“Wenn ich groß bin, muss ich dann auch ins Gefängnis?”
von Joy Ellison
“Mama, wenn ich groß bin, werde ich dann auch wie Papa ins Gefängnis müssen?”
Dies war Adam`s Frage an seine Mutter als ich gerade zu Besuch in ihrem Haus war, kurz vor meiner Abreise aus dem Dorf Al-Tuwani für einen kurzen Besuch in die Vereinigten Staaten. Adam ist drei Jahre alt. Seine Mutter erzählt mir, er wolle dass sein Vater Heim kommt und Eis für ihn bringt. “Adam ist traurig,” sagt sie. Wenn ich ihre Augen betrachte, dann weiss ich dass auch sie es ist. Auch ich bin traurig.
Adam`s Vater wurde am 28. März, vor nur wenigen Tagen verhaftet. Eine Gruppe von acht bis zehn Siedlern aus Havot Ma`on, einem illegalen israelischen Siedlungsaussenposten kamen in das Dorf Al-Tuwani, wo sie Adams Vater und dem Großvater begegneten. Die siedler besprühten sie mit einer Sprühdose, ich kann nur annehmen dass es sich um Pfefferspray handelte. Sie schlugen Adam`s Vater auf die Augen. Bald darauf traf der Wachmann der Siedlung ein, ein Mann der jedem in Al-Tuwani nur zu gut bekannt ist. Ihm folgte die israelische Armee und bald brach das totale Chaos aus. Der Wachmann beschuldigte Adam`s Vater, ihm die Sonnenbrille zerbrochen zu haben. Während die Siedler, die Adam`s Vater und Großvater angegriffen hatten daneben standen, verhafteten israelische Polizeibeamte Adam`s Vater. Sie hörten den Palästinensern, die Zeugen des Angriffs gewesen waren nicht zu. Auch befragten sie die Siedler nicht. Die Polizisten zwangen Adam`s Vater, der noch unter seinen Verletzungen litt, in ein Polizeifahrzeug und brachten ihn fort. Es gab nichts was jemand hätte tun können.
Während ich in Adam`s Haus sitze, suche ich die Wörter, um meine quälenden Gefühle in meinem beschränkten Arabisch auszudrücken. Adam`s Mutter ist unermüdlich freundlich. Schreckliche Situationen als lustig rüber zu bringen ist eine von vielen Palästinensern praktizierte Kunst, perfektioniert von Adam`s Familie. Irgendwie schaffen wir es zu lachen, während wir unseren Tee trinken.
Dann erzählt mir Adam`s Mutter, wie der Wachmann der Siedlung Adam`s Vater bedroht hatte. “Wenn er ihn wiedersieht, wird er ihn umbringen,” sagt sie. “Dann, sagte er, würde es keine Probleme mehr geben.” Mit vor Schreck geöffnetem Mund vernehme ich diese Morddrohung. Meine Arabischkenntnisse lassen mich völlig im Stich. “Wirklich? Das ist schlimm,” sage ich. Adam`s Mutter lacht.
“Mama, wenn ich groß bin, werde ich dann auch wie Papa ins Gefängnis müssen,” fragt Adam.
“Nein, wenn du groß bist, so Gott will, wird dies Palästina sein,” antwortet sie lächelnd.
Ich wiege mich in den Worten dieser schönen und starken Frau und danke Gott dafür, dass sie noch Hoffnung hat.
Joy Ellison ist eine amerikanische Aktivistin mit den Christian Peacemaker Teams, einer Organisation, die den palästinensischen gewaltfreien Widerstand unterstützt. Sie lebt in Al-Tuwani, einem kleinen Dorf in den Bergen südlich von Hebron, das gewaltfrei gegen die Ausweitung und Gewalt der Siedlungen ankämpft. Über ihre Erfahrungen schreibt sie auf ihrem Blog: http://inpalestine.blogspot.com.
Quelle: electronicintifada






























April 13th, 2008 at 21:58
Wenn ich jünger wäre, würde ich auch bei ISM mimachen. Ich bewundere ISM sehr. Warum schweigen unsere deutschen Medien darüber ? Haben wir nicht allen Grund auf die Menschenrechte zu achten ? Aber wir hüten uns Israel für sein himmelschreiendes Unrecht zu kritisieren und deshalb wird es immer schlimmer ! So machen wir uns ein zweites Mal schuldig. Jeder darf China wegen Tibet kritisieren - aber Israel ? 10.000 Gefangene - auch Frauen und Kinder werden gefoltert. Meine palästinensische Freundin und Friedensaktivistin Prof. Dr. Sumaya Farhat-Naser (Thymian und Steine - ihr neues Buch heißt Disteln im Weinberg) hatte einen Schwiegersohn im Gefängnis. Unbestimmte Zeit - auch er wurde gefoltert. Ihr ei gener Sohn wurde 13jährig beim verlassen des schulbusses angeschossen und dann im Gefängnis gequält. Er bekam keinen studienplatz in deutschland deshalb - aber in Österreich.
Juni 2nd, 2008 at 15:23
Tja, hier wird ja gut Stimmung gemacht. Leider haben sich die Araber das selbst zuzuschreiben. Eine friedliche Koexistenz mit Moslems ist ja unmöglich, es sei denn man liebt es ein Sklave der Moslems zu sein. Israel geht den einzigen möglichen Weg, der selbstbestimmt ist, den Weg der Stärke. Dabei kommt es bedauerlicherweise zu neuem Unrecht, aber wenn die Moslems ihre maroden, rückständigen Gesellschaften endlich modernisieren und entwickeln würden, anstatt Frauen als unfreie Gebärsklavinnen zu halten und damit die demographische Explosion zu befördern, dann gäbe es Hoffnung.
Ich vermute, daß dies nicht gewollt ist, lieber werden weiter Märtyrer für den Endsieg des Islam “produziert” und alle Nichtmuslime massakriert (wie seit Jahrhunderten praktiziert). Aber davon ist keine Rede, Schuld haben immer nur die bösen Westler, Juden, etc.