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	<title>International Solidarity Movement Germany &#187; Menschen &amp; Hintergründe</title>
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		<title>Zwei Tote und vier verletzte Kinder nach israelischem Flechetteangriff</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 08:55:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Besatzung]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen & Hintergründe]]></category>
		<category><![CDATA[Beit Hanoun]]></category>
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		<description><![CDATA[
Das ist kein Bericht über einen israelischen Militärangriff, oder über palästinensische Wiederstandskämpfer, die sich angeblich im Grenzgebiet herumtrieben, und Israel zur Selbstverteidigung noetigten. Das ist ein Bericht über die Geschichte von Samah (9),  Haitham (4)  Azzam (10)  und Ebrahim (11); die Frage nach verhältnismäßigem Einsatz von Gewalt, und die Suche nach Recht in einem rechtlosen Gebiet. 
Dieses Gebiet ist die 300 Meter ins Land Gazas hineinragende &#8220;Pufferzone&#8221;, Niemandsland, das früher von Bauern bestellt wurde, und das zu betreten heutzutage lebensgefährlich ist – streng bewacht von israelischen Heckenschützen. Warum am 21.7.2010 ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/sammah-400x326.jpg"><img class="aligncenter size-full  wp-image-2035" title="sammah-400x326" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/sammah-400x326.jpg" alt="sammah 400x326 Zwei Tote und vier verletzte Kinder nach israelischem Flechetteangriff" width="579" height="471" /></a></p>
<p><strong>Das ist kein Bericht über einen israelischen Militärangriff, oder über palästinensische Wiederstandskämpfer, die sich angeblich im Grenzgebiet herumtrieben, und Israel zur Selbstverteidigung noetigten. Das ist ein Bericht über die Geschichte von Samah (9),  Haitham (4)  Azzam (10)  und Ebrahim (11); die Frage nach verhältnismäßigem Einsatz von Gewalt, und die Suche nach Recht in einem rechtlosen Gebiet. </strong><span id="more-2029"></span></p>
<p>Dieses Gebiet ist die 300 Meter ins Land Gazas hineinragende &#8220;Pufferzone&#8221;, Niemandsland, das früher von Bauern bestellt wurde, und das zu betreten heutzutage lebensgefährlich ist – streng bewacht von israelischen Heckenschützen. Warum am 21.7.2010 um 15.45 Uhr Ortszeit vier Nagelbomben auf Gazas Grenzdorf Beit Hanoun fielen und  Mohammad Al-Kafarneh (23) und Kasim Al-Shinbary (19) töteten, darüber gehen die israelischen und palästinensischen Berichte stark auseinander.</p>
<p>Doch wie gesagt, hier soll es nicht darum gehen, ob israelische Bulldozer wie so oft in Gaza einfielen, und die beiden nur am falschen Ort waren, als sie von den Nägeln durchbohrt wurden oder israelische Bomber lediglich auf Wiederstandskämpfer reagierten, sondern um Samah, Haitham, Azzam und Ebrahim, und den Einsatz von Nagelbomben in zivilem, dichtbesiedelten Gebiet.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/thaer-400x265.jpg"><img class="size-full wp-image-2030   aligncenter" title="thaer-400x265" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/thaer-400x265.jpg" alt="thaer 400x265 Zwei Tote und vier verletzte Kinder nach israelischem Flechetteangriff" width="580" height="383" /></a></strong></p>
<p>Der kleine Haitham, 4 Jahre alt, war allein auf der Straße, er war geschickt worden um eine Besorgung für seine Familie zu machen, als die Bombe hundert Meter entfernt einschlug, eine Flechette-Bombe, die 8 bis 10000 Nägel enthält. Hundert Meter entfernt, und ein Nagel stieß in seine Nase, ein paar Zentimeter von seinem Kopf entfernt, ein anderer traf ihn in seinen rechten Arm, ein dritter in sein rechtes Bein. Er liegt derzeit im Shifa Krankenhaus in Gaza Stadt.<br />
Samah, 9 Jahre alt, hat einen Bombenangriff auf ihr Elternhaus überlebt, bei dem ihr 4-jähriger Bruder am Kopf getroffen  wurde, was sein Sehvermögen für immer beschädigt hat. Der Nachbarjunge, der die Familie zu diesem Zeitpunkt besucht hatte, starb bei dem Angriff.</p>
<p>Aber Samah hat überlebt, und an diesem Tag, um 15.45 Uhr, spielte sie draußen unweit  von ihrem Haus, als sie von den Nägeln getroffen wurde, 200 Meter vom Einschlagsort der Bombe entfernt. Ein Nagel traf sie in den Bauch, einer durchbohrte ihre Brust, und der dritte verletzte sie am Kopf. “Sie kam ins Haus, und es war uns erst gar nicht klar, dass sie verwundet war. Plötzlich kam Blut aus ihrer Nase, und sie erbrach sich“, berichtete ihre Mutter.  Als sie in die Notaufnahme eingeliefert wurde, war sie bewusstlos. Sie blieb die ganze Nacht über in kritischem Zustand, mit andauernden  inneren Blutungen. Ihre angeborene Blutkrankheit, Thalassemie, die dazu führt, dass weniger Hämoglobin als bei gesunden Menschen produziert wird, erschwerte die Situation zusätzlich.</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/abu_said_house-400x326.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2036" title="abu_said_house-400x326" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/abu_said_house-400x326.jpg" alt="abu said house 400x326 Zwei Tote und vier verletzte Kinder nach israelischem Flechetteangriff" width="580" height="473" /></a></p>
<p>Azzam Mohammed El-Massry, 10 Jahre alt, wurde mit einer Fraktur des linken Ellenbogen ins Krankenhaus eingeliefert, und Ebrahim Wasseem El-Massry, 11 Jahre alt, mit einer leichten Verletzung seines Abdomens.<br />
Alles in allem, vier leicht bis schwer verletzte Kinder, draußen von Nägeln getroffen, weit entfernt von jeglichem militärischen Geschehen.  Ihre Geschichte hat nichts zu tun mit Grenzstreitigkeiten, Terrorismus oder israelischer Staatssicherheit. Sie handelt von der Frage nach der Rechtmäßigkeit des Einsatzes von vier Nagelbomben in einem zivilen, dichtbesiedelten Gebiet.</p>
<p><em>Text: Kassandra (ISM) / Bilder: ISM</em></p>
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		<title>Kampfsprache: Die neue Propaganda</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 15:06:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen & Hintergründe]]></category>
		<category><![CDATA[Fighting Talk]]></category>
		<category><![CDATA[Independent]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Fisk]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der Journalismus hat sich zu einem sprachlichen Schlachtfeld entwickelt &#8211; und wenn  Reporter Begriffe verwenden wie: &#8220;ein Aufflammen der Gewalt&#8221;, oder &#8220;Surge&#8221;, oder &#8220;Siedler&#8221;, dann spielen sie weiter mit dem schädlichen Spiel, argumentiert Robert Fisk.
Haben sie das Neueste auf dem Gebiet der Nachrichtensemantik verfolgt? Der Journalismus und die israelische Regierung verstehen sich prächtig. Es ist der islamistischer Terror, türkischer Terror,  Terror der Hamas, Islamischer Jihad Terror, Terror der Hisbollah, Terror der Aktivisten, Krieg gegen den Terror, der palästinensische Terror, muslimischer Terror, der iranische, syrische und antisemitische Terror &#8230;
Aber ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/iraelijournalists.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2016" title="iraelijournalists" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/iraelijournalists.jpg" alt="iraelijournalists Kampfsprache: Die neue Propaganda" width="580" height="396" /></a></strong></p>
<p><strong>Der Journalismus hat sich zu einem sprachlichen Schlachtfeld entwickelt &#8211; und wenn  Reporter Begriffe verwenden wie: &#8220;ein Aufflammen der Gewalt&#8221;, oder &#8220;Surge&#8221;, oder &#8220;Siedler&#8221;, dann spielen sie weiter mit dem schädlichen Spiel, argumentiert Robert Fisk.<span id="more-2015"></span></strong></p>
<p>Haben sie das Neueste auf dem Gebiet der Nachrichtensemantik verfolgt? Der Journalismus und die israelische Regierung verstehen sich prächtig. Es ist der islamistischer Terror, türkischer Terror,  Terror der Hamas, Islamischer Jihad Terror, Terror der Hisbollah, Terror der Aktivisten, Krieg gegen den Terror, der palästinensische Terror, muslimischer Terror, der iranische, syrische und antisemitische Terror &#8230;</p>
<p>Aber ich tue den Israelis Unrecht. Ihr Lexikon und das des weißen Hauses- meistens- und das unserer Reporter ist dasselbe. Ja, seien wir fair mit den Israelis. Ihr Lexikon besteht aus: Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror.<br />
Wie oft habe ich das Wort &#8220;Terror&#8221; benutzt? Zwanzig mal. Aber es hätte genauso gut 60 oder 100, oder 1000, oder eine Million mal sein können. Wir sind verliebt in dieses Wort, verführt von ihm, fixiert von ihm, angegriffen von ihm, vergewaltigt von ihm, ihm verpflichtet. Es ist Liebe und Sadismus und Tod in einer Doppel-Silbe, das Prime-Time-Titellied, der Beginn Fernsehsinfonie, die Überschrift auf jeder Seite, ein Satzzeichen in unserem Journalismus, ein Semikolon, ein Komma, unser mächtigster Punkt. &#8220;Terror, Terror, Terror, Terror&#8221;. Jede Wiederholung dieses Wortes rechtfertigt seine Vorgänger.</p>
<p>Vor allem geht es um den Terror der Macht und die Macht des Terrors. Macht und Terror sind austauschbar geworden. Wir Journalisten haben dies geschehen lassen. Unsere Sprache wurde nicht nur zu einem minderwertigen Verbündeten,  sondern auch zu einem verbalen Partner in der Sprache der Regierungen, Armeen, Generäle und Waffen. Denken Sie an die bunkerbrechenden Waffen – die „Bunker Buster , die „Scud Buster&#8221; und an die „zielreiche Umgebung&#8221; im Golfkrieg (Teil eins). Vergessen sie die &#8220;Massenvernichtungswaffen&#8221;. Das ist zu offensichtlich dumm. Aber die &#8220;Massenvernichtungswaffen&#8221; im Golfkrieg (Teil zwei) hatten so ihre eigene Macht, einen Geheimcode &#8211; genetisch, vielleicht, wie die DNA- etwas das Terror, Terror, Terror, Terror, Terror ernten würde. &#8220;45 Minuten bis zum Terror&#8221;.<br />
