Bundestagsabgeordnete in Hebron von Siedlern angegriffen
Eine Delegation des Deutschen Bundestages wurde am Donnerstag während eines Besuches der Hebroner Altstadt von einer Gruppe jüdischer Siedler angegriffen. Die Abgeordneten wurden, so eine Pressemitteilung des Bundestages, „beschimpft, beleidigt und mit Gewalt bedroht“. Israelische Armee und Polizei soll zwar anwesend gewesen, aber trotz Aufforderung nicht eingeschritten sein.
Laut der israelischen Tageszeitung Haaretz sollen die Abgeordneten von Beginn an als „Nazis“ beschimpft worden sein. Siedler hätten zudem ihre Fahrzeuge mit Farbe bespritzt. Zu jeder Zeit soll die israelische Armee und Polizei anwesend gewesen sein, aber keinerlei Bereitschaft gezeigt haben, die Abgeordneten zu schützen. Die Delegation habe sich deshalb, so die Presseerklärung des Bundestages, entschlossen die Besichtigung abzubrechen.
Die deutsche Botschaft in Israel übersandte dem israelischen Außenministerium eine offizielle Protestnote der deutschen Regierung.
Die Delegation des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages bestand aus den Abgeordneten Andreas Schmidt (CDU/CSU), Daniela Raab (CDU/CSU), Marianne Schieder (SPD), Dr. Matthias Miersch (SPD), Mechthild Dyckmans (FDP), Wolfgang Nesković (DIE LINKE.) und Jerzy Montag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und befand sich auf einer Besuchsreise durch Israel und die besetzten Gebiete.
Der Rechtsausschuss fordert in der Presseerklärung Israel auf “dem Fanatismus jüdischer Siedler Einhalt zu gebieten”, um so “dem Friedensprozess eine Chance zu geben.”
Noam Arnon, Sprecher der jüdischen Siedler Hebron distanzierte sich zwar von dem Vorfall, sagte aber, dass „man berücksichtigen müsse, dass es sich nicht um unschuldige Touristen gehandelt habe.“
Hebron ist die einzige palästinensische Stadt in deren Zentrum jüdische Siedler leben. Die Altstadt Hebrons, sowie angrenzende Stadtteile stehen deshalb unter voller Kontrolle der israelischen Armee. Die ca. 500 Siedler zählen zu den radikalsten und gewaltbereitesten in der israelischen Siedlerbewegung. Viele palästinensische Bewohenr verließen in den letzten Jahren aus Angst ihre Häuser. Die Übrigen werden fast täglich Opfer von Angriffen und Schikanierungen radikaler Siedler
Da sich israelische Polizei und Armee einerseits weigern eigene palästinensische Sicherheitsstrukturen in der Stadt zuzulassen, andererseits nicht bereit sind Palästinenser vor Angriffen zu schützen, ist ISM, neben anderen Menschenrechtsorganisationen, in Hebron dauerhaft präsent. Durch die tägliche Dokumentationen der israelischen Aggressionen und notfalls auch Interventionen durch ausländische Menschenrechtsaktivisten hat sich in den letzten Jahren das Gewaltniveau spürbar verringern lassen.






























April 19th, 2008 at 18:23
Schön, dass die Parlamentarier auch mal einen Eindruck davon bekommen, was ihr chronisches Schweigen gegenüber Israels Siedlungspolitik bewirkt. Schade nur, dass es die Meldung nicht weit über die Grenzen dieser Seite und der des dt. Bundestages hinaus geschafft hat.
April 19th, 2008 at 18:40
Grundsätzlich ist diese Aktion beschissen. Man erkennt jedoch, wenn man den Artikel genau liest, den Unterschied zwischen Radikalen hier und da. Niemand hat versucht, sich in die Luft zu sprengen. Keiner wurde (unter den Augen von PA-Ordnungshütern) durch den Mob gelyncht. Beschimpfungen und Farbe - ist das alles, wo die Siedler sogar legal Waffen tragen dürfen? Die Delegation beschwerte sich - zu Recht - über “Belästigungen und Behinderungen”.
April 19th, 2008 at 18:48
@ Klaus
Grundsätzlich solltest du dich vielleicht etwas mehr informieren bevor du Kommentare abgibst. Hättest du einfach nur auf dieser Seite etwas weiter nach unten geguckt, hättest du einen Beitrag über einen 15-jährigen der von israelischen Siedlern ermordet wurde. Und wenn das auch nicht reicht, dann schau dir bei Btselem die Statistiken an, wie viele Palästinenser allein dieses Jahr von Siedlern ermordet wurden.
