Israel lässt 198 Gefangene frei, 11.000 bleiben
Israel ließ am Montag fast 200 palästinensische Gefangene frei. Während Israel die Freilassung als eine „Geste des guten Willen“ gegenüber dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas bezeichnetet, verblasst die geringe Zahl der Freigelassenen gegenüber der Gesamtzahl politisch Inhaftierter von über 11.000. Allein im Juli verschleppte die israelische Armee 313 Palästinenser.
Die Gefangenen wurden vom israelischen Gefängnis Ofer mit Bussen zum Sitz der Autonomiebehörde in Ramallah gebracht, wo sie mit einer Zeremonie empfangen wurden. In einer Rede forderte der Präsident der Autonomiebehörde Mahmud Abbas die Freilassung aller in israelischen Gefängnissen festgehaltenen Palästinenser.
Zum ersten Mal befinden sich unter den Freigelassenen auch zwei palästinensische Widerstandskämpfer, die vor 31 bzw. 29 Jahren einen israelischen Soldaten und eine Frau töteten und seitdem lebenslange Haftstrafen verbüßten.
Zahlreiche israelische Politiker kritisierten die Entscheidung. Der ehemalige Premierminister und Oppositionsführer Bejamin Netanjahu sagte man dürfe keine Palästinenser „mit Blut an ihren Händen“ freilassen, während der israelische Soldat Gilad Shalit noch immer im Gazastreifen festgehalten wird.
Unter großer Medienaufmerksamkeit lässt Israel regelmäßig einige Hundert palästinensische Gefangene frei. Bei einem Großteil von ihnen handelt es sich um Palästinenser, deren Strafe bereits abgelaufen ist oder kurz vor dem Ende steht. Gleichzeitig verschleppen israelische Truppen wöchentlich Dutzende palästinensische Zivilisten. Allein sei vergangenem November nahm Israel 3.700 Palästinenser gefangen, ließ aber lediglich 788 frei.
Al-Jazeera, IMEMC, Haaretz/ Bild: Al-Jazeera




