Bei Macht und Medien geht es nicht nur um gemütliche Beziehungen zwischen Journalisten und Politikern,  Redakteuren und Präsidenten. Es geht nicht nur um eine parasitäre-osmotische Beziehung zwischen den vermeintlich ehrenwerten Reportern und den Zusammenhang von Macht, die zwischen dem Weißen Haus, dem State Department und dem Pentagon verläuft, zwischen der Downing Street und dem Auswärtigen Amt und dem Ministerium für Verteidigung, zwischen Amerika und Israel.</p>
<p>Im westlichen Kontext, bestehen Macht und Medien aus Worten &#8211; und der Verwendung von Worten. Es geht um Semantik. Es geht um die Anwendung von Phrasen und ihren eigentlichen Ursprüngen. Und es geht um den Missbrauch von Geschichte und um unserer Ignoranz gegenüber der Geschichte. Wir Journalisten sind heute mehr und mehr zu Gefangenen der Sprache der Macht geworden. Ist es, weil wir uns nicht mehr um Linguistik oder Semantik kümmern? Ist es deshalb, weil die Notebooks unsere Rechtschreibung &#8220;korrigieren&#8221;, unsere Grammatik &#8220;verbessern&#8221;, sodass unsere Sätze mit denen unserer Herrschenden identisch sind? Hören sich heute deshalb Leitartikel in Zeitungen wie politische Reden an?</p>
<p>Seit zwei Jahrzehnten verwenden die Herrschenden der USA und Großbritanniens &#8211; und auch die israelischen und palästinensischen- den Begriff &#8220;Friedensprozess&#8221;  um die hoffnungslose, unzureichende und unehrenhafte Vereinbarung zu definieren, die den USA und Israel erlaubt, jedes Scheibchen Land zu dominieren, dass man einem besetzten Volk geben würde. Ich hinterfragte zum ersten Mal diesen Ausdruck und seine Herkunft zum Zeitpunkt Oslos &#8211;  obwohl wir doch leicht vergessen, dass die geheime Kapitulationen in Oslo selbst eine Verschwörung ohne eine Rechtsgrundlage war.</p>
<p>Das arme, alte Oslo, denk ich immer. Was hat Oslo jemals getan, um das verdient zu haben? Es war das Abkommen des Weißen Hauses, das den absurden und dubiosen Vertrag versiegelte- in welchem die Flüchtlinge, Grenzen, israelische Kolonien und auch Fahrpläne- zu lange hinausgezögert worden waren, bis sie nicht mehr verhandelt werden konnten.</p>
<p>Und wie leicht wir den Rasen des Weißen Hauses vergessen- obwohl, ja, wir erinnern uns an die Bilder- auf denen Clinton zu sehen war, der aus dem Koran zitierte, und Arafat, der bewusst sagte: &#8220;Danke Ihnen, danke Ihnen, danke, Herr Präsident.&#8221; Und wie dürfen wir diesen Unsinn benennen? Ja, es war &#8220;historischer Moment&#8221;! War er es? War es so?</p>
<p>Erinnern Sie sich, wie Arafat das nannte? &#8220;Der Frieden der Tapferen&#8221;. Aber ich erinnere mich nicht, dass irgendjemand von uns darauf hinwies, dass der &#8220;Frieden der Tapferen&#8221; von General de Gaulle benutzt wurde um das Ende  Ende der Algerienkrieg zu beschreiben. Die Franzosen verloren den Krieg in Algerien. Wir haben die außergewöhnliche Ironie nicht bemerkt.</p>
<p>Heute wieder das Gleiche. Wir westlichen Journalisten-  mal wieder benutzt von unseren Anführern &#8211; haben über unsere vergnügten Generäle in Afghanistan berichtet, die sagen, der Krieg könne nur mit einer Kampagne aus &#8220;Herz und Verstand&#8221; gewonnen werden. Niemand stellt ihnen die nahe liegende Frage: War dies nicht derselbe Satz, den man über vietnamesische Zivilisten im Vietnam-Krieg gesagt hat? Und haben wir nicht- wir, der Westen- den Krieg in Vietnam verloren? Doch jetzt bringen wir als westliche Journalisten  in Bezug auf Afghanistan Ausdrücke wie &#8220;Herz und Verstand&#8221; in unsere Berichten ein, als ob es sich um eine neue Wörterbuch-Definition und nicht um ein Symbol der zweiten Niederlage in vier Jahrzehnten handle.</p>
<p>Sehen wir uns nur die einzelnen Wörter an, die wir bereits vom US-Militär kooptiert haben. Wenn wir Westler meinen, dass &#8220;unsere&#8221; Feinde – z.B.  Al-Kaida oder die Taliban- mehr Bomben einsetzen und Anschläge ausüben als üblich, nennen wir es &#8220;ein Aufflammen der Gewalt&#8221;.</p>
<p>Ja, ein &#8220;Auflammen&#8221;! &#8220;Auflammen&#8221; ist das Wort, das nach meinen Unterlagen als erstes in diesem Zusammenhang von einem Brigadegeneral der Grünen Zone in Bagdad im Jahr 2004 benutzt wurde. Jetzt verwenden wir diesen Ausdruck, wir improvisieren damit, wir bringe ihn auf Sendung als sei sei es unser Ausdruck, unsere journalistische Erfindung. Wir benutzen einen Ausdruck wörtlich, der für uns durch das Pentagon geschaffen wurde. Ein Aufflammen geht natürlich steil nach oben und dann steil nach unten. Ein &#8220;Aufflammen der Gewalt&#8221; vermeidet deshalb in seltsamer Weise die Verwendung der Worte &#8220;Steigerung der Gewalt&#8221;- eine Steigerung geht natürlich anschließend nicht wieder herunter.</p>
<p>Noch einmal, wenn die US-Generäle vom plötzlichen Anstieg ihrer Kräfte für einen Angriff auf Falludscha oder Bagdad oder Kandahar berichten &#8211; eine Massenbewegung von Soldaten, die zu zehntausenden in die muslimischen Ländern gebracht werden -, bezeichnen sie diesen als „surge“ &#8211; ein Schwall, eine Sprungwelle.  Und wie ein Tsunami oder irgendein anderes Naturphänomen kann solch ein „surge“ in seinen Auswirkungen verheerend sein. Diese &#8220;surges&#8221; sind in Wirklichkeit &#8211; um die richtigen Worte des seriösen Journalismus zu verwenden- Verstärkungen. Und Verstärkungen werden in Kriege geschickt, wenn Armeen dabei sind diese Kriege zu verlieren. Aber unsere Jungs und Mädchen vom Fernsehen reden nur noch über „surges“, ohne die Verwendung irgendwelcher Attribute. Mal wieder gewinnt das Pentagon.</p>
<p>Mittlerweile ist der „Friedensprozess“ zusammengebrochen. Deshalb versuchen unsere Anführer – oder „Schlüsselfiguren“ wie wir sie gerne nennen – ihn wieder in Gang zu bringen. Der Prozess musste wieder „zurück in die Spur“ gebracht werden.  Sehen Sie, es war ein Zug. Die Wagons sind vom Weg abgekommen. Die Clinton-Regierung nutzte diese Phrase zuerst, dann die Israelis, dann die BBC. Aber es gab ein Problem, als der „Friedensprozess“ immer wieder „zurück in die Spur“ gebracht wurde – aber immer noch vom Weg abkam. Deshalb produzierten wir einen Fahrplan, eine „Roadmap“, &#8211; betrieben von einem Quartett und geleitet von unserem alten Freund Gottes, Tony Blair, den wir in einer Obzönität der Geschichte nun „Friedensbotschafter“ nennen.</p>
<p>Aber der „Fahrplan“ funktioniert nicht. Und jetzt stelle ich fest, dass der alte „Friedensprozess“ wieder zurück in unseren Tageszeitungen und auf unseren Fernsehschirmen ist. Anfang des Monats erzählte uns einer dieser alten Kauze, den die Jungs und Mädchen vom Fernsehen „Experten“ nennen, auf CNN, dass der „Friedensprozess“ wieder „zurück in die Spur“ gebracht wird, da nun mit „indirekten Gesprächen“ zwischen Israelis und Palästinensern begonnen wurde.</p>
<p>Hier geht es nicht nur um Klischees – hier geht es um verdrehten Journalismus. Es gibt keinen Kampf zwischen den Medien und den Mächtigen; durch die Sprache sind wir – die Medien – zu ihnen geworden.</p>
<p>Hier ist ein weiteres Bruchstück medialer Feigheit, das meine 63 Jahre alten Zähne einander abschleifen lässt, nachdem ich 34 Jahre Humus und Tahina im Nahen Osten gegessen habe. Uns wird in vielen Analysebeiträgen erzählt, dass wir uns im Nahen Osten mit „konkurrierenden Schilderungen“ befassen müssen. Wie gemütlich. Es gibt keine Gerechtigkeit, keine Ungerechtigkeit, nur ein paar Leute, die verschiedene Versionen der Geschichte vortragen. „Konkurrierende Schilderungen“ tauchen nun regelmäßig in der britischen Presse auf.</p>
<p>Die Phrase von der anthropologisch falschen Sprache löscht die Möglichkeit aus, dass eine Gruppe von Menschen  &#8211; z.B. im Nahen Osten – besetzt wird, während eine andere die Besetzung übernimmt. Noch einmal, keine Gerechtigkeit, keine Ungerechtigkeit, keine Unterdrückug oder Unterdrücken, nur einige freundliche „konkurrierende Schilderungen“, ein Fußballspiel wenn Sie mögen, ein ebenes Spielfeld, denn die beiden Seite sind ja  &#8211; sind sie es etwas nicht? &#8211; „im Wettbewerb“. Und beiden Seiten muss bei jeder Geschichte die gleiche Zeit eingeräumt werden.</p>
<p>So wird eine „Besatzung“ zu einem „Streit“. Somit wird eine „Mauer“ ein „Zaun“ oder eine „Sicherheitsbarriere“. Somit werden die israelischen Akte der Kolonialisierung arabischen Landes, die jeglichem internationalen Recht widerspricht, zu „Siedlungen“ oder „Außenposten“ oder „jüdische Nachbarschaften“. Es war Colin Powell in seiner machtlosen Hauptrolle als Außenminister George W. Bushs, der US-Diplomaten vorgab das besetzte Palästina als „umstrittenes Land“ zu bezeichnen – und das reichte für die meisten US-Medien aus. Es gibt natürlich keine „konkurrierenden Schilderungen“ zwischen US-Militär und den Taliban. Wenn es welche geben sollte, wissen Sie, dass der West verloren hat.</p>
