Apartmentgebäude gesprengt. 5 Familien obdachlos
Am Morgen des 28. Juli stürmten israelische Soldaten ein palästinensisches Apartmentgebäude im Stadtviertel Bei Hanine in Jerusalem. Nachdem alle Bewohner gewaltsam vertrieben wurden, besetzten ausländische Menschenrechtsaktivisten das Haus, doch auch sie konnten nicht verhindern, dass das Haus später am Tag in die Luft gesprengt wurde. Völkerrechtlich stellt die militärische Zerstörung ziviler Wohnungen eine Kollektivstrafe und somit ein Kriegsverbrechen dar.
Ca. 50 palästinensische Nachbarn und 18 ausländische Menschrechtsaktivisten unterstützen die fünf Familien des Apartmentgebäudes in ihrem Versuch, die Zerstörung abzuwenden. Gegen vier Uhr morgens stürmten zwischen 150 und 200 maskierte israelische Soldaten mit Polizeihunden, Schall- und Tränengasgranaten das Haus.
Sie rissen Frauen und Kinder aus ihren Wohnungen, stießen und traten. Zuvor hatten Demonstranten versucht eine Zufahrtstraße mit Fahrzeugen und großen Containern abzusperren. Nun wurden die ängstlichen gewaltsam Hausbewohner über die Straßensperren gezerrt, als sie versuchten den Soldaten zu entkommen.
Die gesamte Räumung des Gebäudes dauerte weniger als 15 Minuten und trotzdem traten noch Stunden später Soldaten weiter auf die wehrlosen Menschenrechtsaktivisten und Familien ein. Ein älterer Mann wurde schwer verwundet und in ein Krankenhaus eingeliefert.
Das Haus wurde schließlich zerstört, weil der Besitzer dem Haus ohne Genehmigung ein fünftes Stockwerk zugefügt hatte. Er bot an die fünfte Etage abzureißen, um so sein Gebäude zu retten, doch ein israelisches Gericht lehnte den Vorschlag ab.
Das große Ausmaß der Operation und die unverhältnismäßige Art der Bestrafung, ließ viele Anwesende am offiziellen Grund des Abrisses zweifeln. Ein palästinensischer Mann, der sich den Menschenrechtsaktivisten angeschlossen hatte, berichtete, dass der Hausbesitzer aufgrund seiner sozialen Einstellung und Großzügigkeit zu den angesehensten Personen im Viertel gehöre.





























