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Bil’in demonstriert gegen Apartheidmauer und Verhaftungswelle

8 August 2009 No Comment

7. August

Bei der wöchentlich in Bil’in abgehaltenen Demonstration hatten wieder Dutzende unter der Inhalation von massiv durch israelische Soldaten eingesetztem Tränengas zu leiden. Einwohner von Bil’in protestierten gemeinsam mit israelischen und internationalen Unterstützern für die Freilassung der führenden Aktivisten des Bürgerkomitees Muhammad al-Khatib und Adib Abu Rahma sowie der restlichen Gefangenen, und für eine Beendigung der israelischen Kommandounternehmen gegen das Dorf Bil’in und die Verfolgung von Friedensaktivisten und Mitgliedern des Bürgerkomitees gegen die Mauer.

Video-Dokumentation des Protests

Sobald die Demoteilnehmer am Trennungszaun, welcher etwa 60% des zum Dorf gehörenden Landes abschneidet, angekommen waren, begannen israelische Sodaten mit dem massiven Beschuss diverser Reizgase – von Gaswurfgranaten, von Gewehren abgeschossenen Gaskartuschen bis zu von Militärfahrzeugen abgefeuerter Gasmunition, welche aus 50 einzelnen Gasbomben besteht, die sich im Flug über ein Areal von etwa zehn Dunum verteilen. Kurz darauf wurde ein bereit stehender Wasserwerfer herangefahren und gegen die Demonstranten eingesetzt. Das neuerdings testweise in Bil’in zum Einsatz kommende grünliche, mit Dünger und Chemikalen versetzte Wasser verursachte bei mehrere Menschen ein Erbrechen. Einigen Berichten zufolge werden in dem Wasser besonders übel riechende Chemikalien verwendet, welche sich nicht aus der Kleidung auswaschen lassen.

Das Bürgerkomitee gegen die Mauer in Bil’in forderte die unverzügliche Freilassung aller Gefangenen aus dem Dorf Bil’in, einschließlich der führenden Aktivisten Muhammad al-Khatib und Adib Abu Rahma, da die gegen sie erhobenen Anklagen illegitim seien. Der friedliche Widerstand der Menschen in Bil’in sowie die israelische und internationale Unterstützung für diesen sind legale und legitime Mittel, die durch internationale Konventionen garantiert und auch von israelischen Gerichten bestätigt worden sind. Weiter wurde festgestellt, dass die israelische Repression und Bedrohung gegen Komiteemitglieder und Aktivisten inakzeptabel sei, und sie ihren Widerstand trotz all dessen fortsetzen werden. Das Komitee rief weiter alle Menschenrechtsorganisationen, Freunde und Unterstützer des Dorfes Bil’in zu Interventionen für die Freilassung der Gefangenen und zur Beendigung des von den Besatzungskräften gegen das Dorf verübten Terrors auf.

In einem Brief appelierte das Komitee an die Teilnehmer des ersten Fatah-Parteitages seit zwanzig Jahren, den breiten Widerstand sowie Strategien des Widerstandes in ihr zukünftiges Programm zu integrieren.

Quelle: ISM

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