<p>Aber ich werde Ihnen ein Beispiel geben, wie „konkurrierende Schilderungen“ ineinander fallen können. Im April hielt ich in Toronto anlässlich des 95. Jahrestages des armenischen Völkermordes von 1915, dem vorsätzlichen Massenmord von 1,5 Millionen armenischen Christen durch die osmanisch-türkische Armee und Milizen, eine Vorlesung. Vor meinem Vortrag wurde ich vom kanadischen Fernsehsender CTV interviewt, dem auch die Tageszeitungen Globe und Mail aus Toronto gehören. Von Anfang an bemerkte ich, dass der Interviewer ein Problem hatte. Kanada besitzt eine große armenische Gemeinde. Aber Toronto besitzt auch eine große türkische Gemeinde. Und wie uns Globe und Mail immer wieder erzählen, „streiten“ die Türken „energisch“ ab, dass es sich dabei um einen Völkermord handelte.</p>
<p>Also nannte der Interviewer den Völkermord „tödliche Massaker“: Natürlich, erkannte ich ihr spezifisches Problem sofort. Sie konnte das Massaker nicht „Völkermord“ nennen, da die türkische Gemeinde außer sich wäre. Aber sie ahnte, dass „Massaker“ allein – insbesondere mit dem grauenvollen Studiohintergrund aus Fotografien toter Armenier – nicht ausreichen würde, um eineinhalb Millionen ermordete Menschen zu erklären. Daher die „tödlichen Massaker“. Wie sonderbar. Wenn es „tödliche“ Massaker gibt, gibt es dann auch einige Massaker, die nicht „tödlich“ sind, von denen die Opfer lebendig davon gehen. Es war eine aberwitzige Tautologie.</p>
<p>Noch schreitet der Gebrauch der Sprache der Macht &#8211;  mit ihren Signalworten und ihren Signalphrasen – voran. Wie oft habe ich westliche Reporter über „ausländische Kämpfer“ in Afghanistan sprechen hören? Sie meinen natürlich die verschiedenen arabischen Gruppen, die vermutlich den Taliban helfen. Die gleichen Geschichten hören wir aus dem Irak. Saudische, jordanische, palästinensische und tschetschenische Kämpfer natürlich. Die Generäle nennen sie „ausländische Kämpfer“. Und sofort taten wir westlichen Reporter es ihnen gleich. Sie „ausländische Kämpfer“ zu nennen, bedeutete, dass es sich bei ihnen um eine einfallende Macht handelt. Aber nicht einmal habe ich jemals ein westlichen Mainstream-Fernsehsender darauf Bezug nehmen hören,dass sich mindestens 150.000 „ausländische Kämpfer“ in Afghanistan befinden und, dass alle von ihnen amerikanische, britische oder andere NATO-Uniformen tragen. „Wir“ sind es, die die wahren „ausländischen Kämpfer sind“.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit der schädlichen Formulierung „AfPak“, die so rassistisch wie politisch unaufrichtig ist und nun von Reportern genutzt wird, obwohl sie ursprünglich eine Kreation des US-Außenministeriums am Tag als Richard Holbrooke zum US-Repräsentanten für Afghanistan und Pakistan ernannt wurde. Aber die Formulierung vermeidet den Gebrauch des Wortes „Indien“ &#8211; dessen Einfluss in Afghanistan und dessen Präsenz in Afghanistan eine wesentlicher Teil der Geschichte ist. Indem es Indien außen vor lässt,  tilgt „AfPak“ darüberhinaus in wirksamer Weise den gesamten Kaschmir-Konflikt aus dem Konflikt Südostasiens. Somit entzieht es Pakistan jeglicher Erwähnung im Rahmen der US-Kaschmir-Politik. Letzten Endes wurde Holbrooke zum „AfPak“-Gesandten, welcher die Tragödie Kashmirs vollständig umgeht – vielleicht sind es zu viele „konkurrierende Schilderungen“? Dies bedeutet, dass wenn wir Journalisten dieselbe Formulierung benutzen, „AfPak“, welche mit Sicherheit für uns Journalisten erfunden wurde, machen wir die Arbeit des Außenministeriums.</p>
<p>Lasst uns nun einen Blick in die Geschichte werfen. Unsere Anführer lieben Geschichte. Die meisten von ihnen lieben den Zweiten Weltkrieg. 2003 dachte George W. Bush er wäre Churchill. Wahrlich, Bush verbrachte den Vietnamkrieg damit, den Himmel von Texas vor dem Vietcong zu schützen. Aber jetzt im Jahr 2003 stellte er sich den „Appeasern“, den Beschwichtigern, die keinen Krieg mit Sadam, der wiederum natürlich der „Hitler des Tigris“ war, entgegen. Die „Appeaser“ waren die Briten, die 1938 nicht gegen Nazi-Deutschland kämpfen wollten. Blair schaute natürlich auch, ob ihm Churchills Weste und Jacke passten. Er kein „Appeaser“. Amerika war Großbritanniens ältester Verbündeter verkündete er – und Bush und Blair erinnerten die Journalisten, dass die USA 1940 in Zeiten der Not Seite an Seite mit Großbritannien standen.</p>
<p>Aber nichts davon ist wahr. Großbritanniens ältester Verbündeter waren nicht die Vereinigten Staaten. Es war Portugal, ein neutraler faschistischer Staat während des Zweiten Weltkriege, welcher seine Flaggen auf Halbmast setzte als Hitler starb (nicht einmal die Iren haben das getan).</p>
<p>Auch kämpfe Amerika nicht an Seite Großbritanniens in den Zeiten der Not 1940, als Hitler mit einer Invasion drohte und die Luftwaffen London „blitzte“. Nein, 1940 genoss Amerika eine sehr profitable Periode der Neutralität und schloss sich nicht Großbritannien im Krieg an bis Japan im Dezember 1941 die US-Marinebasis in Pearl Harbor angriff. In ähnlicher Weise nannte Eden 1956 Nasser den „Mussolini des Nils“. Ein schlimmer Fehler. Nasser wurde von den Arabern geliebt, nicht gehasst, wie Mussoline von der Mehrheit der Afrikaner, besonders von den arabischen Libyern. Die Parallele zu Mussolini wurde durch die britische Presse weder bestritten noch in Frage gestellt. Und wir alle wissen, was am 1956 Suezkanal geschah. In Sache Geschichte lassen wir Journalisten uns gerne von Präsidenten und Premierminister übers Ohr hauen.</p>
<p>Dennoch ist die gefährlichste Seite unseres neuen Semantikkrieges, unser Gebrauchs machtvoller Worte – obwohl es eigentlich kein Krieg ist, da wir uns ja zum Großteil ergeben haben – die Isolation unserer selbst von Zuschauern und Lesern. Sie sind nicht dämlich. In viele Fällen – so befürchte ich – verstehen sie die Worte besser als wir. Geschichte auch. Sie wissen, dass wir unseren Wortschatz von der Sprache der Generäle und Präsidenten beziehen, von den sogenannten Eliten, von der Arroganz der Experten des Brooking Insitut, oder denen der Rand Cooperation. Auf diese Weise sind wir Teil dieser Sprache geworden.</p>
<p>Während der vergangenen zwei Wochen, als Ausländer – humanitäre Helfer oder „Aktivisten-Terroristen“ &#8211; versuchten Nahrung und Medizin über den Seeweg zu den hungrigen Palästinensern Gaza zu bringen, hätten wir Journalisten unsere Zuschauer und Zuhörer an eine einen weit zurück liegenden Tag erinnern sollen, als Amerika und Großbritannien sich auf den Weg machten Hilfe zu umzingelten Menschen, Nahrung und Treibstoff zu bringen – unsere eigenen Soldaten starben dabei – um einer verhungernden Bevölkerung zu helfen. Diese Bevölkerung war umgeben von einem Zaun, errichtet durch eine brutale Armee, die vorhatte die Menschen zur Kapitulation zu hungern. Die Armee waren die Russen. Die Stadt war Berlin. Die Mauer sollte später kommen. Die Menschen waren nur drei Jahre zuvor noch unsere Feinde. Dennoch errichteten wir die Berliner Luftbrücke um sie zu retten. Nun schauen Sie sich heute Gaza an: welcher westliche Journalist – da wir ja historische Parallelen mögen – hat jemals das Berlin von 1948 im Kontext Gazas erwähnt?</p>
<p>Was haben wir stattdessen bekommen? „Aktivisten“ die in dem Moment zu „bewaffneten Aktivisten“  wurden als sie sich der Enterung durch die israelische Armee widersetzten. Wie können es diese Männer wagen das Lexikon durcheinander zubringen? Ihre Bestrafung war offensichtlich. Sie wurden zu „Terroristen“. Und die israelischen Übergriffe – bei denen „Aktivisten“ getötet wurden (ein weiterer Beleg ihres „Terrorismus“) &#8211; wurden zu „tödlichen“ Übergriffen. In diesem Fall war „tödlich“ eher entschuldbar als es auf CTV der Fall war – neun Männer türkischer Herkunft waren etwas weniger als eineinhalb Millionen 1915 ermordete Armenier. Aber es war interessant, dass die Israelis, die sich bisher aus eigenen politischen Gründen in schändlicher Weise der türkischen Leugnung anschlossen, nun plötzlich die Welt über den armenischen Völkermord von 1915 informieren wollten. Verständlicherweise ließ dies viele unserer Kollegen erschaudern. Journalisten, die regelmäßig vor allen Erwähnungen des ersten Holocausts des 21.  Jahrhunderts in Deckung gingen – sofern sie nicht auch erwähnen konnten, wie die Türken den Völkermord-Stempel „energisch abstreiten“ (also Toronto Globe und Mail) – konnten nun plötzlich Bezug dazu nehmen. Israels neu entdecktes historisches Interesse legitimierte das Thema, obwohl fast alle Reportagen es schafften jegliche Erklärung darüber was wirklich 1915 passiert war zu vermeiden.</p>
<p>Und wozu wurde der israelische Meeresüberfall? Er wurde zu einem „verbockten“Überfall. „Verbockt“ ist ein reizendes Wort. Das mittelenglisches Wort „botched“ entstand aus diesem Wort deutschen Ursprungs „bocchen“ und bedeutet „schlecht reparieren“. Und mehr oder weniger behielten wir die Definition bis unsere Lexikon-Berater seine Bedeutung änderten. Schulkinder „verbocken“ ein Exam. Wir können ein Näharbeit „verbocken“ oder den Versuch irgendein Material zu reparieren. Wir können sogar den Versuch verbocken, unseren Chef zu einer Lohnerhöhung zu überreden. Aber nun „verbocken“ wir eine Militäroperation. Sie war kein Disaster. Sie war keine Katastrophe. Sie tötete nur ein paar Türken.</p>
<p>Angesichts der schlechten öffentlichen Meinung haben die Israelis den Überfall nur „verbockt“. Merkwürdigerweise war der letzte Mal als Reporter und Regierungen genau von diesem Wort gebraucht machten, Israels Versuch den Hamas-Anführer Khaled Meshall in den Straßen von Amman umzubringen. In  diesem Fall wurden Israels Berufskiller geschnappt nachdem sie versucht hatten Meshaal zu vergiften. König Hussain zwang dann den israelischen Premierminister (einen gewissen B. Netanjahu) das Gegengift bereitzustellen (und eine Menge Hamas-“Terroristen“ aus dem Gefängnis zu entlassen). Meshaals Leben wurde gerettet.</p>