April 19th, 2008 at 20:18
@ Micha D.:
Nachdem auch ich seinerzeit der grandiosen Pallywood-Inszenierung “Mohammed Al-Dura” aufgesessen bin und mich näher mit dem Thema beschäftigt habe kann ich jede Meldung dieser Art nur mit Vorsicht lesen. Mit Entsetzen hatte ich feststellen müssen, wie meine Solidarität missbraucht wurde, während einige “Kämpfer” sich die Taschen voll gemacht haben und das Volk von diesen Führern und den befreundeten, arabischen Staaten verheizt wurde. Gerade auf dieser ism-Seite ist die Berichterstattung von vorgeprägter Terminologie geprägt, die eine differenzierte Sichtweise kaum vermuten lässt. Grundsätzlich wird suggeriert, dass sich die IDF vornehmlich mit dem Töten von Kindern, Kranken und Behinderten beschäftigt. Der auch auf dieser Seite gern zitierte Begriff “Massaker von Jenin” scheint dafür symptomatisch.
April 19th, 2008 at 22:22
Was du nicht willst, das man dir tu, das füge keinem anderen zu!!!
April 20th, 2008 at 01:12
@ Klaus
du sagst, die Berichterstattung dieser Seite lässt keine differenzierte Berichterstattung vermuten. Sicher muss nicht jeder mit jeder Formulierung übereinstimmen- das tue ich auch noch. Doch reichen die Quellen auf die sich die Artikel dieser ISM-Seite berufen, von dem einem Extrem, wie der rechtsgerichteten israelischen Jerusalem Post bis zum Hamas-nahen Palestinian Information Center. Mehr Vielfalt geht doch kaum. Und da bei fast allen Artikeln die Quellen angegeben sind, steht es dir doch frei, dich bei Zweifeln über die Richtigkeit der Angaben, bei den Originalquellen zu informieren.
Abgesehen davon wäre es doch auf kaum einer anderes deutschen Seite möglich, dass sowohl Leute wie du, als auch Leute wie ich, ihre Kommentare ohne Zensur abgeben.
April 20th, 2008 at 21:53
@ Micha:
Ich sehe immer noch einen Unterschied, ob Berichte übernommen werden, oder ob nur beiläufig zitiert wird um eine tendenziöse Berichterstattung zu untermauern.
Kommentar #4 hat deswegen weiterhin Bestand.
Quellenangaben??? Fabik schreibt am 5.4.08:
“Am Samstag starb ein palästinensischer Bauer, als die israelische Armee in das Flüchtlingslaer Jabaliya im nördlichen Gazastreifen einrückte. Der 33-jährige Mann wurde erschossen, während er sich auf seinem Land östlich des Lagers befand.”
Glatte Lüge, keine Quellenangabe, keine spätere Richtigstellung, dass er von Terroristen (versehentlich) umgenietet wurde - armer Kerl!
Die schöne Geschichten, wie in Gaza die Lichter ausgehen, das Volk aus seinem Gefängnis ausbricht, des latenten Völkermords, wie die IDF mit Vorliebe Kinder, Kranke und Behinderte angreifen… Alles schöne Propaganda und fantastische Inszenierungen von Pallywood.
All dies wird auf dieser Seite unreflektiert verbreitet. Einfacher wäre doch gleich die Wahrheit und nicht der Verweis auf die Originalquellen zur möglichen Verifizierung.
Zum Thema Zensur: der eine oder andere Kommentar ist doch schon “abhanden gekommen”.
Love & Peace
April 20th, 2008 at 22:18
@ Klaus:
Berichte zum Tod des Bauern finden sich beim International Middle East Media Center und beim Palestinian Center for Human Rights. Gerne kannst du die Quellen anzweifeln oder unsere Angaben widerlegen, doch ist ein Leser-Kommentar (auch wenn er sich auf angebliche Angaben von AP beruft) nicht unbedingt ein ausreichender Gegenbeleg. Natürlich passieren uns, wie anderen Medien auch, hin und wieder Fehler, doch haben wir diese bisher immer richtiggestellt. Deshalb fühle dich ruhig ermuntert uns auf Fehler hinzuweisen.
Zum Thema Zensur: Generell glauben wir, dass sich Menschen nur im Dialog überzeugen lassen und deshalb lassen wir den Großteil der Kommentare, auch wenn sie nicht unseren inhaltlichen Überzeugungen entsprechen, zu. Ausgenommen davon bleiben lediglich rassistische und menschenverachtende Äußerungen, Aufruf zum Mord und einseitige Hetze gegen bestimmte Volksgruppen, egal ob es Juden, Israelis, Palästinenser oder Muslime sind. Einiges davon findet sich auch leider ab und zu in deinen Kommentaren, drum kommt der ein oder andere eben “abhanden.” Kritik ist sicherlich auch da berechtigt, doch dann doch eher dahin gehend, dass wir im Zweifel, der Meinungsfreiheit wegen, zu viel zu lassen.
Zu deinem Vorwurf, dass wir darüber berichten, wie die “IDF mit Vorliebe Kinder, Kranke und Behinderte” angreift und, dass es sich dabei nur um “Inszenierungen Pallywoods” handelt. Dies müsstest du dann leider auch etablierten israelischen Medien, wie Haaretz oder Jerusalem Post vorwerfen, die diese Vorfälle im Gegensatz zu deutschen Medien auch nicht ignorieren.
