Neue jüdische Siedlung entsteht im Osten Jerusalems
Wie der ehemalige israelische Polizeichef Mosche Karadi berichtete, wird in den nächsten Tag eine neue israelische Siedlung im palästinensischen Ort Ras al-Mud im Osten Jerusalem errichtet werden. Das Gebiet wurde vor einigen Jahren von der israelischen Polizei aus „Sicherheitsgründen“ beschlagnahmt und soll nun israelischen Siedlern übergeben werden.
Die rechtsextreme Siedlervereinigung, die das Land besetzen wird, plant 110 Gebäude auf dem Gelände zu errichten. Die israelische Polizeistation, die sich bisher auf dem Gelände befand, soll weiter östlich in palästinensisches Land, nahe der illegalen Siedlung Ma’ale Adumim verlegt werden.
Die Siedler gaben bekannt, dass die neugegründete Siedlung „Ma’aleh David“, inmitten eines von ca. 14.000 Palästinenser bewohnten Gebietes, ca. 250 jüdische Familie beherbergen soll. Zum Zwecke des Schutzes der israelischen Siedler wird ebenfalls die israelische Armee in dem Gebiet stationiert werden.
Israelische Regierungen haben in den letzten Jahren mehrfach zugestimmt den Siedlungsbau einzustellen und mit der Auflösung von Siedlungen zu beginnen. Doch trotz aller Versprechungen stieg der Siedlungsbau seit der „Friedenskonferenz“ im amerikanischen Annapolis vergangenen Jahres noch einmal an. Die Zahl der jüdischen Siedler auf besetztem palästinensischen Gebiet erhöhte sich seit Beginn des „Friedensprozess“ Anfang der 90er von ca. 90.000 auf fast 500.000. Die 300 israelischen Siedlungen sind nicht nur völkerrechtlich illegal, sondern zerstückeln einen möglichen zukünftigen palästinensischen Staat in unzusammenhängende, lebensunfähige Enklaven.
Quelle: IMEMC






























April 28th, 2008 at 19:04
Mal ganz sachlich und ohne Emotionen:
Wenn ich richtig informiert bin, hat US- Präsident George W. Bush dem früheren israelischen Regierungschef Arik Sharon bei einem Besuch Sharons in Washington DC. persönlich einen Brief überreicht, in dem die israelische Regierung durch die US- amerikanische Regierung zum Ausbau der Siedlungen in den Westbank legitimiert ist.
Und nun mal ernsthaft: Wer bitte schön hat denn erwartet, dass die Privatinitiative von George W. Bush, auch als Annapolis Konferenz bekannt, etwas bringt?
Diese Konferenz war nicht international legitimiert, und für Herrn Bush war sie - die Konferenz - lediglich Mittel zum Zweck, nach dem Irak- Desaster in die Geschichtsbücher einzugehen.
Nur, wenn nicht bald international auf politischem Wege etwas geschieht, kann ein Staat Palästina, der lebensfähig ist, zu den Akten gelegt werden.
Und Schuld ist nicht die israelische Regierung, sondern diejenigen, welche dem Vorgehen in den Westbank zusehen.
April 29th, 2008 at 02:31
Sind die Minister der israelischen Regierungen nicht diejenigen die diesem Treiben tatenlos zusehen? Die könnten den illegalen Siedlungsbau doch ohne Probleme stoppen. Vorrausgesetzt sie wollen und da liegt das Problem.
April 29th, 2008 at 12:28
Scheiß Menschen gehören alle ausgerottet!
Alle macht den Tieren!
April 29th, 2008 at 18:51
@ mobaction,
ich darf Sie zitieren: “Sind die Minister der israelischen Regierungen nicht diejenigen die diesem Treiben tatenlos zusehen? Die könnten den illegalen Siedlungsbau doch ohne Probleme stoppen. Vorrausgesetzt sie wollen und da liegt das Problem.”
Ist das so einfach?
Nein!
Stellen Sie sich mal vor, Sie verletzen seit Jahren UN- Resolutionen und keiner in der internationalen Politik stellt sich dem gegenüber.
Stellen Sie sich mal vor, Sie haben die Option, ein besetztes Gebiet mit der eigenen Bevölkerung zu besiedeln, der eigentlich dort lebenden Bevölkerung dafür Land zu stehlen und teilweise deren Häuser abzureissen und deren Felder teilweise zu zerstören - und auch dagegen sagt niemand etwas.
Was würden Sie machen? Würden Sie nicht Ihre eigenen Interessen vertreten und auch weiterhin verfolgen, wohlwissend, dass Ihnen seitens der internationalen Politik nichts entgegengesetzt wird?
