Israel verweist jüdischen Professor des Landes
Israelische Behörden verwiesen am Freitag den jüdisch-amerikanischen Professor Norman Finkelstein des Landes, nachdem er für 24 Stunden festgehalten und verhört wurde. Über den Sohn von Holocaust-Überlebenden, der zu den bekanntesten Kritikern der israelischen Regierung zählt, wurde eine Einreisesperre von zehn Jahren verhängt. In den vergangenen Jahren, verwehrte Israel, welches sich als Heimstätte des gesamten jüdischen Volkes versteht, immer wieder unliebsamen Juden die Einreise.
Finkelstein erreichte am Donnerstagabend den Tel Aviv Flughafen Ben Gurion und wurde Angaben israelischer Medien zufolge sofort von israelischen Sicherheitskräften festgenommen. Anschließend wurde er in einer Verwahrungszelle des Flughafens vom israelischen Inlandsgeheimdienst verhört und nach ca. 24 Stunden in ein Flugzeug in Richtung seines Abflugortes Amsterdam gesetzt.
Gegenüber Journalisten berichtete Finkelstein, dass man ihm mitteilte, dass er für die nächsten zehn Jahre Israel nicht betreten dürfe. Über seinen Verhaftung berichtete er: „Es war keine belgische Pension, aber es war auch nicht Auschwitz. Ich hatte einige unangenehme Momente mit dem Wachpersonal am Flughafen und in der Verwahrungszelle (…).“ Finkelstein sagte, das Vehör drehte sich darum, ob er sich mit Al-Qaida-Führern getroffen, ihn Hisbollah nach Israel geschickt hätte und wie er seinen Aufenthalt in Israel bezahlen wolle.
Normal Finkelstein, dessen Eltern das Warschauer Getto und Konzentrationslager überlebten gehört zu den bekanntesten Kritikern der israelischen Regierung. Berühmt wurde er als Autor des Buches „Die Holocaust-Industrie“, in welchem er unter anderem die israelische Regierung beschuldigt den Holocaust für politische Ziele zu missbrauchen. Aufgrund einer Kampagne verschiedener jüdischer Organisationen und Personen verlor er im vergangenen Jahr seine Professorenstelle an der DePaul University Chicago.
Finkelsteins Anwalt Michael Sfard sagte, Finkelstein des Landes zu verweisen „erinnere an das Verhalten der Ostblockstaaten. (…). Ein Land, welches beginnt Angst davor zu haben, was seine schärfsten Kritiker über es schreiben, ist ein Land, welches sich schon fast in einer Weise verhält, die an die dunkelsten Tage des kommunistischen Regimes erinnern lässt.“
Die Vereinigung für Bürgerrechte in Israel (ACRI) verurteilte die Ausweisung: „Die Entscheidung jemanden davon abzuhalten seine Meinung zu äußern, indem man ihn verhaftet und deportiert, ist typisch für totalitäre Regime. Ein demokratischer Staat, in dem Meinungsfreiheit das höchste Prinzip ist, sperrt seine Kritiker nicht aus nur, weil es unbequem ist, ihnen zuzuhören, (stattdessen) konfrontiert er deren Ideen in öffentlichen Debatten,“ sagte ACRI-Anwalt Oded Peler.
Obwohl israelische Regierungen immer wieder die Identität des israelischen Staates, als Heimstätte für alle Juden der Welt, betonen, werden seit einigen Jahren regelmäßig auch jüdische Kritiker der israelischen Regierung und jüdische Friedensaktivisten, wie z.B. die ISM-Aktivisten Adam Shapiro und Stawhawk, des Landes verwiesen.
Quellen: Haaretz, Yeditoth Ahronoth, IMEMC, www.normanfinkelstein.com/ Bild: www.normanfinkelstein.com










sagt mal, ist das kein Antisemitismus ???
[...] In den vergangenen Jahren, verwehrte Israel, welches sich als Heimstätte des gesamten jüdischen Volkes versteht, immer wieder unliebsamen Juden die Einreise. Finkelstein erreichte am Donnerstagabend den Tel Aviv Flughafen Ben Gurion und wurde Angaben israelischer Medien zufolge sofort von israelischen Sicherheitskräften festgenommen. Anschließend wurde er in einer Verwahrungszelle des Flughafens vom israelischen Inlandsgeheimdienst verhört und nach ca. 24 Stunden in ein Flugzeug in Richtung seines Abflugortes Amsterdam gesetzt . . .Weiterlesen [...]
Eine Demokratie hat die Pflicht, sich zu wehren. Araber, die nie eine Demokratie erfahren haben, können das nicht verstehen.
@ Karl Bumbs,
genau, und da Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten ist (sprachen Sie das mit Ihrem obigen Kommentar an?), fordert ein ultra-rechter die Todesstrafe für Ehud Olmert, weil er- Olmert – Friedensverhandlungen mit Syrien, den Palästinensern anstrebt und die Abgabe von besetztem Land ins Auge fasst.
Herr Bumbs, Sie haben ja so Recht.
Sie sollten Professor für Politikwissenschaften werden.
Zwei Tage zuvor war er noch auf einer Veranstaltung zu seinem neuen Buch “Beyond Chutzpah” in Antwerpen zu hören und zu sehen, wo er unter anderem darauf verwies, dass er abermals zu Freunden in die “besetzten Gebiete” reisen möchte. Ich teile sicherlich nicht all seine Positionen, zumal nicht jene einer illusionären “Zwei-Staaten-Lösung”, die automatisch ein Recht des National-Zionismus auf die Grenzen von vor 67 propagieren hilft. Doch darüber hinaus zeigt seine Verhaftung und Ausweisung doch sehr augenscheinlich, wie es der zionistische Staatsapparat mit für ihn unliebsamen Meinungen hält und obendrein noch behauptet, er handele im Interesse des jüdischen Volkes. Nichts ist der Wahrheit ferner als genau dies und Norman Finkelstein ist leider nur ein prominentes Opfer unter vielen in der Öffentlich unbekannteren, die unter der Repression zionistischer Gewaltherrschaft und deren “Demokratieverständnis” zu leiden haben.
Andreas sagt:
Herr Bumbs, Sie haben ja so Recht.
Sie sollten Professor für Politikwissenschaften werden.
Bin ich schon. Und zwar in Nordkorea.
Herr Bumbs, dann muss ich ihnen leider sagen das sie als Politikwissenschaftler keine Ahnung haben. Den Palästinenser werden seit 60 Jahren grundsätzlichen politische Rehte verweigert. Das Grundgesetz von Israel besitzt nicht einmal ein Gleichheitsprinzip, das heißt Araber sind de facto Bürger zweiter Klasse. Was soll das denn bitte für eine Demokratie sein? Ehud Barak gab sogar einmal zu, wäre er als Palästinenser geboren worden, wäre er ” Mitglied einer terroristischen Vereinigung geworden “. Vielleicht sollten sie sich vorher besser über die Situation im Nahen Osten informieren.
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