“Millionen wurden vorsätzlich misshandelt” – Was die Welt nicht sieht
von B. Michael
Die ganze Welt sah den gehorsamen israelischen Soldaten (zumindest gemäß seiner eigenen Version), der ohne zu zögern seinen Anweisungen folgte und in den Fuß eines gefesselten Mannes schoss. Die ganze Welt sah auch unseren Verteidigungsminister, wie er unverzüglich seine Schockierung und sein Bedauern über den Vorfall zum Ausdruck brachte, während Armee-Kommandeure versprachen schnell zu handeln, um das Phänomen aus der Welt zu schaffen. Die Welt sah auch den Armeesprecher, der sich beeilte den Vorfall zu verurteilen und die schnellen Untersuchungen, die bereits laufen.
Und so sah die ganze Welt wieder, wie wunderbar die einzige Demokratie im Nahen Osten ist und wie schnell und bestimmt sie auf solch unübliche Vorkommen reagiert, welche „keinem Kämpfer zugutekommen.“ (gemäß Ehud Baraks Rüge)
Oh, wie wunderbar und nützlich sind jene fotogene unübliche Vorfälle, die dazu dienen die schreckliche Routine zu verbergen. Wie bequem und effektiv es ist, das Unübliche zu verurteilen und somit dem Normalen ein sauberes Attest auszustellen. Wie schön ist es sich selbst für die Verurteilung des seltenen Vorfalls zu loben und sich somit von jedem Fehlverhalten bei häufigeren Vorfällen frei zusprechen; festlich die widerhallende Sünde abzuschwören und so die fortlaufenden Verbrechen zu säubern.
Millionen wurden vorsätzlich misshandelt
Denn in jeder Minute jeder Stunde des Tages sind der Staat und seine Armee mit Handlungen beschäftigt, die sehr viel schrecklicher sind, als die des einen gehorsamen Soldaten. Sie sind damit beschäftigt das Lebensgebäude eines ganzen Volkes zu zertrümmern; die bewusste, boshafte und vorsätzliche Misshandlung von Millionen Menschen; die kalte und kalkulierte bürokratische Verwaltung belagerter Ghettos; der Stasi-hafte Würgegriff über einer ganzen Bevölkerung und das offizielle, diktierte, „legale“ Zertrammpeln aller demokratischen und menschlichen Rechte und Werte.
Noch sieht die Welt dies alles nicht. Sie sehen nur die unüblichen Vorfälle (gelegentlich). Noch können diese seltenen Fälle (oh wie wunderbar) vollständig verurteilt werden, mit verblüfften Augen und verärgerten Rügen.
Wäre ich Sprecher der israelischen Armee gewesen, würde ich sicherstellen, dass alle ein bis zwei Monate einer meiner Soldaten vor irgendeiner Art Kamera erscheint und dort eine spektakuläre verabscheuungswürdige Tat begeht. Letztendlich wird dies es für mich einfacher machen solche offensichtlichen Vorfälle zu verurteilen, um besser jene Verborgenen verstecken zu können.
Der englische Originalartikel erschien bei der israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronoth.





























Juli 26th, 2008 at 21:57
Mensch Fabik,
du hörst dich mal wieder an, als hätte Gerhard Löwenthal dem Karl-Eduard von Schitzler ein Kind gemacht. Weiter so. Nach dem Abtreten von “Kennzeichen D” und “Der schwarze Kanal” ist im Bereich unfreiwillige Comedy eine Lücke entstanden, die du in der Lage bist auszufüllen.