Was ich damit sagen will, ist nicht, den Staat Israel (Der Staat Israel an sich kann nichts für die Politik der eigenen Regierung) zu boykottieren, von Boykotten halte ich rein garnichts.
Aber es müssen Sanktionen her, Sanktionen, um einen lebensfähigen Staat Palästina zu ermöglichen.
Solange wie dies nicht geschieht, können Bush & Co. noch so viel reden und Konferenzen ins Leben rufen, es wird sich nichts ändern.
April 30th, 2008 at 01:32
Da ich mich als Antiimperialist bezeichne, würde ich garantiert nicht so handeln. Ich fühle mich zwar meinem Volk verbunden (jaja ich bin eben keiner dieser antinationalen Mainstream-Linken) aber das ist kein Nationalismus (=Liebe zum eigenen Volk) sondern Rassismus, Chauvinismus und Imperialismus. Aber ich weiß nicht wie ich als mächtiger Politiker handeln würde. Du weißt ja, Macht macht krank!
George Bush und seine Amis haben doch gar kein Interesse an einem paläst. Staat. Die wollen ein starkes Israel als Verbündeten und als Außenposten im nahen Osten. Außerdem müssen die ja irgendwem ihre Waffen verkaufen. Ohne Bedrohungslage, keine Profite.
April 30th, 2008 at 20:04
Hallo mobaction,
eine löbliche Einstellung ist das.
Nur vergisst Du (ich darf Du sagen?) leider, gerade was den Siedlungs(aus)bau angeht, die Siedlerlobby und den Yescha.
Auf der einen Seite haben wir mit einem Mahmud Abbas einen mehr als schwachen Präsidenten, der den Interessen des eigenen Volkes keineswegs gerecht wird (wo sind denn die Stimmen von Abbas und Fatah zum Mauer- und Siedlungsausbau)?
Auf der anderen Seite haben wir mit der israelischen Regierung eine Regierung, die ebenso wie Abbas am Rockzipfel der USA hängt und zudem mit den Siedlern in den Westbank auf politischer Ebene zu kämpfen haben.
Du schreibst in Deinem vorangehenden Kommentar u.a. “George Bush und seine Amis haben doch gar kein Interesse an einem paläst. Staat.”
Gut, das kann so stehen bleiben, aber wo ist das Interesse von Abbas und Fatah an einem pal. Staat?
Die lassen sich den Ausbau der Siedlungen und eine Mauer z.g.T. auf pal. Gebiet vor die Nase setzen ohne mit der Wimper zu zucken, echt klasse!
Und wieso, um meinen Kommentar abzuschliessen, sollte Israels Regierung den Bau und Ausbau der Siedlungen stoppen, wenn selbst der Präsident Abu Mazen dazu keinerlei wirksame Kritik übt?
Um es auf den Punkt zu bringen: Für mich hat sich das Thema Mauer- und Siedlungsbau erledigt.
Mai 1st, 2008 at 20:51
Danke für das Lob und im Internet wird jeder geduzt!
Ich frag mich auch des öfteren was der Abbas so treibt. Sicher viel zu sehr mit seinen Korruptionseinnahmen beschäftigt. Ums mal kurz auf den Punkt zu bringen: für die Palis und ihren souveränen Staat siehts echt beschissen aus. Andererseits ist der wichtigste Verbündete Israels, die USA, ein Koloss auf tönernen Füßen, der jederzeit einstürzen könnte. Immer mehr Nationen wenden sich vom Kapitalismus und der USA ab (siehe Südamerika), eine unglaublich hohe Staatsverschuldung, das amerikanische Militär ist überlastet, in der Bevökkerung der USA brodelt es, Armut+Arbeitslosigkeit, usw… Ich geh mal davon aus, dass wir die in 15-20 Jahren los sind. Damit würden auch die Chanchen für Palästina wieder steigen. Es sei denn Hamas und Fatah knallen sich wieder gegenseitig ab….
Mai 2nd, 2008 at 20:25
@ mobaction,
Du schreibst u.a.: “Damit würden auch die Chanchen für Palästina wieder steigen. Es sei denn Hamas und Fatah knallen sich wieder gegenseitig ab….”
Hm, war genau das der Plan der US- amerikanischen Regierung?
Schließlich haben weder die Regierung in Washington DC. noch die EU vor der letzten Wahl in Palästina ihre Stimme gegen die Teilnahme der Hamas erhoben.
Wo ist also der Sinn und Zweck der Lage in Palästina?
Mal vom Siedlungs(aus)bau abgesehen.
Mai 19th, 2008 at 12:52
- was ist denn eigentlich aus der populären front geworden?
- die sitzt da drüben!