Trauerfeier endet in Tragödie. Ein Jugendlicher hirntot

Nur einen Tag, nachdem israelische Soldaten während der Proteste im palästinensischen Ni’lin einen zehnjährigen Jungen erschossen, wurden im Anschluss an die heutige Trauerfeier 17 weitere Menschen durch israelische Soldaten verwundet. Mindestens drei Menschen erlitten Kopfverletzungen durch den Beschuss mit gummiummantelten Stahlgeschossen. Am Abend wurde ein 17-jähriger Jugendlicher mit schweren Schädelverletzungen für hirntot erklärt.
Anwesenden ISM-Aktivisten zufolge brachen gegen 17.30 Uhr Kämpfe zwischen ca. 200 palästinensischen Jugendlichen und jungen Männern und der israelischen Armee aus. Zuvor hatten Dorfbewohner auf den Zufahrststraßen Barrikaden errichtet, umso ein erneutes Eindringen der israelischen Armee in den Ort zu verhindern. Gepanzerte israelische Bulldozer versuchten die Barrikaden abzureißen, mussten aber schließlich dem Steinehagel der Jugendlichen weichen.
Ca. 50 israelische Soldaten stürmt schließlich mit Schall- und Tränengasgranten sowie dem massiven Einsatz gummiummantelter Stahlgeschosse den Ort. Gegen ca. 19.30 Uhr wurde der 18-jährige Yousef Ahmad Younis Amera von einem der Geschosse am Kopf getroffen. Während nach dem Vorfall scheinbar noch für einige Stunden die Hoffnung auf sein Überleben bestand, berichteten die behandelnden Ärzte am Abend, dass Yousef in einem Krankenhaus in Ramallah für hirntot erklärt wurde.
Mindestens zwei weitere Demonstranten erlitten Kopfverletzungen nachdem sie mit gummiummantelten Stahlgeschossen am Kopf getroffen wurden. Beide befinden sich aber außer Lebensgefahr. Die Gesamtzahl der Verletzten der heutigen Ausschreitungen beläuft sich auf 17.
Die Ausschreitungen fanden im Anschluss an die Trauerfeierlichkeiten für den gestern von israelischen Soldaten erschossenen 10-jährigen Jungen Ahmad Mussa statt. Tausende Plästinenser sowie israelische und ausländische Friedensaktivisten versammelten sich in Ni’lin, welches sich in den vergangenen Wochen zum Symbol des gewaltlosen palästinensischen Widerstandes gegen den Bau der israelischen Apartheidsmauer und die Enteignung palästinensischen Landes entwickelte.
Yousefs Trauerfeier und weitere Demonstrationen sind für Donnerstag geplant.
Das Bild zeigt Yousef im Krankenhaus von Ramallah und zuvor auf der Trauerfeier in Ni’lin. Quelle: Activestills






























August 1st, 2008 at 13:38
“…Kämpfe zwischen ca. 200 palästinensischen Jugendlichen und jungen Männern und der israelischen Armee…”
“…Barrikaden errichtet…”
“…mussten aber schließlich dem Steinehagel der Jugendlichen weichen.”
aber:
“…Ni’lin, welches sich in den vergangenen Wochen zum Symbol des GEWALTLOSEN palästinensischen Widerstandes gegen den Bau der israelischen Apartheidsmauer und die Enteignung palästinensischen Landes entwickelte.”
???
Gilt es bereits als gewaltlos, wenn keine Selbstmordattentäter losgeschickt werden?
August 5th, 2008 at 00:12
@ klaus
“lustig”, gilt es doch schon als “pause” der gewalt wenn “nur” täglich palestinsär getötet werden.
Aber wenn dann Israelis verletzt werden dann ist man wieder aufmerksam.
Übrigens die israelische Methode massenbombardierungen, welche für Bunker oder panzer ausreichen würden, mit feindlicher infantrie zu begründen ist natürlich kein “Terror” (= Schrecken)