Hamas erkennt Israels Recht “in Frieden zu leben” an
Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter berichtete am Montag, dass die Hamas bereit sei, einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 zu akzeptieren, wenn dies dem Ergebnis eines palästinensischen Volksentscheid entspräche. “Es gibt keinen Zweifel, dass sowohl die arabische Welt, als auch die Palästinenser, inklusive der Hamas, Israels Recht in Frieden innerhalb der 1967er Grenzen zu leben, akzeptieren werden“, sagte Carter während eines Pressekonferenz im Jerusalemer King David Hotel.
Die Hamas werde jede Vereinbarung unterstützen, welche von der palästinensischen Öffentlichkeit getragen wird, sagte Carter. Vorbedingungen sei allerdings eine nationale Versöhnung mit der Fatah. Die Hamas wolle dadurch verhindern, dass den Verhandlungsbemühungen des Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas entgegengewirkt wird.
Carter fügte hinzu, dass Israel und die Hamas, entgegen israelischer Dementis, weiterhin miteinander verhandeln. „Es ist bekannt, dass es direkte Diskussionen zwischen Israel und Hamas mit Ägypten als Vermittler gibt“, sagte Carter.
Carter machte die US-Regierung für den Stillstand im Friedensprozess verantwortlich: „Wir glauben nicht, dass das Problem in meinem Treffen mit der Hamas in Syrien liegt, das Problem ist, dass sich Israel und die Vereinigten Staaten weigern sich mit den Beteiligten zu treffen. (…) Seit Annapolis haben sich die Dinge rückläufig entwickelt, das Gefängnis um Gaza wurde gefestigt, mehr Siedlungen wurden gebaut und Straßensperren errichtet.“
Jimmy Carter erläuterte, dass er der Hamas einen einseitigen 30-tägigen Waffenstillstand vorgeschlagen habe. Die Hamas lehne diesen jedoch ab, solange die israelischen Aggressionen im Gazastreifen und im Westjordanland andauern.
Carter berichtete weiter, dass die Hamas bereit sei über eine Regierung der nationalen Einheit mit vereinten Sicherheitskräften für das Westjordanland und den Gazastreifen, zu verhandeln. Das Kabinett solle sich aus Experten und Nicht-Politikern zusammensetzen, bis neue Wahlen abgehalten werden können. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen Hamas-Funktionäre keinen Zugang zur Regierung haben.
Die Hamas erklärte außerdem die Bereitschaft auch nach den Wahlen auf eine Regierungsbeteiligung zu verzichten. „Falls eine umfassende nationale Lösung erreicht wird und Reformen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) eingeschlossen sind, wird die Hamas nicht an einer zukünftigen Regierung teilnehmen. Zudem wird sie es vermeiden die politischen Bemühungen von Präsident Abbas zu behindern“, sagte Carter.
Die Hamas, so Carter, stimmte ebenso einer Öffnung des Grenzüberganges Rafah unter europäischer Beobachtung zu. Eine Einigung über einen Gefangenaustausch kam zwar nicht zustande, doch soll es dem inhaftierten israelischen Soldaten Gilad Shalit bis zu einem Gefangenaustausch erlaubt werden, mit seiner Familie in Briefkontakt zu treten.
Bild: Palestinian Information Center





























April 21st, 2008 at 21:22
Das hat die Hamas doch schon vor 3 Wochen verlauten lassen, dass sie Israel innerhalb der Grenzen von 1967 anerkennen würde. Das haben die Usraelischen Politiker beflissentlich überhört. Nun kommt der Carter und die ganze Welt hört es. Jetzt müssen Olmert und Co sich dazu äußern. Und was werden sie sagen? Richtig. Kommt nicht in Frage!
Ich wäre neugierig welche Botschaft Carter sonst noch an die Usraelische Regierung hatte. Es ist ja wirklich so, dass alle zwei Wochen ein andere US-Quasselstrippe in Usrael auftaucht. Condy ist gerade im Irak, die macht sicher auch noch einen Abstecher nach Usrael. Und jedes Mal nachdem ein US-Quassler da war, fällt den Usraelis was anderes ein um die Palästinenser noch mehr zu peinigen. Ich denke den USA wäre es gar nicht recht, wenn es da Frieden geben würde.
Wenn ich mir das Horoskop von Usrael anschaue und sehe das Pluto in den Jahren 2012 – 2014 in Konjunktion mit der Himmelstiefe steht, dann macht das richtig AUA für Usrael. An deren Stelle würde ich das Angebot annehmen. Der Transit wird eh noch schlimm genug.
April 21st, 2008 at 23:11
Hallo Fabik, da bin ich wieder.
