“Zerstört nicht meinen olympischen Traum”
Von Jenin nach Beijing, von Zadok Yehezkeli
Gadir Garouf ist eine 17-jährige Teilnehmerin der palästinensischen Olympiamannschaft, und laut den Aussagen vieler das vielversprechendste der Talente, die nach Beijing geschickt werden. Da sie es sich nicht einmal leisten konnte, ein Paar Turnschuhe zu kaufen, musste sie ihr Training in ihren alten durchführen. Ihr Trainer Yusuf Hamed konnte ein paar Pennies zusammen kratzen und ihr vor drei Jahren ein Paar kaufen, doch Garouf hat diese in ihrem Schließfach weggesperrt, auf den großen Tag wartend, um nicht das Risiko einzugehen sie vorher zu beschädigen.
“Ich kann die Medaille sehen,” flüstert sie. “Ich weiss dass es unmöglich ist, aber ich kann doch träumen, oder?” Vielleicht ist der Name “dream team” der passendste für diese Mannschaft, da Träume doch das sind woran man sich festhält in einem Land, von dem man ständig vernachlässigt wird, mit einer Regierung, die es ablehnt einen zu fördern. Das Olympiabudget der Palästinensischen Behörden lässt es nicht einmal zu, Vitamine für die Athleten zu beschaffen, welche einen Riesenbetrag von 75 $ kosten.
Ein Fisch ohne Wasser
Die Schwimmerin der Mannschaft, Zakiya Nasser, ist in einer noch grösseren Klemme. Sie ist die einzige Olympiakandidatin, die höchstens einmal monatlich ein Schwimmbad zu Gesicht bekommt. Sie weint häufig in letzer Zeit, da sie sich davor fürchtet, sich selbst und ihre Nation zu blamieren. “Anstatt mich zu freuen lebe ich in einem Alptraum. Ich habe Angst vor der Schande als Letzte ins Ziel zu gelangen, und dass die Menschen über mich spotten, ich sei beinahe ertrunken,” sagt sie.
“Es bringt mich um,” fährt sie fort. “Habt ihr eine Vorstellung davon, wie mir das Schwimmbad in Beijing vorkommen wird, nachdem ich bloß einmal im Monat in einem so mikrigen Schwimmbad geschwommen bin? Wie ein Ozean. Und die Palästinensische Autonomiebehörde kümmert es nicht, solange ich nur dort bin und Palästina repräsentiere. Sie bemühen sich noch nicht einmal darum, eine Genehmigung für mich von den Israelis zu bekommen, um von Jenin nach Jerusalem zu reisen und dort in einem langen Schwimmbecken zu trainieren, als wäre dies allein mein Problem.”
Ein politisches Statement
Ihr Trainer, Ibrahim Tahwil, der die palästinensische Mannschaft auch schon nach Athen begleitet hatte, kann Nassar`s Schmerz nachempfinden. Seit die Palästinenser erstmalig zu den Olympischen Spielen in Atlanta zugelassen wurden, zogen die Behörden einen Vorteil aus den kostenlosen Tickets, die vom internationalen Olympischen Komitee gesponsert wurden, um vier Athleten zu dem Ereignis zu schicken, ohne jegliche Kriterien erfüllen zu müssen.
So kommt es auch, dass der schnellste palästinensische Langstreckenläufer Nader Masri eine persönliche Bestzeit von 14:25 auf 5.000 Meter läuft, beinahe eine Minute hinter der Olympischen Qualifizierungszeit liegend. Doch das kostenlose politische Statement, welches die Athleten aussenden wenn sie mit der palästinensischen Flagge durch die Eröffnungszeremonie marschieren, ist für die palästinensischen Behörden unbezahlbar.
Tahwil jedoch glaubt, die Athleten sollten nicht als bloßes politische Statement gehandelt werden. “Als Arafat noch am Leben war,” erinnert er sich, ” wäre ich zu ihm gegangen und er hätte angeordnet, mehr Mittel bereit zu stellen. Er verstand, dass der Sport den Palästinensern zu mehr Ansehen verhelfen könnte. Doch Abbas tut nichts um zu helfen.”
“Zerstört nicht meinen olympischen Traum”
Auch der Läufer Nader Masri bittet um Hilfe, die er jedoch von den Israelis, welche die Grenzen bewachen benötigt. Sein Training für das 5.000-Meter Rennen ist er täglich duch seine Nachbarschaft gelaufen, in der Hoffnung, eines Tages eine Genehmigung zu erhalten, von Gaza nach Jericho reisen zu dürfen, um mit dem Trainer Yusuf Hamed trainieren zu können.
Masri hat unzählige Male den Versuch unternommen, durch die Absperrungen zu gelangen. “Ich flehe sie an, sie sollen mich rauslassen. Zerstört nicht meine olympischen Träume. Ich bin 28 Jahre alt, und laufe seit 10 Jahren für dieses Ziel. Es hat rein garnichts mit der Politik zu tun. Bitte.”
Mohammed Sbeihat, Beamter des palästinensischen Sportministeriums sagte, er habe im Januar eine Ausreisegenehmigung für Masri beantragt, und Folgeanträge gestellt, in denen er die Dringlichkeit des Falles schilderte. Shadi Yassin, ein Sprecher der israelischen Armee bestätigte den Antrag erhalten zu haben, dieser sei jedoch als ein allgemeiner Antrag, nicht jedoch speziell für die Teilnahme an den olympischen Spielen gestellt worden. Yassin sagte, israelische Beamte hätten sich des Antrages nicht angenommen.
Quelle: Yedioth Ahronoth






























Mai 5th, 2008 at 08:37
Liebe Mona! Könnten Sie mir sagen, wo genau die Olympiaanwärter zuhause sind? Mein Mann (Journalist) ist gerade in Jenin und würde sie gerne treffen! Viele Grüße, Annette
Mai 18th, 2008 at 04:44
Hope to read your news in English, or Arabic, and hope to keep in touch