<p>Aber für Israel und seine gehorsamen westlichen Journalisten wurde es zum einem „verbockten Versuch“ gegen Meshaals Leben. Nicht weil er nicht sterben sollte sondern weil Israel an seiner Ermordung scheiterte. Somit kann man eine Operation „verbocken“ indem man Türken umbringt – oder man kann eine Operation „verbocken“ indem man einen Palästinenser nicht umbringt<br />
Wie durchbrechen wir diese Sprache der Macht. Sie wird uns mit Gewissheit töten. Dies, so vermute ich, ist ein Grund, warum sich Leser von der „Mainstream“-Presse ab und dem Internet zugewandt haben. Nicht weil das Internet frei ist sondern weil die Leser wissen, dass sie belogen und betrogen wurden; sie wissen, dass es sich bei dem, was sie sehen und was sie in den Tageszeitungen lesen um eine Erweiterung dessen handelt, was sie vom Pentagon oder der israelischen Regierung hören. Dass unsere Worte mittels der Sprache gleichbedeutend mit einem von der Regierung genehmigten, vorsichtigen Mittelgrund wurden, welcher mit der selben Gewissheit die Wahrheit verdeckt, wie er uns zu politischen – und militärischen – Verbündeten aller großen westlichen Regierungen macht.</p>
<p>Viele meiner Kollegen aus verschiedenen Zeitungen würden letztendlich ihren Job riskieren, wenn sie andauernd die falsche Realität des Nachrichtenjournalismus, den Nexus der Medien-Regierungsmacht infrage stellen würden. Wie viele Nachrichtenagenturen dachten zur Zeit des Gaza-Disasters darüber nach Aufnahmen der Luftbrücke, die die Blockade Berlins durchbrechen sollte, zu senden? Tat es die BBC?</p>
<p>Den Teufel haben sie getan! Wir bevorzugen „konkurrierende Schilderungen“. Politiker wollten nicht – das habe ich beim Doha-Treffen vom 11. Mai erzählt – dass die Gaza-Schiffsreise ihr Ziel erreicht, „sei ihr Ende erfolgreich, lächerlich oder tragisch“. Wir glauben an den „Friedensprozess“, den „Fahrplan“. Lasst den „Zaun“ um die Palästinenser. Lasst die „Schlüsselfiguren“ es in Ordnung bringen. Und erinnert euch daran worum es eigentlich geht: „Terror, Terror, Terror, Terror, Terror, Terror.“</p>
<p><a href="http://www.independent.co.uk/opinion/commentators/fisk/fighting-talk-the-new-propaganda-2006001.html" target="_blank">Der englische Originalartikel von Robert Fisk erschien am 21. Juni 2010 im The Independent.</a></p>
<p><em>Übersetzung: Fabian Köhler &amp; Fatma Derman (ISM)</em></p>
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		<title>Israel bahnt den Weg für ferngesteuerten Tod</title>
		<link>http://www.ism-germany.net/2010/07/17/israel-ebnet-den-boden-fr-ferngesteuerten-tod</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 17:44:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Unter Belagerung]]></category>
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		<description><![CDATA[Man nennt es “Spot and Shoot”. Das Bedienungspersonal sitzt vor einem TV-Monitor, von wo aus sie die Aktionen mit einem Joystick wie bei einer PlayStation kontrollieren können.  Das Ziel ist: Zu töten. Die Spieler: Junge Frauen der israelischen Armee.
von Jonathan Cook
“Spot and Shoot” &#8211; Anvisieren und Schießen &#8211; wie es vom israelischen Militär genannt wird, mag wie ein Videospiel aussehen, aber die Figuren auf dem Bildschirm sind echte Menschen – Palästinenser aus Gaza, die mit einem Knopfdruck getötet werden können.
Die weiblichen Soldaten, die weit entfernt in einem Steuerungsraum sitzen, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Man nennt es “Spot and Shoot”. Das Bedienungspersonal sitzt vor einem TV-Monitor, von wo aus sie die Aktionen mit einem Joystick wie bei einer PlayStation kontrollieren können.  Das Ziel ist: Zu töten. Die Spieler: Junge Frauen der israelischen Armee.<span id="more-1971"></span></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/remote.jpg"><img class="size-full wp-image-1972 alignleft" title="remote" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/remote.jpg" alt="remote Israel bahnt den Weg für ferngesteuerten Tod  " width="300" height="200" /></a></strong><em>von Jonathan Cook</em></p>
<p>“Spot and Shoot” &#8211; Anvisieren und Schießen &#8211; wie es vom israelischen Militär genannt wird, mag wie ein Videospiel aussehen, aber die Figuren auf dem Bildschirm sind echte Menschen – Palästinenser aus Gaza, die mit einem Knopfdruck getötet werden können.</p>
<p>Die weiblichen Soldaten, die weit entfernt in einem Steuerungsraum sitzen, tragen die Verantwortung für das Anvisieren und Abschießen ferngesteuerter Maschinengewehre, die entlang des elektrischen Zaunes, der Gaza umgibt,  alle paar hundert Meter auf Wachtürmen angebracht sind.</p>
<p>Das System ist eine der neuesten Geräte des „ferngesteuerten Tötens“, entwickelt vom israelischen Waffenunternehmen “Rafael” &#8211; eine ehemalige Waffenforschungsabteilung der israelischen Armee und nun ein separates staatliches Unternehmen.</p>
<p>Laut Giora Katz, Vizepräsident von Rafael, ist die ferngesteuerte Waffe “Spot and Shoot” das Gesicht der Zukunft. Er erwartet, dass in 10 Jahren mindestens ein Drittel der Maschinen,  die die israelische Armee zur Kontrolle von Land, Meer und Luft einsetzt, unbemannt sein wird.</p>
<p>Die Nachfrage für solche Geräte, so gibt die israelische Armee zu, ist dem Rückgang von Rekrutierungen und einer Bevölkerung, die immer weniger bereit ist, Tote im Kampf in Kauf zu nehmen, geschuldet.</p>
<p>Der Leiter der technischen Filiale, Oren Berebbi, erklärte kürzlich in einer US-amerikanischen Zeitung: “Wir versuchen, unbemannte Fahrzeuge auf allen Schlachtfelder einzusetzen …. Wir können immer mehr Missionen unternehmen, ohne einen Soldaten in Gefahr zu bringen.”</p>
<p>Der schnelle technische Fortschritt hat die Vereinten Nationen in Alarmbereitschaft versetzt. Philip Alston, Sonderberichterstatter über außergerichtliches Töten warnte letzten Monat vor der Gefahr, dass plötzlich eine “Mentalität des PlayStation-Tötens” entstehen könnte. Analysten zufolge gilt es jedoch als unwahrscheinlich, dass Israel den Waffen den Rücken zeige, da es der Ausgangspunkt von Waffenentwicklungen gewesen ist und in den besetzten Gebieten Palästina, besonders Gaza, die Laborproben damit gemacht hat.</p>
<p>Ferngesteuerte Waffensysteme haben eine hohe Nachfrage bei repressiven Regimes und aufkeimenden Homeland Security-Branchen rund um den Globus. “Diese Systeme befinden sich noch immer in einem frühen Entwicklungsstadium, aber es gibt einen großen und ansteigenden Markt dafür”, sagt Shlomo Brom, ein pensionierter General und Analyst beim National Institute of Security Studies der Universität Tel Aviv .</p>
<p>Das „Spot and Shoot“System – offiziell Sentry Technology – hat vor allem Aufmerksamkeit hervorgerufen, da es von Soldatinnen zwischen 19 und 20 Jahren bedient wird und es somit das einzige Waffensystem der israelischen Armee ist, welches ausschließlich von Frauen bedient wird.</p>
<p>Aufgrund des Mangels an männlichen Rekruten in Israelis Kampfeinheiten werden Soldatinnen für die Operation dieser ferngesteuerten tödlichen Waffen bevorzugt. Die jungen Frauen können diese Aufgaben durchführen, ohne das soziale Tabu zu brechen, ihr Leben in Gefahr bringen”, sagte Brom.</p>
<p>Die Frauen sollen verdächtige Personen identifizieren, die sich dem Zaun, von dem Gaza umgeben ist, nähern und nach der Autorisierung durch einen Offizier, sie mit ihrem Joystick exekutieren.</p>
<p>Die israelische Armee, welche die Einführung dieser Technologie auch an anderen Konfrontationslinien plant, weigert sich bekannt zu geben, wie viele Palästinenser bisher durch ferngesteuerte Maschinengewehre in Gaza getötet wurden. Laut israelischen Medien soll es sich um mehrere Dutzend handeln.</p>
<p>Das System wurde vor zwei Jahren für die Überwachung eingeführt, aber erst vor kurzem wurde es dem Bedienpersonal ermöglicht damit zu schießen. Die Armee gestand ein, dass sie mittels der Sentry Technology im Dezember zwei Palästinenser, die sich  einige hundert Meter vom Zaun entfernt befanden, tötete.</p>
<p>Die Zeitung Haaretz, der man den seltenen Zugang zum Kontrollraum der Sentry Tech erlaubte, zitierte den 20-jährigen Soldaten Bar Keren, der letzte Woche sagte:  “Es ist sehr verlockend, derjenige zu sein, der es tut. Aber nicht jeder will diesen Job. Es ist nicht so einfach, wie einen Joystick, wie den einer Sony PlayStation aufzunehmen und zu töten, aber letztlich ist es für die Verteidigung.”</p>
<p>Audio-Sensoren in den Türmen bedeuten, dass die Frauen den Schuss hören, der das Ziel tötet. Laut Haaretz ist keine Frau bisher bei der Aufgabe gescheitert, einen – wie die Armee sagt &#8211; „beschuldigten“ Palästinenser zu erschießen.</p>
<p>Die israelische Armee , die innerhalb des Zaunes  ein unmarkierter Niemandsland errichtet hat, das sich 300 Meter in die winzige Enklave ausdehnt, wurde weitgehend dafür kritisiert, das Feuer auf Zivilisten in einem geschlossenen Gebiet zu erhöffnen.</p>
<p>Wie berichtet wird, soll Rafael eine Version der Sentry Tech entwickeln, die Langstreckenraketen abfeuern soll.<br />
Eine weitere Waffe, die zurzeit für die israelische Armee entwickelt wird, ist die Guardium, ein gepanzertes Roboterfahrzeug, das eine Fläche mit bis zu 80 km/h patrouillieren, durch Städte navigieren, Angriffe aus dem Hinterhalt durchführen und Ziele abschießen kann. Zurzeit patrouilliert es an den israelischen Grenzen zu Gaza und dem Libanon.</p>
<p>Seine israelischen Entwickler, G-Nius, haben ihn den ersten „Robotersoldaten“ der Welt genannt.</p>