Habe wieder eine leichte Asymmetrie deiner Berichterstattung gefunden:
Arabische Extremisten oder Terroristen werden grundsätzlich “verschleppt”, obwohl sie – namentlich bekannt – von IDF oder Polizei verhaftet wurden und deren Aufenthaltsort bekannt ist. Ein von Terroristen entführter israelischer Soldat – an unbekanntem Ort als Geisel festgehalten – wird als inhaftiert bezeichnet. Auch wenn dies nur ein Zitat sein mag… komisch, oder?
Konstruktive Grüße,
Klaus
April 22nd, 2008 at 00:29
…70…71…72 – schon haben wir das Dementi: “Chaled Meschaal schliesst eine Anerkennung Israels kategorisch aus.” Natürlich hat er nichts gegen einen Rückzug Israels in die Grenzen von 1967 einzuwenden. Warum auch? …aber Anerkennung – Niemals!!! Das ist doch ein Riesenschritt nach vorne.
Quod erat expectandum.
April 22nd, 2008 at 00:41
@ Klaus
73…74… Leider muss ich dir die Freude wieder nehmen. Ich erinnere mich an ein etwas älteres Interview mit Maschal, darin er ungefähr Folgendes, was ich ganz einleuchtend fand: Die Hamas wird Israel nicht anerkennen, weil es dann eben auch all das historische Unrecht anerkennen würde. So weit, so egal. Dies bedeute aber nicht, dass es keinen Frieden geben könne. Die Hamas, so Mashal, sei bereit dauerhaft mit Israel in Frieden zu leben, so wie es z.B. China und Taiwan auch tun, ohne einander offiziell anzuerkennen und trotzdem sogar intensive Wirtschaftsbeziehungen unterhalten.
Das Problem ist doch eher Folgendens: UN-Resolutionen fordern die Grenzen von 67, Fatah sagt ja zu den Grenzen, Hamas sagt ja, alle arabischen Staaten sagen ja … nur Israel weigert sich weiterhin in sichere Grenzen in Frieden mit seinen Nachbarn zu leben.
Falls du dich übrigens mal irgendwo, außer in Wikipedia, über die Hamas informieren willst, schlage ich dir von Helga Baumgarten “Hamas” vor. Dort erfährst du auch, dass Hamas schon seit den 80ern de facto einem Frieden auf Basis von 67 zustimmt.
April 22nd, 2008 at 23:36
Die ältere Aussage bestreitet ja auch keiner. Nur das Dementi zur vermeintlichen Sensation ist natürlich klasse.
Wo fängt eigentlich historisches Unrecht an. Welches ist dein Jahr “Null”?
Welche historischen Ansprüche hätte das osmanische Reich auf das Gebiet Palästina?
Warum 1967? Warum nehmen wir nicht die Grenzen von 1922? Da haben die Araber bereits 78% des Gebietes Palästina erhalten.
Was ist mit den aus den arabischen Ländern vertriebenen Juden, deren Häusern und Grundbesitz, dem Unrecht, das ihnen angetan wurde? (…und warum nennen deren Kinder, Enke und Urenkel sich nicht Flüchtlinge, sondern einfach nur Israelis?)
Welche Wiedergutmachung haben die Nachbarn an Israel geleistet, nachdem sie Israel in mehrere Kriege verwickelt oder angegriffen haben?
Mit welchem Recht fordern die unterlegenden Angreifer nach einem Krieg die Wiederherstellung der Zustände vor dem Krieg? Warum hat Deutschland dann nicht das Recht auf seine Grenzen von 1941?
Ist der Begriff “Flüchtling” ein vererbbarer Namenszusatz wie in Deutschland heute Adelstitel?
Es geht doch gar nicht um die Grenzen von ‘67. Es geht doch nur um die Fortführung des Konflikts um Israel zu zermürben.
Möchte denn z.B. der spendable Unterstützer Achmachmirdendjihad denn die Grenzen von ‘67? Höchstens als Anfang.
Wenn die Jungs von der Hamas nicht mal zu einem 30-tägigen Waffenstillstand in der Lage sind, wie sollen dann die späteren Sicherheitsgarantien glaubhaft sein?
Meinst du die legendären Friedensbotschaften von Scheich Yasin in den 80ern oder das Angebot einer 10-jährigen Waffenruhe, wenn sich Israel auf die Grenzen von ‘67 zurückzieht?
Unter “de facto” verstehe ich etwas anderes.
Fragende Grüße
April 24th, 2008 at 01:42
“Warum hat Deutschland dann nicht das Recht auf seine Grenzen von 1941?”
Weil es versucht Land zu erobern, weil sie meinten “germanische vorfahren lebten dort vor tausenden jahren” wie Israel. Alles andere ist ablenkung,
Oder leugnen sie dass Israelis (zumindest die Regierung) meist aus “puren zufall” Weiß sind?
Wieso sind nur 20.8% der Israelischen Juden in Israel geboren?