Bewohner Gazas demonstrieren gegen ägyptische Belagerung
Hunderte Bewohner des Gazastreifens demonstrierten am Sonntag am ägyptischen Grenzübergang Rafah gegen die anhaltende israelisch-ägyptische Belagerung des Gazastreifens. Mehrere palästinensische Parlamentsabgeordnete und Minister forderten die sofortige Öffnung des Grenzüberganges. Aus Angst Palästinenser könnten den Übergang stürmen, schickte Ägypten ca. 5000 zusätzliche Polizisten.
Der Sprecher des Palästinensischen Legislativrates Ahmad Bahar rief wandte sich in einer Rede an den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, rief ihn zur Öffnung der Grenze auf und erinnerte ihn an sein Versprechen „keine Palästinenser verhungern zulassen.“
Bahar kritisierte außerdem, dass Ägypten selbst palästinensischen Politikern die Ausreise verweigere: „Wir erhielten eine Einladung […] von arabischen Parlamenten […] und waren überrascht, als Ägypten der Delegation die Ausreise verweigerte.“ In seinem Schlusswort rief er alle arabischen und islamischen Nationen auf, sich für ein Ende der Belagerung einzusetzen.
Der Grenzübergang Rafah ist seit Juni 2007 geschlossen, als Israel mit seiner völligen Belagerung des Gazastreifens begann. Unter israelischem Druck hält Ägypten seitdem den einzigen nicht israelisch-kontrollierten Grenzübergang bis auf wenige Ausnahmen geschlossen.
Im Januar schafften es Palästinenser Teil der Grenzanlagen einzureißen, worauf ca. 500.000 Bewohner des Gazastreifens auf die ägyptische Sinai-Halbinsel strömten, um sich dort vor allem mit Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen, die aufgrund der Belagerung im Gazastreifen nicht mehr verfügbar sind.
Im Juni schlossen Israel und die Hamas ein Waffenstillstandsabkommen, welches auch die Öffnung aller Grenzübergänge vorsah. Israel weigert sich allerdings bisher, diesen Teil des Abkommens umzusetzen.
Quelle: Ma’an





