<p>Israel ist vor allem für seine Rolle bei der Entwicklung von „unbemannten Luftfahrzeugen“ oder Drohnen bekannt,  nachdem diese Bekanntheit erlangten. Ursprünglich für die Spionage gedacht und zum ersten Mal im Südlibanon in den frühen 80ernangewendet, werden sie heute in zunehmenden Maße für außergerichtliche Tötungen  aus hunderten Metern Höhe eingesetzt.</p>
<p><a href="http://thenational.ae/apps/pbcs.dll/article?AID=/20100713/FOREIGN/707129834/1002" target="_blank">Der englische Originalartikel erschien am 13. Juli in der Tageszeitung &#8220;The National&#8221; aus Abu Dhabi.</a></p>
<p><em>Übersetzung: Ingrid Sporn &amp; Fabian Köhler (ISM)</em> / <em>Bild: The National</em></p>
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		<title>Albert Einstein über den drohenden Faschismus im jüdischen Staat (1948)</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 18:44:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
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In einem Brief an die New York Times warnten 1948 namenhafte jüdische Intellektuelle wie Albert Einstein und Hannah Arendt mit deutlichen Worten vor der faschistischen Gefahr im jüdischen Staat und dem zionistischen Terroristen und späteren israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin. 
Brief an den Herausgeber
New York Times
4. Dezember 1948
AN DEN HERAUSGEBER DER NEW YORK TIMES:
Zu den verstörendsten politischen Phänomenen unserer Zeit zählt das Aufkommen der „Freiheitspartei“ (Tnuat Haherut) im neu gegründeten Staat Israel, einer politischen Partei, die in ihrer Organisation, ihren Methoden, ihrer politischen Philosophie und ihrer gesellschaftlichen Anziehungskraft faschistischen und Nazi-Parteien ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/Einstein_oppenheimer.jpg"><img class="size-full wp-image-1948  aligncenter" title="Einstein_oppenheimer" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/Einstein_oppenheimer.jpg" alt="Einstein oppenheimer Albert Einstein über den drohenden Faschismus im jüdischen Staat (1948)" width="400" height="342" /></a></strong></p>
<p><strong>In einem Brief an die New York Times warnten 1948 namenhafte jüdische Intellektuelle wie Albert Einstein und Hannah Arendt mit deutlichen Worten vor der faschistischen Gefahr im jüdischen Staat und dem zionistischen Terroristen und späteren israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin.<span id="more-1947"></span> </strong></p>
<p>Brief an den Herausgeber<br />
New York Times<br />
4. Dezember 1948</p>
<p>AN DEN HERAUSGEBER DER NEW YORK TIMES:</p>
<p>Zu den verstörendsten politischen Phänomenen unserer Zeit zählt das Aufkommen der „Freiheitspartei“ (Tnuat Haherut) im neu gegründeten Staat Israel, einer politischen Partei, die in ihrer Organisation, ihren Methoden, ihrer politischen Philosophie und ihrer gesellschaftlichen Anziehungskraft faschistischen und Nazi-Parteien ähnelt. Sie gründete sich aus den Mitgliedern und Anhängern des einstigen Irgun Zvai Leumi, einer terroristischen, rechten und chauvinistischen Organisation in Palästina.</p>
<p>Mit dem aktuellen Besuch Menachem Begins, dem Führer dieser Partei, in den Vereinigten Staaten wurde offensichtlich kalkuliert den Eindruck einer amerikanischen Unterstützung in den kommenden israelischen Wahlen zu vermitteln und die politischen Bindungen zu den konservativen zionistischen Elementen in den Vereinigten Staaten zu zementieren. Zahlreiche Amerikaner mit nationaler Reputation haben seinen Besuch namentlich willkommen gehießen. Es ist unvorstellbar, dass jene, die überall in der Welt gegen Faschismus opponiert haben, wenn sie korrekt über Mr. Begins politische Laufbahn und Ziele informiert sind, nun der vom ihm repräsentierten Bewegung ihre Namen und Unterstützung zu teil werden lassen.</p>
<p>Bevor durch finanzielle Unterstützungen, öffentlichen Manifestierungen auf Seiten Begins und die Schaffung des Eindruckes in Palästina, dass ein großer Teil Amerikas faschistische Elemente in Israel unterstützt ein nicht wiedergutzumachender Schaden entsteht, muss die amerikanische Öffentlichkeit über die Laufbahn und Ziele von Herrn Begin und seiner Bewegung informiert werden.</p>
<p>Öffentliche Bekundungen von Begins Partei können in keiner Weise als Hinweis auf ihren eigentlichen Charakter dienen. Heute sprechen sie von Freiheit, Demokratie und Antiimperialismus, während sie kürzlich noch öffentlich die Doktrin eines faschistischen Staates predigten. Ihre Handlungen sind es, die den wahren Charakter der terroristischen Party erkennen lassen; ausgehend von ihren vergangenen Handlungen können wir beurteilen, was in der Zukunft zu erwarten sein mag.</p>
<p><strong>Angriff auf ein arabisches Dorf</strong></p>
<p>Ein schockierendes Beispiel war ihr Verhalten im arabischen Dorf Deir Yassin. Dieses abseits der Hauptstraßen gelegene und von jüdischem Land umgebene Dorf hatte nicht am Krieg teilgenommen und hatte sogar arabische Banden, die das Dorf als ihre Basis nutzen wollten, zurückgeschlagen. Am 9. April griffen terroristische Banden das friedliche Dorf, welches im Krieg nicht als militärisches Ziel galt, an, töteten die meisten seiner Einwohner &#8211; 240 Männer, Frauen und Kinder – und ließen ein paar von ihnen am Leben, um sie als Gefangene auf den Straßen Jerusalems vorzuführen. Die Mehrzahl der jüdischen Gemeinschaft war angesichts der Taten entsetzt und die Jewish Agency schickte ein Entschuldigungstelegramm an König Abdullah von Transjordanien. Die Terroristen hingegen empfanden alles andere als Scham sondern Stolz angesichts des Massakers, machten es weithin bekannt und luden alle ausländischen Korrespondenten im Land ein, sich die Leichenberge und die allgemeine Verwüstung Deir Yassins anzusehen. Der Vorfall um Deir Yassin veranschaulicht den Charakter und die Handlungen der Freiheitspartei.</p>
<p>Innerhalb der jüdische Gemeinschaft predigten sie eine Beimengung von Ultranatioanlismus, religiösem Mystizismus und rassischer Überlegenheit. Wie andere faschistische Parteien nutzten sie dies um Streiks zu brechen und übten selbst Druck aus, um unabhängige Gewerkschaften zu zerstören. An ihrer Stelle schlugen sie kooperierende Gewerkschaften nach dem faschistischen Model Italiens vor. Während des letzten Jahres sporadischer anti-britischer Gewalt, eröffneten die IZL und Stern Gruppen [zionistische Terrororganisationen und Vorläufer der heutigen israelischen Armee, Anm. ISM] eine Terrorherrschaft in der jüdische Gemeinschaft Palästinas. Lehrer wurden verprügelt weil sie gegen sie das Wort erhoben, Erwachsene wurde erschossen, weil sie ihren Kindern die Teilnahme verwehrten. Mit Gangstermethoden, Prügelattacken, dem Einwerfen von Fenstern und weit verbreiteten Raubüberfällen, schüchterten die Terroristen die Bevölkerung ein und forderten einen hohen Tribut.</p>
<p>Die Leute der Freiheitspartei hatten keinen Anteil an den Aufbauerfolgen in Palästina.  Sie kultivierten keinerlei Ländereien, bauten keine Ansiedlungen und schmälerten die jüdischen Verteidigungsaktivitäten. Ihre viel publizierten Immigrationsbemühungen waren peinlich genau und hauptsächlich faschistischen Landsmännern gewidmet.</p>
<p><strong>Diskrepanzen</strong></p>
<p>Die Diskrepanzen zwischen den nun von Begin und seiner Partei gemachten kühnen Forderungen und den Belegen ihrer vergangenen Leistungen in Palästina zeugen nicht von der Prägung einer gewöhnlichen politisches Partei. Dies ist der unverkennbare Abdruck einer faschistischen Parteiq, zu deren Mitteln Terrorismus (gegen Juden, Araber und Briten gleichermaßen) und Falschdarstellungen gehören und deren Ziel der „Führerstaat“ ist.</p>
<p>Im Lichte vorangegangener Überlegungen, ist es es geboten, dass die Wahrheit über Herrn Begin und seine Bewegung diesem Land bekannt gemacht wird. Es ist umso tragischer, dass die höchste Führungsriege des amerikanischen Zionismus sich weigert gegen Begins Bemühungen zu agitieren oder auch nur  die Bestandteile, aus denen durch die Unterstützung für Begin eine Gefahr für Israel erwächst, bloßzustellen.</p>
<p>Die Unterzeichner wählen deshalb das Mittel der öffentlichen Präsenation einiger hervorstechender Fakten bzgl. Begin und seiner Partei; und der Mahnung an alle Interessierten, diese neueste Manifestation des Faschismus nicht zu unterstützen.</p>
<p>ISIDORE ABRAMOWITZ, HANNAH ARENDT, ABRAHAM BRICK, RABBI JESSURUN CARDOZO, ALBERT EINSTEIN,HERMAN EISEN, M.D.,HAYIM FINEMAN,M. GALLEN, M.D.,H.H. HARRIS, ZELIG S. HARRIS,<br />
SIDNEY HOOK,FRED KARUSH,BRURIA KAUFMAN,IRMA L. LINDHEIM, NACHMAN MAISEL, SEYMOUR MELMAN, MYER D. MENDELSON, HARRY M. OSLINSKY,SAMUEL PITLICK,FRITZ ROHRLICH,LOUIS P.ROCKER,RUTH SAGIS,ITZHAK SANKOWSKY, I.J. SHOENBERG,SAMUEL SHUMAN,M. SINGER,IRMA WOLFE, STEFAN WOLF.</p>
<p>New York, 2. Dezember 1948</p>
<p><em>Übersetzung: Fabian Köhler  (ISM)</em></p>
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		<title>Der Kapitän der Mavi Marmara meldet sich zu Wort</title>
		<link>http://www.ism-germany.net/2010/06/26/der-kapitn-der-mavi-marmara-meldet-sich-zu-wort</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 16:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen & Hintergründe]]></category>
		<category><![CDATA[Freedom Flotille]]></category>
		<category><![CDATA[Mavi Marama]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kapitän des Schiffes Mavi Marmara, Mahmut Tural, der den israelischen Angriffen ausgestzt war, meldet sich nun in einem Interview mit der türkischen humanitären Organisation IHH zu Wort.
