Israelische Truppen stürmen zu Trainingzwecken 500 Wohnhäuser
Am Dienstag drangen hunderte Soldaten der israelischen Armee in das Dorf Bei Furiq nahe Nablus ein, sperrten mit Panzern sämtliche Zufahrtstraßen ab und verhängten eine Ausgangssperre über das Dorf. Da während der zehnstündigen Aktionen zwar ca. ca. 500 palästinensische Wohnhäuser gestürmt, besetzt und teilweise verwüstet wurden, die israelische Armee allerdings ungewohnt zurückhaltend vorging, äußerten Bewohner die Vermutung, es habe sich um ein Trainingsmanöver gehandelt.
Lokalen Quellen zufolge kontaktierte die israelische Armee gegen 12 Uhr die örtliche Polizeiwache der palästinensischen Autonomiebehörde mit der Anweisung alle Polizisten von den Straßen abzuziehen und die Wache zu schließen. Bewohner berichteten, dass wenig später Hunderte Soldaten mit schwarz bemalten Gesichtern in Zehner-Gruppen zu Fuß in das Dorf eindrangen und in Wohnhäuser in allen Teilen des Dorfes eindrangen.
Im Falle, dass die Bewohner der Häuser nicht schnell genug öffneten, wurden die Haustüren aufgebrochen. Wie bei Hausdurchsuchungen der israelischen Armee üblich, wurden die Bewohner entweder gezwungen ihr Haus zu verlassen oder wurden in einem Raum des Hauses gefangen gehalten, während die Soldaten die Zimmer des Hauses durchsuchten und verwüsteten.
Während einige Häuser innerhalb einer halben Stunde verlassen wurden, mussten andere Familien die Soldaten für mehrere Stunden ertragen. Bewohner berichteten zudem, dass während der gesamten Dauer der Operation Hubschrauber über dem Ort kreisten und Zufahrtstraßen durch Panzer und Bulldozer abgesperrt wurden. Neben Hunderten Wohnhäusern wurden auch mehrere kulturelle Einrichtungen, wie ein Bildungszentrum für Kinder, verwüstet.
Entgegen der üblichen Praxis israelischer Militäroperationen, wurden keine Palästinenser gefangen genommen oder mit Tränengas, Schallgranaten oder scharfer Munition beschossen. Der Ort Beit Furiq ist regelmäßig Opfer israelischer Angriffe, während derer routinemäßig junge Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren verschleppt werden. Der Vertreter des Ortsrates Abu Tayer berichtete, dass dieses Mal die israelische Armee selbst auf Steinewürfe nicht mit Gewalt oder Verhaftungen reagierte.
Die Ungewöhnlichkeit der Operation ließ viele Bewohner zu dem Schluss kommen, dass es sich um ein Training der israelischen Armee gehandelt habe. „Einige Menschen denken, sie haben hier trainiert, da diese Dorfbewohner denen im Süden Libanons ähneln. Vielleicht werden wir dort bald eine Invasion haben“, vermutete Abu Tayer. Auch der Bürgermeister des Ortes war überzeugt, dass es sich um ein Training gehandelt habe, besonders nachdem im vergangenen Monat ähnliche Operationen in den Nachbardörfern Beita und Aqraba durchgeführt wurden.






























Juni 18th, 2008 at 18:45
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/gewalt-lohnt-sich/
Juni 19th, 2008 at 17:33
[...] Quelle [...]