Kinder demonstrieren gegen Abriss ihres Vergnügungsparks

Am Donnerstag, dem 21. Februar demonstrierten 50 Kinder zusammen mit ihren Lehrern, anderen Palästinensern, Israelis und Ausländern gegen den Abriss ihres Kinder-Vergnügungsparks in Azzoun.
Drei Wochen bevor der Freizeitpark am 15. März durch die israelische zerstört werden wird, spielten die Kinder in den Überresten des Geländes, welches bereits zuvor Opfer israelischer Zerstörungen wurde. Währendessen hielten Ortsrepräsentanten und israelische und ausländische Friedensaktivisten Reden und demonstrierten mit Schildern und Flaggen ihren Widerstand zu dem bevorstehenden Abriss.Die Demonstranten zogen anschließend zum Haupttor des Ortes, welches seit zwei Wochen durch die israelische Armee verschlossen gehalten wird. Die friedliche Demonstration versammelte sich um die Straßensperre und forderte die Wiederöffnung der Straße. Zwar erschienen nach einiger Zeit Soldaten der israelischen Armee, sowie Polizeikräfte, doch konnte die Demonstration für eineinhalb Stunden gewaltlos zu Ende geführt werden.
Der Freizeitpark in Azzoun ist einer der wenigen Erholungs- und Spielmöglichkeiten für die Kinder der Region. Wie die gesamte Bevölkerung Azzouns, leiden die Kinder unter den regelmäßigen israelischen Einmärschen in die Stadt und der anhaltenden Gewalt. Die israelische Abriegelung der Stadt hat die lokale Wirtschaft zerstört und so leben viele Familie den Ortes in Armut. Regelmäßig verhängt die israelische Armee mehrtägige Ausgangssperren über die Stadt.
Der Vegnügungspark stand Anfang 2006 kurz vor seiner Fertigstellung, als am Morgen des 22. Februar 2006 israelische Armeebulldozer in den Park eindrangen und ca. die Hälfte des Parks zerstörten, darunter das Schwimmbad und die Umkleidräume.
Die israelische Armee begründete die Zerstörung mit dem Fehlen der nötigen Baugenehmigung. Der Park liegt in der sog. C-Zone, ein Gebiet was den Großteil der Westbank ausmacht und unter ständiger Kontrolle des israelischen Militärs steht. Selbst für Bauarbeiten auf palästinensischem Privatland in diesem Gebiet ist es nahezu unmöglich von der israelischen Zivilverwaltungen Baugenehmigungen zu erhalten. Die israelische Friedensorganisation Peace Now zeigte in einem vor kurzem veröffentlichten Bericht, dass 94% aller palästinensischen Bauanträge abgelehnt werden.
Eine israelische Anwältin erreichte zusammen mit der Stadtverwaltung Azzouns die Verschiebung des Abrisstermins auf den 15. März 2008. Der Fall soll nun vor den israelischen Obersten Gerichtshof gebracht werden.






























