Israelische Armee belagert Azzoun, greift Menschenrechtsbeobachter an

Die Bewohner des palästinensischen Dorf Azzoun nahe Qalqilya steht weiterhin unter Ausgangssperre, nachdem die israelische Armee am 8. Februar in einer groß angelegten Invasion in das Dorf einrückte. Das Dorf mit 11.000 Einwohner wird dauerhaft von der israelische Armee belagert.Seit die israelische Armee am Freitag gegen 19 Uhr einrückte dürfen die Bewohner weder ihre Häuser verlassen, noch ihre Geschäfte öffnen. Bis auf zwei wurden alle Straßen mit Straßensperren in Form hoher Erdhügel versehen.
In den letzten vier Tagen terrorisierten Soldaten die Bevölkerung durch den ständigen Beschuss des Dorfes mit scharfer Munition, Tränengas und gummiummantelten Stahlgeschossen. Das Dorf ist seit knapp zwei Jahren ständiges Ziel israelischer Militäroperationen.

Bisher wurden elf Jugendliche von der israelischen Armee verschleppt, zwei von ihnen befinden sich noch in Gefangenschaft. Einer der Jungs wurde fesgenommen, als er am Sonntagmorgen versuchte Medikamente, für seine an Diabetes erkrankte Mutter zu, besorgen. Andere gefangene Jugendliche berichteten dass sie von Soldaten geschlagen wurden. Internationale Menschenrechtsbeobachter (HRWs) konnten vier Jugendliche sehen, die am Eingang des Dorfes mit gefesselten Armen und verbundenen Augen festgehalten wurden. Den Jugendlichen, die später wieder frei gelassen wurden, wurde Verletzung der Ausgangssperre vorgeworfen.
Als HRWs versuchten die Kollektivstrafen in Azzoun filmisch zu dokumentieren, wurden sie gewaltsam von Soldaten angegriffen, welche versuchten ihre Videokamera zu stehlen. Nachdem es den Soldaten nicht gelang die Videokamera zu entwenden, wurden die HRWs zu Boden gezwungen und es wurden ihnen gedroht, dass beim nächsten Vorfall die Videokameras zerstört werden würden. Darauf hingewiesen, dass dies gesetzeswidrig sei, erwiderte der Kommandant der Einheit: „ich schaffe mein eigenes Recht“.
Soldaten informierten die HRWs, dass Ausgangssperre und Straßensperren ein Resultat dessen sei, dass Unbekannte ein Geschoss auf die nahe gelegene Siedlerstraße geworfen hätten. Ausgangssperren sind Kollektivstrafen, die nach internationalem Recht illegal sind.





