Tural sagte, dass Israel sie nicht gewarnt hätte, bevor sie angegriffen wurden. Er berichtete, während der ganzen Fahrt nicht auf Hoheitsgewässer Israels gewesen zu sein. &#8220;Nur Israel zwang uns, auf ihre Hoheitsgewässer zu fahren, um uns als schuldig vorzuführen. Ich habe das nicht zugelassen, indem ich die Route änderte.&#8221;
Weiter bemerkte er, dass es viele Wege gegeben hätte, die Schiffe an den Hafen der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Kapitän des Schiffes Mavi Marmara, Mahmut Tural, der den israelischen Angriffen ausgestzt war, meldet sich nun in einem Interview mit der türkischen humanitären Organisation IHH zu Wort.</strong><span id="more-1828"></span></p>
<p>Tural sagte, dass Israel sie nicht gewarnt hätte, bevor sie angegriffen wurden. Er berichtete, während der ganzen Fahrt nicht auf Hoheitsgewässer Israels gewesen zu sein. &#8220;Nur Israel zwang uns, auf ihre Hoheitsgewässer zu fahren, um uns als schuldig vorzuführen. Ich habe das nicht zugelassen, indem ich die Route änderte.&#8221;</p>
<p>Weiter bemerkte er, dass es viele Wege gegeben hätte, die Schiffe an den Hafen der Ashdod zu bringen. Doch Israel hätte die letzte Lösung gewählt und als Ergebnis seien viele Menschen gestorben.</p>
<p><strong>Hatten Sie so einen Angriff erwartet?</strong></p>
<p>Als wir uns auf den Weg machten, hatten wir mit allem gerechnet. Aber nicht, dass Israel auf internationalen Gewässern und auf die Weise angreifen würde. Die Intervention begann um 04.30 Uhr und um uns herum waren bewaffnete Soldaten. Auch auf das obere Deck des Schiffes wurden Soldaten von Hubschraubern heruntergelassen. Bevor sie auf das Schiff herunterkamen, warfen sie mit Gasgranaten und begannen zu schießen. Der blutige Angriff auf das Oberdeck, auf dem sich nur unbewaffnete Zivilisten befanden, und das Feuer der Hubschrauber hat sehr viel Menschenleben gekostet. So wie jeder Mensch auf einen Angriff reagieren würde, haben auch die Passagiere auf dem Schiff lediglich versucht, sich zu verteidigen.</p>
<p><strong>Gab es auf dem Schiff Widerstand?</strong></p>
<p>Die Behauptungen,  das Feuer sei aufgrund des Widerstand eröffnet wurden, ist falsch. Schon beim ersten Herunterlassen der Soldaten kamen Berichte über etliche Verletzte. Es gelang, den ersten drei israelischen Soldaten ihre Waffen zu entwenden. Und trotzdem wurden diese Waffen nicht benutzt sondern ins Meer geworfen.<br />
Außerdem konnte selbst die israelische Regierung nicht behaupten, dass einer ihrer Soldaten mit Waffen verletzt worden waren.</p>
<p><strong>Hätte Israel nicht andere Wege nutzen können, um die Mavi Marmara an den Hafen der Ashdod zu bringen?</strong></p>
<p>Wenn man ein ziviles Schiff anhalten möchte, hat man viele Möglichkeiten dazu. Aber von oben aus das Feuer zu eröffnen, ist nicht damit zu erklären, man hätte das Schiff nur anhalten wollen. Hier liegt eine andere Absicht vor.<br />
Wie haben die Soldaten euch behandelt, als man euch festgenommen hat?</p>
<p>Als die Soldaten auf der Kommandobrücke waren, haben sie jedes Personal zu Boden geworfen und gefesselt.  Als Schiffskapitän habe ich mich geweigert und nach einer kurzen Diskussion haben sich mich sitzen lassen. Sie haben mich nicht gefesselt aber gefordert, dass die Maschinen gestoppt werden.</p>
<p>Bevor sie das Außendeck unter voller Kontrolle hatten, sind sie nicht in das Schiff hineingegangen. Wir hatten Funkkontakt nach unten. Sie baten dringend um medizinische Hilfe. Ich habe den Kommandanten das mehrmals ausgerichtet. Sie schalteten die Maschinen wieder ein und wiederholten, solange wir die Route nicht um 130 Grad, also in Richtung Ashdod  änderten, käme medizinische Hilfe nicht in Frage. Wir hatten auf unserem Schiff jegliches medizinische Hilfsmittel. Doch man hinderte uns daran sie benutzen und unere Ärzte daran, die Verletzten zu behandeln.</p>
<p><strong>Was haben Sie als Kapitän nach diesem Vorgang unternommen?</strong></p>
<p>Durch den Angriff und durch Untersuchungen waren ein paar Maschinen beschädigt. Da wir auf internationalen Gewässern waren, verließen wir uns auf Hilfe und gingen sehr langsam an die Reparatur der Maschinen heran.<br />
Während die Reparaturen liefen, wollte ich die Verletzten sehen. Man erlaubte es mir zwar, aber forderte dann von mir mit der Ausrede für eine Untersuchung, den Oberteil meiner Uniforms auszuziehen. Als ich das tat, gingen sie mit Waffen auf mich zu, fesselten mich und brachten mich zu den Passagieren. In dem Augenblick wurden die Passagiere ebenfalls gefesselt und auf Knien gezwungen zu warten. Das haben sie stundenlang so weitergeführt, um uns psychologischen Druck auszusetzen.</p>
<p><strong>Was haben Sie während Ihrer Festnahme in Israel erlebt?</strong></p>
<p>Am Abend um 20.30 Uhr kamen wir an den Hafen Ashdod an. Wir gingen an den Händen gefesselt vom Schiff. Es fand als erstes eine generelle Untersuchung statt und dann wurde ich zum Verhör in einem gesonderten Bereich gebracht. Da ich einer der ersten war, die vom Schiff gingen, weiß ich nicht, was die anderen Passagiere erlebt haben. Bevor ich jedoch zur Bewachung gebracht wurde, musste ich 4-5 Stunden in einem Wagen warten. Bis ich zur Rückkehr am Flughafen war, hat man mich, außer mit den Israelis, die mich befragten haben, mit niemanden Kontakt aufnehmen lassen. Dabei weiß ich nicht einmal, warum ich verhört wurde.<br />
Sie suchten nach einem Schuldigen, wollten besonders Namen hören. Im Verhörraum habe ich keine Kameras gesehen. Man soll aber versteckte benutzt haben.</p>
<p><strong>Sie wollten von Ihnen Namen?</strong></p>
<p>Sie suchten eher Schuldige von der IHH und fragten regelmäßig, wer das alles organisiert hätte. Als ich ihnen sagte, dass die IHH keine Geheim- sondern eine Hilfsorganisation sei und sie auf ihrer Internetseite mehr Informationen darüber bekommen würden als ich wüsste, änderten sich die Fragen.</p>
<p><strong>Israel hat die Aufnahme Ihres Verhöres verbreitet. Welchen Zweck kann dies haben?</strong></p>
<p>Die Aufnahmen, die Israel in den TV&#8217;s gezeigt hat, waren die des letzten Verhörs. Dort hatte man mir vielmals dieselben Fragen gestellt. Aber daduch, dass man in den TV&#8217;s nur ausgewählte Antworten von mir zeigte, aber nicht das Ende des Verhörs, entstand ein verzerrtes Bild. Hätten sie die ganze Aufnahme gezeigt, würde man die Wahrheit erfahren. So haben sie versucht, die Menschen in die Irre zu führen.</p>
<p>Wie oft man auch versucht, Ausreden für diese Aktion zu finden; es gibt keinen Grund diese zurechtfertigen.</p>
<p><a href="http://www.ihh.org.tr/mavi-marmara-nin-kaptani-konustu/" target="_blank">Zur Website der IHH&#8230;</a></p>
<p><em>Übersetzung: Fatma Derman (ISM)</em></p>
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		<item>
		<title>Hoffnung und Angst am Rafah-Grenzübergang</title>
		<link>http://www.ism-germany.net/2010/06/23/hoffnung-und-angst-rafahgrenzbergang</link>
		<comments>http://www.ism-germany.net/2010/06/23/hoffnung-und-angst-rafahgrenzbergang#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 21:59:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen & Hintergründe]]></category>
		<category><![CDATA[Unter Belagerung]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Blockade]]></category>
		<category><![CDATA[Electronic Intifada]]></category>
		<category><![CDATA[Freedom Flotille]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
		<category><![CDATA[Rafah]]></category>
		<category><![CDATA[Tunnel]]></category>

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		<description><![CDATA[Jamila Hammouda, Mutter von fünf Kindern, hofft, dass sie mit ihrer Familie in Kairo, Ägypten wiedervereint sein wird. Aufgrund der Schließung und Reisebeschränkungen liegt ihr letzer Besuch 15 Jahre zurück. Hammouda, ihr Mann und ihre Kinder warten gerade auf der gazaischen Seite des Rafah Grenzübergangs zu Ägypten, wo Palästinenser  aus Gaza Schlange stehen nachdem ägyptische Behörden den Übergang „auf unbestimmte Zeit“ öffneten. Ägyptens Schritt folgte auf Israels tödlichen Angriff auf die Gaza Freedom Flotille, welche zum Ziel hatte die Aufmerksamkeit der Welt auf die 36 Monate andauernde Besetzung des ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jamila Hammouda, Mutter von fünf Kindern, hofft, dass sie mit ihrer Familie in Kairo, Ägypten wiedervereint sein wird. Aufgrund der Schließung und Reisebeschränkungen liegt ihr letzer Besuch 15 Jahre zurück. Hammouda, ihr Mann und ihre Kinder warten gerade auf der gazaischen Seite des Rafah Grenzübergangs zu Ägypten, wo Palästinenser  aus Gaza Schlange stehen nachdem ägyptische Behörden den Übergang „auf unbestimmte Zeit“ öffneten.<span id="more-1811"></span></strong><strong> Ägyptens Schritt folgte auf Israels tödlichen Angriff auf die Gaza Freedom Flotille, welche zum Ziel hatte die Aufmerksamkeit der Welt auf die 36 Monate andauernde Besetzung des Gazastreifens zu lenken und selbige zu brechen. </strong></p>
