Israelische Soldaten besetzen palästinensisches Haus in Marda

Am Dienstag besetzten israelische Soldaten ein palästinensisches Haus im Dorf Marda nahe Nablus. Die Soldaten waren gegen 1 Uhr nachts in das Haus Chazi Zaki Kuffashs, eines 72-jährigen Mannes eingedrungen. Er lebt mit seiner Familie im Erdgeschoss des halbfertigen dreistöckigen Gebäudes. Die Armee war mit rund 40 Soldaten und drei Militärfahrzeugen eingetroffen. Sie durchsuchten sein Haus mehrere Male und verblieben dann auf dessen Dach, das der höchste Punkt in dem Dorf ist. Sie hissten Flaggen ihrer militärischen Einheit und die Nationalflagge Israels an der Front des Hauses.
Sie sagten Herrn Chazi, dass sie sich einige Tage in seinem Haus einquartieren würden, und dass die Familie frei wäre in dem Haus ein und aus zu gehen, jedoch sonst niemand das Haus betreten dürfe. Sie beschlagnahmten dann die Mobiltelefone der Familienmitglieder.
Die Armee schloss auch das Tor am Dorfeingang in der Zeit von 7 bis 10 Uhr am Morgen. Die Menschen konnten das Dorf weder betreten noch verlassen, sie mussten drei Stunden warten, bevor sie ihren Weg zur Arbeit fortsetzen konnten.
Als sich am Morgen Nachbarn dem Haus näherten, begannen die Soldaten Schallgranaten zu werfen und Schüsse in die Luft abzugeben. Sie traten die Frauen und schmissen Tränengaskanister in das Nachbarhaus, in welchem sich acht Kinder im Alter von 1 bis 13 Jahren befanden, die sich gerade für den Schulweg bereit machten.
Die Armee schaltete den Strom ab und das gesamte Dorf musste bis um sechs Uhr abends ohne Elektrizität auskommen. Militärjeeps fuhren den ganzen Tag hindurch durch das Dorf und Soldaten patrouillierten die Straßen. Ein 64-jähriger Mann wurde festgenommen, weil er grundlos durch die Straßen ging. Soldaten brachten ihn dafür zu einer nahegelegenen Militärbase, später wurde er wieder frei gelassen.

Als gegen 10:30 Uhr internationale Menschenrechtsbeobachter eintrafen, versammelte sich mit diesen zusammen eine Menschenmenge vor dem besetzten Haus. Die Soldaten brüllten, sie sollten sich entfernen und warfen ohne vorherige Warnung Schallgranaten in die Menschenmenge. Dann gingen sie auf die Straßen und bedrohten Einwohner mit ihren Waffen, schossen in die Luft und schrien die Leute an, sie sollten sich verziehen. Eine halbe Stunde später trafen drei weitere Militärfahrzeuge an dem besetzten Haus ein.
Im Verlauf des Tages schossen Soldaten mit Schallgranaten, “Gummigeschossen” und scharfer Munition auf Kinder, die als Antwort darauf Steine warfen. Den ganzen Tag hindurch mussten die Bewohner Mardas zusehen, wie Soldaten des IOF (Israeli Occupation Forces) in ihr Dorf eindrangen, herumschossen und ihre Kinder jagten. Soweit bislang bekannt ist, wurde niemand verletzt.
Gegen 19:30, nach einer Patrouille durch das Dorf, kamen die Soldaten mit drei jungen Männern zum besetzten Haus zurück, die sie beschuldigten, Steine geworfen zu haben. Etwas später nahmen sie einen vierten Jugendlichen fest, der in der Nähe des Hauses entlang ging. Die vier Festgenommenen sind Faraz Jammal Hofash (24), Tawffil Khuffash (24), Rafiq Khuffash (18) und Nassir Khuffash (17).
Soldaten fesselten ihre Hände hinter dem Rücken und verbanden ihnen die Augen. Es war eine sehr kalte Nacht und die vier Jungs mussten zweieinhalb Stunden auf dem Boden vor dem Haus ausharren. Dann traf ein Armeefahrzeug ein und transportierte die Gefangenen zum Checkpoint Hawwara. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden sie nicht wieder freigelassen. Die Soldaten sagten, sie würden das Haus verlassen, wenn niemand auf der Hauptstraße neben dem Eingangstor Steine schmeissen würde.
Derzeit ist das Haus noch immer besetzt. Die Einwohner Mardas machen sich Sorgen über die Militärpräsenz in ihrem Dorf.






























März 14th, 2008 at 18:11
Was sind das für jämmerliche Feiglinge, die ihre Kinder zum Steinewerfen schicken, statt sie zu Hause zu beschützen? Gibt es den kein palästinensisches Jugendamt, das diesen verantwortungslosen Eltern die Kinder entziehen kann? Raben-Eltern!
März 14th, 2008 at 18:14
Das ist eine Form der Famililenplanung. Man schickt die überflüßigen Kinder auf der Strasse mit den Steinen gegen Soldaten. Wenn einer eine Kugel abkriegt, dann wird für die anderen mehr Geld von UN Hilfe übrig!
Dann können sich die anderen vielleicht mehr Kartoffelchips und Zigaretten kaufen!