser, die am Vortag von israelischen Siedlern umgebracht wurden. Die israelische Armee gab vor, die beiden verhaften zu wollen, um so Vergeltungsangriffe zu verhindern. Auf der Beerdigung von einem der beiden Getöteten, verwundeten israelische Soldaten zwei weitere palästinensische Zivilisten.
Am 28. Januar drangen israelische Truppen in Bethlehem ein, um einen Aktivisten des Islamischen Jihad festzunehmen. Dabei schossen sie willkürlich auf palästinensische Wohnhäuser und verletzten fünf Zivilisten. Anschließend belagerte die Armee ein dreistöckiges Haus im Zentrum Bethlehems. Zahlreiche Nachbarhäuser wurden gestürmt und die Bewohner gezwungen ihre Wohnungen zu verlassen. Die Soldaten eröffneten das Feuer auf das Haus und drohten mit dessen Zerstörung. Dabei wurde dem 16-jährigen Qussai Suleiman Mohammad Al-Afandi in den Unterleib geschossen. Er erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Weitere fünf Zivilisten wurden bei dem Vorfall verwundet.
Später beschoss die Armee das Haus mit Panzergranaten und brachte einen Bulldozer vor das Haus. Gegen Abend wurden die Insassen des Hauses schließlich verschleppt. Während der Operation wurden Journalisten, die versuchten die Angriffe zu dokumentieren, festgenommen und in einen nahe gelegenen Laden gesperrt.
Israelischer Siedlungsbau
Israelische Behörden haben im Berichtszeitraum weiterhin illegale israelische Siedlungen ausgebaut. Israelische Siedler unternahmen Angriffe auf Palästinenser und deren Eigentum.
Beispielsweise wurde der Vorposten der Siedlung Karmi Tsur, nördlich von Hebron, mit der Errichtung fünf weiterer Wohnungen erweitert. Die Wohnungen wurden auf dem Land der palästinensischen Familie Abu Yousef errichtet.
Israelische Angriffe im Gazastreifen
Die vollständige israelische Belagerung des Gazastreifens hielt auch letzte Woche an. Darüber hinaus töteten israelische Truppen vier Palästinenser, ein weiterer wurde verwundet.
Am 25. Januar führten israelische Truppen vier außergerichtliche Hinrichtungen durch. Die Opfer waren alle Mitgliededer der ’Izzidin al-Qassam Brigaden (der bewaffnete Flügel der Hamas). Der Angriff ereignete sich in Rafah, wobei ein fünftes Mitglied der Brigaden schwer verwundet wurde.
Der Gazastreifen befindet sich nun seit fast 18 Monaten unter israelischer Belagerung. Die Schließung der Grenzen hat katastrophale Auswirkungen auf die humanitäre Situation der Bevölkerung. Dies hat zur scharfen Einschnitten der Lebensbedingungen, medizinischen Versorgung und Bildungssituation, sowie zum völligen Kollaps der Wirtschaft geführt. Hunderttausende Menschen und verschiedene internationale Organisationen haben in der letzten Woche überall auf der Welt gegen diese israelischen Kollektivstrafen gegenüber der palästinensischen Bevölkerung protestiert.
Der vollständige Bericht des PCHR als englischsprachiges PDF.
Bild: IMEMC





























