Viertes Schiff durchbricht Gaza-Blockade
Ma’an, 9. Dezember – Heute durchbrachen internationale und palästinensische Menschenrechtsaktivisten an Bord eines Schiffes zum vierten Mal seit August die israelische Seeblockade Gazas.
Das Schiff namens “Dignity” transportierte neben der Delegation von elf internationalen Akademikern, Menschenrechtlern und Journalisten eine Tonne Medikamente und proteinreicher Anfangsmilch für Säuglinge.
Unter der Belegschaft befanden sich zwei jüdische Akademiker von der Londoner Wirtchaftsschule und ein britischer Chirurg, der in Gaza ehrenamtlich tätig sein wird.
Die Dignity lief Montag Nacht am Hafen von Zypern aus. Sie wurde am Hafen von Gaza von einer Menschenmenge einschliesslich palästinensischer Politiker begrüsst.
In den vergangenen acht Tagen hatte Israel drei ähnliche Versuche, Gaza zu erreichen, abgewehrt. Es handelte sich dabei um Hilfslieferungen aus Qatar und Libyen sowie eine Delegation palästinensischer Abgeordneter aus Israel.
Laut Caoimhe Butterly, einer Koordinatorin der “Free Gaza Initiative”, gab es keine Störungen oder Kontaktaufnahmen per Funk durch die israelische Marine, jedoch sei auf ihrem Radar zu erkennen gewesen, dass Marineboote nur wenige Meilen um das Schiff herum kreisten.
Auf die Frage, weshalb das Schiff im Gegensatz zu den drei anderen in den vergangenen Tagen hindurch gelassen worden war, antwortete sie, es sei ein Zeichen dafür, dass Israel dieses Projekt nicht als Bedrohung wahrnehme. Butterly fügte hinzu, die Gruppe plane nun den Einsatz zu erhöhen und größere Mengen Hilfsgüter und mehr Menschenrechtsaktivisten nach Gaza zu bringen. Sie sagt: “Das Problem in Gaza wird durch Hilfsgüter aber nicht gelöst werden, sondern durch konkrete politische direkte Aktionen, um die Blockade zu brechen.”
Lediglich elf Menschen waren an Bord des Schiffes, da mehr Hilfsgüter denn zuvor transportiert wurden. Plangemäß soll das Schiff Gaza mitsamt palästinensischer Studenten an Bord, denen das Studium im Ausland verweigert wird, wieder verlassen.
Zwei der Akademiker an Bord wurden vom britischen Komitee für palästinensische Universitäten (BRICUP) entsandt, um die Auswirkungen der Blockade auf den Bildungssektor zu unterstreichen.
“Die Möglichkeiten der höheren Bildung sind in Gaza extrem eingeschränkt. Viele zentrale Lehrfächer, wie Sprachtherapie, Zahnmedizin und Physiotherapie werden in Gaza nicht angeboten, und es kann weder in Gaza, noch im Westjordanland Medizin studiert werden. Ein Auslandsstudium ist die einzige Alternative für palästinensische Studenten, diese wird ihnen jedoch von den israelischen Behörden verweigert”, so die Erklärung von BRICUP.
Quelle: Ma’an News





























Dezember 29th, 2008 at 16:08
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