Hamas attackiert israelische Grenze: 4 Tote, 13 Verletzte [+Video]
Arabische und israelische Quellen berichteten am Samstag vom „ambitioniertesten Angriff“ der Hamas seit drei Jahren. Vier Palästinenser wurden getötet und mindestens 13 israelische Soldaten verwundet, als palästinensische Kämpfer mit Mörsergeschossen und Autobomben den Grenzübergang Kerem Shalom angriffen.
Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, dass gegen 6 Uhr Morgens „unter dem Schutz dutzender Mörsergeschosse und dichtem Nebel, ein Fahrzeuge nahe des Grenzzaunes explodierte.“ Durch den zerstörten Zaun überquerten zwei weitere Fahrzeuge die Grenze. Eines der Fahrzeuge explodierte neben zahlreichen Fahrzeugen der israelischen Armee, während palästinensische Kämpfer das dritte Fahrzeug verließen und sich Feuergefechte mit der israelischen Armee lieferten. Bei den Kämpfen starben vier Palästinenser, während mindestens 13 israelische Soldaten verletzt wurden.
Gleichzeitig soll sich mindestens ein weiteres Auto einem anderen Grenzübergang genähert haben, welches, laut israelischen Angaben, von der israelischen Armee aufgehalten wurde.
Al-Jazeera berichtet unterdessen, dass auch das dritte Auto in die Luft gesprengt werden sollte. „Die israelische Armee beschrieb den Angriff als komplex und im Voraus klar und gut geplant. Dies ist eindeutig eine neue Taktik […] des militärischen Flügels der Hamas. Sie selbst haben gesagt, sie planen mehr dieser Art von Angriffen in den nächsten Tagen durchzuführen“, sagte Al-Jazeera Reporterin Jacky Rowland.
Die Al-Qassam Brigaden berichten auf ihrer Website davon, dass die Operation das Ziel hatte einen israelischen Soldaten zu entführen.
Bild: Al-Jazeera






























April 19th, 2008 at 18:16
Die wollten sicher nur zu Friedensverhandlungen und sich nicht durch die Besatzungsarmee aufhalten lassen. Sie haben es versucht. Frieden ist nicht einfach.
April 19th, 2008 at 18:21
@ Klaus
Was soll denn dieser sinnlose Zynismus? Würdest du den Artikel ganz lesen, hättest du festgestellt, dass die Hamas selbst sagt, dass das Ziel die Entführung eines israelischen Soldaten war. Wenn du das kritisieren willst, dann tu es, aber unterlass diese Unterstellungen, die auf nichts als deiner Phantasie basieren.
April 19th, 2008 at 21:03
@ Micha:
Ich habe auf eine zynische Art versucht zu zeigen, dass die Hamas nichts unversucht lässt, die Situation eskalieren zu lassen, während die allgemeine Berichterstattung ständig von Friedenssignalen und Friedensbereitschaft faselt. Mit diesen Angriffen verbessern die sicher nicht die Lage der “leidenden Bevölkerung”. Außerdem wächst damit natürlich weiterhin das Misstrauen eines jeden Israeli gegenüber den im Westjordan oder Gaza-Streifen lebenden Arabern ein kleines Stück weiter. Peace & Gandhi-Rules!
April 19th, 2008 at 21:41
Pardon, nicht, dass ich den Anschlag befürworte, das liegt mit fern, aber der gut informierte Leser wird wissen, dass es innerhalb der Hamas mittlerweile einen politischen Richtungsstreit gibt.
Auf der einen Seite Hamas um Ismail Hanija, auf der anderen Seite die Al-Qassam Brigaden.
Was ich damit sagen will, ist, dass es vielleicht angebracht ist, hier zu differenzieren zwischen Hamas und Al-Qassam Brigaden, die Al-Qassam Brigaden sind der bewaffnete Arm der Hamas.
Die Frage ist doch, wer hinter Chaled Meshall und wer hinter Ismail Hanija steht.
Wenn Herr X einen Anschlag im Namen der Hamas durchführt, muss noch lange nicht Hamas als solche dahinterstecken.
Nur für die Medien ist es natürlich mehr als einfach, hier die Hamas in die Verantwortung zu sehen.
Mit anderen Worten: Welchen Einfluss hat Ismail Hanija und welchen Einfluss hat Chaled Meshall?
Mir ist klar, dass dieser Kommentar nicht vielen gefällt, aber darüber nachdenken darf man ja!
April 20th, 2008 at 19:34
@# 3 Klaus sagt:
es muss heissen
” dass Israel nichts unversucht lässt, die Situation eskalieren zu lassen, während die allgemeine Berichterstattung ständig von Friedenssignalen und Friedensbereitschaft faselt.”
Wenn mal keine Israel nur täglich ein oder zwei Palästinenser sterben nennen Medien dass “Waffenruhe” oder “keine” Gewalt
April 21st, 2008 at 10:50
@ Lupi:
Dank der fantastischen Pallywood-Inszenierungen gibt es den Zustand der Waffenruhe nicht - selbst wenn nichts passiert passiert etwas. Die mutigen Freelancer finden doch zu jeder Lücke den passenden Füller.
Das Dilemma bei möglichen Friedensverhandlungen: kaum erklärt sich jemand auf der arabischen Seite bereit, das Thema Frieden auch nur reell anzudeuten, schon gibt es wieder Terror seitens eines neuen bewaffneten Flügels, der leider nicht direkt kontrollierbar ist. Der potentielle Gesprächspartner verliert an Bedeutung, weil er ja kein Gewaltpotential mehr zur Verhandlung stellen kann - das haben ja jetzt die nächsten. Zustimmung in der Bevölkerung haben in der Regel die, die was zu bieten und vorzuweisen haben - Terror und Gewaltpotential.
Selbst wenn alle Israelis auf der Stelle Ihre Koffer packen und Alles den Arabern überlassen würden, gäbe es immer noch Gewalt und Krieg.
April 21st, 2008 at 16:11
… außerdem, lieber fabik, solltest du bei deiner Wiedergabe von Fakten doch vielleicht auch mal darauf hinweisen, dass die Anschläge der letzten Zeit nur ein Ziel haben: die Israelis dazu zu bewegen, dass sie tatsächlich die Lieferungen an Gaza einstellen und somit tatsächlich eine humanitäre Katastrophe eintreten könnte. Wenn das Echo der Weltöffentlichkeit auf haltlose Propaganda* schon so enorm ist - wie wird es dann erst, wenn ein wirklicher Mangel da ist? Das wäre ein moralischer Sieg in einer Dimension, von der man nicht zu hoffen wagt - auf Kosten einer leidenden Bevölkerung, die diese “Kämpfer” unterstützt oder duldet.
(* Hier meine ich zum Beispiel die Inszenierung “In Gaza gehen für die Pressefotos die Vorhänge zu und unter brennenden Straßenlaternen zünden Kinder Kerzen an”, später unter dem Titel “Israel blockiert die Versorgung, in Gaza gehen die Lichter aus” erfolgreich in der Weltpresse etabliert. Das Stück “Die humanitäre Katastrophe bahnt sich an” bleibt unverändert auf dem Spielplan, weil es immer genug freiwillige und unfreiwillige Komparsen gibt.)
Sorry, wenn ich diese Sache so zynisch beschreibe, noch zynischer ist es aber von den Verantwortlichen, die Zivilbevölkerung so zu verheizen!