Zum anderen versuchen wir gerade nicht selektiv sondern an den Opfern orientiert zu berichten. Deshalb findest du hier genauso Berichte über den Hamas-Angriff auf Nahel Oz, den Selbstmordanschlag in Dimona und den Angriff auf die Religionsschule in Jerusalem, wie Angriffe der israelischen Armee auf Palästinenser. Und klar, wenn ein Behinderter stirbt, dann berichten wir auch über ihn, denn alles andere wäre dann wirklich einseitig.
April 21st, 2008 at 17:05
Thema Zensur:
Ich habe z.B. auf einen Bericht hingewiesen, wo ein israelischer Offizier sich in Gefahr begibt um ein arabisches Mädchen zu retten, das von Arabern schwer verletzt wurde.
Ein weiterer Hinweis war das Krankenhaus, wo Kinder mit Herzfehlern seit Jahren operiert werden, egal welcher Religion sie angehören, gerne auch Araber.
Ich weise gerne auch auf die menschen verachtende Propaganda hin, wo Kinder zu Märtyrern gemacht werden. Gerne wird ja bei der statistischen Berichterstattung vergessen, wem ein Schlag galt. Keiner kommt auf die Idee zu fordern, dass sich Terroristen bitte aus Wohngebieten fern halten sollten, damit keine Zivilisten gefährdet werden.
Und damit sind wir wieder bei dem asymmetrischen Konflikt, der andere Opfer fordert als ein “normaler” Krieg: (unschuldige) Araber können getötet werden, wenn sich in der ihrer Nähe Terroristen verstecken; Israelis können sterben, weil sie einfach irgendwo sind und weil sie Israelis sind. Stimmt das nicht nachdenklich?
Vielleicht gibt es ja einen besseren Vorschlag, wie man diese “ticking bombs” ohne zivile Opfer liquidieren kann. Bisher versucht die IDF die zivilen Opfer zu minimieren. Wenn man sie auf Null kriegen würde wäre das ein großer Fortschritt.
Solche Hinweise sollten eigentlich keinen Anlass zur Zensur geben, oder?
April 21st, 2008 at 18:20
Meine Ansicht zu dieser Provokation und zur Polemik von Noam Arnon:
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages (Rechtsausschuss) konnten die Rechtlosigkeit der Palästinenser und die Gesetzlosigkeit der radikalen israelischen Siedler samt der sie unterstützenden israelischen Armee einmal am eigenen Leib erleben. Das war für ihre Arbeit sicher sehr wichtig. Undankbarkeit ist seit jeher eine typisch israelische Eigenschaft. Ob das Waffenhilfen oder Ausbildungshilfen (z.B.Hubschrauberpiloten in Simulatoren) der Bundesrepublik waren. So decou- vriert sich Israel und schadet sich selbst. Solchen Rechtsbrechern wie der IDF (Israel Defense Forces) mit ihren Mördern darf Deutschland nicht weiter U-Boote schenken Diese dienen nämlich nicht der Selbstverteidigung Israels (vielleicht gegen palästinensische Kampfschwimmer?). Die U- Boote werden mit Nuklear- waffen samt weitreichenden Trägersystemen aus den USA ausgestattet und dienen der Bedrohung von Nachbarstaaten. Leute wie Noam Arnon wären mit Sicherheit bereit , A-Waffen zur Verfolgung ihrer Ziele einzusetzen. Da der Messias noch nicht da war - wie diese fundamentalistischen radikalreligiösen Siedler und er glauben - kann die Welt auch nicht vernichtet werden und noch nicht durch Nuklearwaffen untergehen. Erst muss der Messias kommen. Also immer feste druff……. Israel ist der gefährlichste Störenfried seit Stalin und Hitler. Die israelische Grundhaltung berechtigt Iran nach Nuklearwaffen zu streben. Erfolg ist hierzu wünschen. Die daraus erwachsende gegenseitige Abschreckung würde Israel zur Mässigung zwingen und eher den Zustand des Nichtkrieges bewahren als alle lügenden Maulhelden der USA.
Mit freundlichen Grüßen Helmut Franz
April 22nd, 2008 at 23:52
Damit eines klar ist: der Iran strebt nach der friedlichen und zivilen Nutzung der Atomtechnik - so wird es betont. Alles andere ist eine boshafte Unterstellung.
Natürlich sind auch Überlegungen über einen atomaren Schlagabtausch Irans mit Israel lange überholt. Keiner glaubt mehr an die Vernichtung Israels, während der Iran und die arabische Welt nur geringe Verluste hinnehmen müssten. Der Iran strebt nach Frieden, nicht nach Atomwaffen - sagt er. Du bezichtigt die Offiziellen des Iran als Lügner? Nicht nett!
Mai 29th, 2008 at 11:18
weiß jemand, wieviele Millionen wir an Reparationszahlungen immer noch jedes Jahr an Israel bezahlen ? Würde mich mal interessieren.
Und dafür werden die jüngeren Zeitgenossen noch beschimpft , beleidigt und an Ihre Hausaufgaben täglich erinnert. Gerade die, die nichts dafür können.