<p><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/gaza-hammouda.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1812" title="gaza-hammouda" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/gaza-hammouda.jpg" alt="gaza hammouda Hoffnung und Angst am Rafah Grenzübergang" width="483" height="334" /></a><br />
</strong></p>
<p><em>von Rami Almeghari </em></p>
<p>Ein Pulk anderer Reisender aus Gaza, die sich an den Grenztoren sammeln, schließt sich Hammoudas Familie an. In der Hoffnung, dass sie letztendlich mit dem Bus auf die ägyptische Seite des Terminals fahren können, warten sie darauf, dass ihre Namen von den Hamasbehörden genannt werden, während sie am Übergang stehen.</p>
<p>„Das erste Mal überhaupt habe ich die Hoffnung meine liebe Familie in Ägypten zu sehen. Die ganzen letzten Jahre habe ich die für die Ausreise aus Gaza nötigen Prozeduren mitgemacht, aber alle meine Versuche scheiterten. Jedes Mal wurde mir gesagt ich hätte nicht die erforderliche Reiseerlaubnis.“, sagte Hammouda, während Tränen ihr Gesicht hinunterrinnen.</p>
<p>Umgeben von ihrer Familie und deren Gepäck in einem kleinen Ruhebereich an der Grenze, äußert Hammouda gemischte Gefühle. „Wer hat gesagt, dass ich reisen würde? Es ist möglich, dass ich reise oder auch nicht. Ich habe gehört, dass sehr viele Reisende von den ägyptischen Behörden zurückgeschickt wurden. Seit nun fast 15 Jahren habe ich nicht die Freiheit meine Familie zu besuchen. In der Vergangenheit hörten wir von Reisenden, denen die Durchfahrt aus humanitären Gründen erlaubt wurde. Bin ich kein humanitärer Fall?“</p>
<p>Hammoudas Fall ähnelt denen Tausender anderer Palästinenser aus Gaza in den letzten drei Jahren. Wie Israel riegelte auch Ägypten den Grenzübergang zu Gaza vor drei Jahren ab und hinderte damit die 1,5 Millionen Einwohner dieses Gebietes, für die der Übergang der einzige Ausweg in die Außenwelt geworden war, daran sich frei zu bewegen.</p>
<p>Ebenfalls im Ruhebereich in Rafah geht Hassan Bayouk ängstlich auf und ab, während er darauf wartet, dass sein Name von den Grenzbehörden genannt wird. Er ist ein 45jähriger Mann mit Nierenproblemen, der eine Reiseerlaubnis nach Ägypten für eine medizinische Behandlung braucht.</p>
<p>„Ich habe ein paar Nierenprobleme, aber ich weiß, dass es mir angesichts der [vorherigen] Schließung des Übergangs nicht möglich gewesen wäre selbst für die Behandlung nach Kairo zu gehen. Jetzt, da der Übergang geöffnet ist, hoffe ich, dass ich meinen Weg aus dem besetzten Gaza finden kann.“, sagt Bayouk.</p>
<p>Ehab, ein junger Mann in den 20ern, trägt eine kleine Handtasche und wartet darauf die Grenze für ein „on-the-job Training“ außerhalb Gaza zu überqueren. Er möchte seinen vollen Namen nicht nennen, weil er Angst hatte seine Reisechancen aufs Spiel zu setzen.</p>
<p>„Tut mir leid, ich kann meinen Namen nicht sagen, aber ich kann sagen, dass ich froh bin, Gaza zu verlassen. Zumindest bin ich erleichtert die schwierigen Umstände hier zu verlassen, wo Israel seit mehr als drei Jahren alles vollständig abgeriegelt hat..“, sagte er knapp.</p>
<p>Einem Leben ausgesetzt in dem wenig garantiert ist, fühlen die auf die Reise Wartenden eine Mischung aus Hoffnung und Beklommenheit. Ihre Möglichkeiten zu reisen sind abhängig von der Laune der ägyptischen Behörden, da Palästinenser in besetzten Gazastreifen, wie auch ihre Brüder im Westjordanland, außerhalb des winzigen Territoriums keine Reisefreiheit genießen.</p>
<p>Den Hamasbehörden auf der gazaischen Seite der Grenze zufolge, wird die Überquerung der Grenze nur 500 bis 600 Reisenden pro Tag gewährt. Außerdem erklären sie, dass die Regelungen, die vor der Grenzöffnung durch Ägypten letzte Woche existierten, noch immer gelten. Diese besagen, dass die Überquerung des Übergangs nur Studenten, medizinischen Patienten und Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis in benachbarten arabischen Ländern erlaubt ist.</p>
<p>Ghazi Hammad, die höchste Autorität auf der palästinensischen Seite des Übergangs, erklärte der The Electronic Intifada in seinem Büro am Rafah Grenzübergang: „Wir haben weder weitere Details noch Erklärungen über diese Öffnung. Vielleicht bleibt die Grenze offen, vielleicht wird sie  plötzlich geschlossen. Wir hoffen, dass der Übergang für immer offen bleibt und waren in Kontakt mit den ägyptischen Behörden. Leider können Gazaner mit palästinensischen Pässen den Übergang nicht passieren und das macht uns Sorgen. Wir hoffen, dass sich schlussendlich alle Gazaner frei bewegen können, so wie sie es taten bevor die Blockade errichtet wurde.“</p>
<p>Hammad fügte hinzu: „Falls die Grenze täglich geöffnet wird, dann hoffen wir zuallererst, dass alle Menschen sich ohne Hindernisse frei bewegen können. Und als zweites wünschen wir, dass die Koordination zwischen uns und den Ägyptern glatter läuft. Wir haben vorher unter so manchen Restriktionen durch die ägyptischen Behörden gelitten, als diese mitunter Mitglieder politischer Parteien und sogar Patienten vom Reisen abhielten.“</p>
<p>Auf die Frage ob der ägyptische Schritt die Hamas Regierung in Gaza unter Druck setzen soll, Hunderte von Untergrundtunneln auf der gazaischen Seite der Grenze zu schließen, erwiderte Hammad, dass die Tunnel die letzte Rettung seien.</p>
<p>&#8220;„Wenn der Rafah Übergang für Waren und Personen offen ist, brauchen wir keine Tunnel, weil die Tunnel in katastrophalem Zustand sind. Wir verkünden mit Nachdruck, dass wir über der Erde arbeiten wollen, nicht unterirdisch.“</p>
<p>Seit 2007 hatte Ägypten die Grenze gelegentlich für kurze Zeit geöffnet. Im Januar 2008, als Hamas Truppen den Grenzwall bei Rafah zerstörten, stürmten Hunderttausende Palästinenser aus Gaza ins  benachbarte Ägypten, um sich mit lebenswichtigen Vorräten, inklusive Öl und Gas zum Kochen,<br />
einzudecken. Diese waren durch die israelische Blockade rar geworden.</p>
<p>Trotz der Aussage des ägyptischen Außenministeriums es werde die Grenze auf unbestimmte Zeit öffnen, arbeitete Ägypten mit Israel in der Besetzung des Gazastreifens zusammen. Der Grenzschluss wurde beschlossen, nachdem die demokratisch gewählte Hamas Partei im Juni 2007 das Gebiet inmitten der internen Kämpfe mit der rivalisierenden Fatah, der Partei des Präsidenten der Autonomiebehörde Mahmoud Abbas, übernommen hatte. Abbas´Amtszeit endete im Januar 2009; er blieb allerdings an der Macht, indem er sich auf kontroverse Art und Weise auf den Notstand berief. Unter dem Druck der USA und Israel und mit ägyptischer Unterstützung blockierte er wiederholt Versuche ein nationales Einheitsabkommen mit der Hamas abzuschließen.</p>
<p>Vor der Grenzöffnung bestand Ägypten darauf, dass die Hamas die Bedingungen eines 2005 durch die USA vermittelten Abkommens einhalten sollte, durch das die palästinensische Autonomiebehörde wieder an die Macht käme, ehe es den Rafah Grenzübergang vollständig öffnen würde. Von 2005 bis 2007 beobachteten palästinensische Präsidentengarden und eine Gruppe europäischer Beobachter Verkehr am Grenzübergang. Großbritannien und Frankreich wollen diese Beobachter jetzt zurückholen, aber ohne ein Einheitsabkommen zwischen Fatah und Hamas könnte das schwierig werden. Die Fatah und die palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah verlangen in jeglichem Einheitsabkommen die Wiederherstellung des vorherigen status quo. Die Hamas, für ihren Teil, fordert als Bestandteil eines umfassenden nationalen Einheitsabkommen die gemeinsame Grenzkontrolle mit der Fatah.</p>
<p>„Wir wollen einen Kompromiss zwischen uns und unseren Brüdern in der Fatah, um uns die Verwaltung des Rafah Grenzübergangs zu teilen. Als erstes müssen wir die [politische] Spaltung beenden, die nationale Einheit wiederherstellen und Versöhnung erlangen, dann wird uns die Welt respektieren. Wir müssen hart arbeiten, um die Versöhnung wiederherzustellen.“, erklärte Hammad.</p>
<p>Nach drei Jahren der Besetzung steht mit der Öffnung des Rafah Grenzübergangs für den Durchschnittspalästinenser aus Gaza ein großer Coup auf dem Spiel. Während die diplomatischen Bemühungen die Blockade zu beenden oder zu lockern hinter geschlossenen Türen weitergehen, warten Reisende wie Jamila Hammouda in Unsicherheit in der heißen, staubigen Luft des Rafah Grenzübergangs. „Ich kann nicht endgültig sagen, dass ich reise. Ich muss warten bis ich auf der ägyptischen Seite der Grenze bin.“, sagte sie.</p>
