9 Tote, über 80 Verletzte in Gaza. Fatah droht mit Exekution von Hamas-Führer [+Video]
Vier Menschen wurden getötet und mehr als 80 verwundet, als sich Hamas-Sicherheitskräfte in Gaza-Stadt Kämpfe mit einer Fatah-loyalen Familie lieferten. Die Hamas versuchte zuvor Verdächtige für den Anschlag festzunehmen, bei dem am 25. Juli sechs Menschen ums Leben kam. Im Westjordanland verschleppten Fatah-Kämpfer unterdessen einen hochrangigen Hamas-Führer und drohten seine Ermordung an.
Die Kämpfe ereigneten sich am frühen Samstagmorgen, als Hamas-Sicherheitskräfte in Wohnungen der Familie Hilis eindrangen, welche der Fatah nahe steht und der Hamas zufolge in den Anschlag vom 25. Juli involviert ist. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Explosionen, Mörsereinschlägen und Gewehrfeuer.
Der Polizei-Sprecher Islam Shahwan berichtete, dass die Sicherheitskräfte unter schweres Feuer genommen wurden, als sie in den Stadtteil Shuja’iyya eindrangen. Zudem sollen die Straßen mit Sprengfallen vermint und illegale Basen für militärisches Training erichtet worden sein. Zuvor habe man allen Verdächtigen die Chance gegeben, sich freiwillig zu stellen. Angehörige der Familie Hills sagten, sie kämpften, um sich und ihre Kinder zu verteidigen und beschuldigten die Hamas sie zu Unrecht für die Anschläge zu beschuldigen. Stattdessen hätten Hamas-interne Streitigkeiten zu dem Anschlag geführt.
Unterdessen verschleppten Bewaffnete, die sich selbst als Fatah-Angehörige bezeichneten, den Hamas-Politiker Dr. Muhammad Ghazal in Nablus. Gegenüber der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma’an drohten sie telefonisch Ghazal zu ermorden, sollte die Hamas ihre Razzia in Gaza nicht beenden: „Fatah wird der Hamas im Gazastreifen vier Stunden Zeit geben, ihre Angriffe gegen den Stadtteil Shuja’iyya und Fatah-Angehörige in Gaza einzustellen. …[Ansonsten werden] wir ihn unverzüglich exekutieren.“
Nachdem die Hamas in einem Statement den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas persönlich für das Schicksal Ghazals verantwortlich machte, wurde er zwei Stunden später wieder freigelassen.
update 22:30 Uhr: Wie die israelische Tageszeitung Yedioth Ahronoth berichtet, ist die Familie Hilis nach geheimen Absprachen zwischen Israel, der Palästinensischen Autnomiebehörde und Ägypten am Samstagabend aus dem Gazastreifen geflüchtet und befindet sich zurzeit entweder unter dem Schutz der israelischen Armee am Grenzübergang Nahal Oz oder bereits im Westjordanland. Unter ihnen befindet sich auch der Kopf der Familie und hochrangiger Fatah-Anführer im Gazastreinfen Ahmad Hillis. Der palästinensischen Innenminister im Gazastreifen bekräftigte unterdessen erneut, dass er Mitglieder der Familie für die Anschläge vom 25. Juli verantwortlich mache.
update 23:40 Uhr: Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf neun angestiegen. Unter ihnen befinden sich mindestens drei Mitglieder der Hamas Sicherheitskräfte und vier Familienmitglieder. Unter den Verletzten befinden sich u.a zwölf Kinder. Mehrere Fatah-Anhänger wurden von israelischen Soldaten angeschossen, als sie versuchten den Grenzübergang Nahal Oz zu erreichen.
Quellen: Al-Jazeera, Ma’an News/ Bild: Al-Jazeera






























August 2nd, 2008 at 21:42
Zitat: „Fatah wird der Hamas im Gazastreifen vier Stunden Zeit geben, ihre Angriffe gegen den Stadtteil Shuja’iyya und Fatah-Angehörige in Gaza einzustellen. …[Ansonsten werden] wir ihn unverzüglich exekutieren.“
Logisch, wer sich erst einmal hat mit Geld und Waffen kaufen lassen, wer einmal an den Fleischtöpfen der Macht und des Kapitals Platz genommen hat, für den ist alles möglich.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, weshalb die Palästinenser/innen bei den letzten Wahlen nicht Fatah gewählt haben.
Wenn es in Palästina den Begriff “Korruption” gibt, wird das deutlich.
August 6th, 2008 at 12:13
Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.