In Gaza gehen wieder die Lichter aus
Mehrere arabische Nachrichtenagenturen berichteten am Montag, dass das einzige Elektrizitätskraftwerk des Gazastreifens in wenigen Stunden vom Netz gehen wird. Der stellvertretende Vorsitzende des Tankstellen-Verbundes in Gaza Al-Khizindar berichtete, dass Israel seit letztem Mittwoch die Lieferung von Treibstoff in die Küstenregion eingestellt habe.
Al-Khinzinder erklärte, dass Sonntag lediglich 45.000 von 300.000 benötigten Litern Treibstoff an das Kraftwerk geliefert werden konnten und das Kraftwerk in den nächsten Stunden den Betrieb einstellen wird.
Die Bevölkerung des Gazastreifens leidet seit mehr als neun Monaten unter einer Verknappung der Treibstofflieferungen durch Israel. Bereits am 20. Januar 2008 stellte Israel alle Lieferungen ein, nahm diese aber nach internationalen Protesten und einem palästinensischen Durchbruch der ägyptischen Grenzanlagen wieder auf.
Als Form der Kollektivstrafe verweigert Israel seit vergangenem Mittwoch jegliche Lieferungen, nachdem palästinensische Kämpfer zwei israelische Arbeiter am Grenzübergang Nahal Oz töteten. Am gleichen Tag tötete die israelische Armee in Vergeltungsaktionen sieben Palästinenser.
Der Bevölkerung des Gazastreifens mangelt es auch an anderen Treib- und Brennstoffen. Autos sind fast vollständig von den Straßen verschwunden. Im März wurde ein Liter Benzin bereits für 25 NIS (ca. 4,50 Eur) auf dem Schwarzmarkt gehandelt.
Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte berichtete am Montag, dass „alle Grundfunktionen zivilen Lebens fast stillstehen, einschließlich Trinkwasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Müllentsorgung.“
Die israelische Menschenrechtsorganisation Gisha forderte den israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak am Sonntag auf die Lieferungen wieder aufzunehmen: „Israel hat das Recht sich vor Angriffen auf seine Bevölkerung zu schützen. Aber so wie internationales Recht bewusst die Verletzung israelischer Zivilisten, die an Nahal Oz arbeiten verbietet, verbietet es auch die bewusste Verletzung von Zivilisten in Gaza, indem man ihnen Treibstoff entzieht, den sie brauchen, um Strom, Transport und lebensnotwendige Dienstleistungen am Laufen zu halten”
Quelle: Ma’an News, Al-Jazeera, Bild: Al-Jazeera






























April 14th, 2008 at 21:02
Wo verdammt waren die menschlichen Schutzschilde, die die Arbeiter von Nahal Oz gegen Angriffe der Terroristen verteidigen. Dies wäre doch ein Schutz der palästinensischen Grundversorgung. Warum interessiert die Versorgung erst, wenn sie nicht mehr läuft, weil sie durch Terroristen sabotiert wurde?
Tausende Menschen demonstrieren bei Nahal Oz und skandieren: Lasst unsere Versorger in Ruhe, Tod den Terroristen. Stimmt, das war gerade nur ein Tagtraum. Natürlich demonstriert keiner für die getöteten Arbeiter, die Gaza mit Brennstoffen versorgen, sondern lieber gegen die zionistischen Besatzer, die gleich beleidigt sind, wenn ein paar Zivilisten getötet werden.
April 20th, 2008 at 19:29
Israel importiert via Europa im grösseren Stil iranisches Erdöl. Und das, obwohl die Kontakte mit Iran sowie der Kauf von dessen Produkten von Israel offiziell boykottiert werden. Dies berichtete der zuverlässige israelische Energie-Newsletter ‘EnergiaNews’ letzte Woche. Der Newsletter wird von erfahrenen Wirtschaftsjournalisten produziert, und in seinem Redaktionsrat sitzen renommierte Politiker und Wirtschaftsleute.
http://www.0815-info.de/News-file-article-sid-10257.html
http://www.radio-utopie.de/2008/04/13/israel-kauft-oel-vom-teufel/