<p><em>Rami Almeghari ist ein Journalist und Universitätsdozent, niedergelassen im Gazastreifen</em></p>
<p><em><a href="http://electronicintifada.net/v2/article11334.shtml?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+electronicIntifada+%28Electronic+Intifada%29" target="_blank">Der englische Originalartikel</a> erschien am 11. Juni 2010 in The Electronic Intifada.<br />
</em></p>
<p><em>Übersetzung: Carolin Volkmann für ISM</em></p>
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		<title>In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 11:28:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen & Hintergründe]]></category>
		<category><![CDATA[Challenger I]]></category>
		<category><![CDATA[Free Mediterranean]]></category>
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		<category><![CDATA[Henning Mankell]]></category>
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		<description><![CDATA[Für drei Tage wurden sie gefangen genommen und waren nicht im Stande in ihrem Namen zu sprechen, denn Israel präsentiere das Massaker gegen zivile Passagiere auf der Mavi Marmara als Selbstverteidigung gegen &#8220;Lynchakte&#8221;. Jetzt, wo alle Passagiere in ihre Heimat zurückgekehrt sind, hört die Weltgemeinschaft eine andere Geschichte. Und das nicht nur bezüglich des Überfalles, sondern auch über die Behandlung während ihrer Haft.
An Bord der Mavi Marmara
Iara Lee
Brasillianische Filmemacherin (ansässig in San Francisco)
&#8220;(Der Angriff) war eine Überraschung, weil es mitten in der Nacht passierte, in der Dunkelheit, in internationalen Gewässern. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für drei Tage wurden sie gefangen genommen und waren nicht im Stande in ihrem Namen zu sprechen, denn Israel präsentiere das Massaker gegen zivile Passagiere auf der Mavi Marmara als Selbstverteidigung gegen &#8220;Lynchakte&#8221;. Jetzt, wo alle Passagiere in ihre Heimat zurückgekehrt sind, hört die Weltgemeinschaft eine andere Geschichte. <span id="more-1768"></span></strong><strong>Und das nicht nur bezüglich des Überfalles, sondern auch über die Behandlung während ihrer Haft.</strong></p>
<h3>An Bord der Mavi Marmara</h3>
<p><strong>Iara Lee</strong><br />
<em>Brasillianische Filmemacherin (ansässig in San Francisco)</em></p>
<p>&#8220;<strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_iara_lee.jpg"><img class="alignleft size-full  wp-image-1784" title="freegaza_iara_lee" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_iara_lee.jpg" alt="freegaza iara lee In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="132" /></a></strong>(Der Angriff) war eine Überraschung, weil es mitten in der Nacht passierte, in der Dunkelheit, in internationalen Gewässern. Wir wussten, dass es eine Konfrontation geben würde, aber nicht in internationalen Gewässern. Ihre erste Taktik bestand darin in unsere Satellitenkommunikation einzugreifen und dann erst griffen sie uns an. Alles was ich aus erster Hand bezeugen kann, ist die Schießerei. Sie kamen an Bord und fingen an auf die Menschen zu schießen. &#8221;<br />
&#8220;Wir haben erwartet, dass sie Menschen in die Beine schießen oder in die Luft, nur um Leute zu erschrecken, aber sie schossen manchen Passagieren in die Köpfe. Viele Menschen wurden ermordet &#8211; es war unfassbar.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_norman_paech.jpg"><img class="alignleft size-full  wp-image-1791" title="freegaza_norman_paech" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_norman_paech.jpg" alt="freegaza norman paech In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="121" /></a><strong>Norman Paech</strong><br />
<em>Ehemaliger deutscher Parlamentarier und Professor</em></p>
<p>&#8220;Wir hatten in keiner Weise vor zu kämpfen. Wir haben nicht einmal daran gedacht, weil wir wussten, dass wir absolut keine Chance gegen die Soldaten haben.&#8221;<br />
&#8220;Die israelische Regierung rechtfertigt ihren Überfall mit dem Argument, sie wären angegriffen worden. Das ist absolut nicht der Fall. &#8221;</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_inge_hoeger.jpg"><img class="alignleft size-full  wp-image-1785" title="freegaza_inge_hoeger" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_inge_hoeger.jpg" alt="freegaza inge hoeger In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="89" /></a><strong>Inge Hoeger</strong><br />
<em>Deutsche Parlamentarierin</em></p>
<p>&#8220;Wir fühlten uns wie in einem Krieg, als ob wir entführt worden wären.&#8221; &#8220;Niemand hatte eine Waffe.&#8221;</p>
<p><strong>Annette Groth</strong><br />
<em>Deutsche Parlamentarierin</em></p>
<p><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_annette_groth.jpg"><img class="alignleft size-full  wp-image-1777" title="freegaza_annette_groth" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_annette_groth.jpg" alt="freegaza annette groth In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="92" /></a></strong>&#8220;Die israelische Behauptung, ihre Kommandos hätten in Notwehr gehandelt, ist lächerlich&#8221;<br />
&#8220;Es war wie ein Krieg&#8221;, &#8220;Sie hatten Gewehre, Taser-Waffen, Tränengase und anderen Waffen, verglichen zu unseren ein bis zwei Holzstäbchen. Die Rede über eine Selbstverteidigung ist lächerlich.&#8221;<br />
Der Skandal ist, dass wir die israelische Soldaten nur mit Worten bekämpft haben. Sie beschlagnahmten alle Kameras, Computer und Mobiltelefone der Aktivisten.&#8221;</p>
<p><strong>Sarah Colborne</strong><br />
Vereinigtes Königreich</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Sarah_Colborne.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1792" title="freegaza_Sarah_Colborne" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Sarah_Colborne.jpg" alt="freegaza Sarah Colborne In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="112" /></a>&#8220;Die israelische Truppen fesselten die Mitglieder des Sanitäter-Teams, welche geschickt worden waren, um die Verwundeten zu versorgen. Ich hatte Angst&#8230; Wenn du was gesagt hast, haben sie eine Waffe auf dich gerichtet.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wir schrieben ein Schild auf Hebräisch, &#8216;SOS! Brauchen medizinische Versorgung. Menschen sterben. Dringend.&#8221; Hanin Zoabi, ein Mitglied der israelischen Knesset, brachte das Schild nach vorne &#8211; am hinteren Teil des Bootes, wo die Soldaten ihre Waffen auf sie richteten. Sie befahlen ihr zurück zu gehen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_haneen_zuaby.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1781" title="freegaza_haneen_zuaby" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_haneen_zuaby.jpg" alt="freegaza haneen zuaby In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="128" /></a><strong>Haneen Zuaby</strong><br />
<em>Ministerin, Knesset</em></p>
<p>&#8220;Die israelische Marine schoss auf die Schiffe fünf Minuten bevor die Kommandos vom Hubschrauber runterkamen.&#8221;<br />
Die israelisch-arabischen Abgeordnete sagten, dass die israelische Armee sie ignoriert hätte, als sie sagte, dass sie zwei schwer verletzten Menschen helfen sollten, die aber später verblutet sind.</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Matthias_Gardel.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1789" title="freegaza_Matthias_Gardel" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Matthias_Gardel.jpg" alt="freegaza Matthias Gardel In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="132" /></a><strong>Matthias Gardel</strong><br />
<em>Schwedischer Akademiker</em></p>
<p>&#8220;Die Leute durften nicht zur Toilette gehen &#8211; sie wurden dazu gezwungen ihre Kleidungen zu beschmutzen.&#8221;<br />
Gardel war besonders entsetzt, denn er wurde Zeuge, wie die israelischen Truppen einen schwer verwundeten Ende 50-jährigen Mann gezwungen haben, auf dem offenen Deck zu bleiben. &#8220;Plötzlich explodierte ihm das rechte Auge zu einem Schwall von Blut &#8211; und einen Klecks fiel aus seinem Auge heraus.&#8221;</p>
<h3>An Bord der Free Mediterranean</h3>
<p><strong>Michalis Grigoropoulos</strong><br />
<em>Mannschaftsmitglied</em></p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_michalie_Grigoropoulos.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1790" title="freegaza_michalie_Grigoropoulos" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_michalie_Grigoropoulos.jpg" alt="freegaza michalie Grigoropoulos In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="59" /></a>&#8220;Die Kommandos benutzten bereits Tränengas und schossen mit scharfer Munition, als sie auf das Deck kamen.&#8221; &#8220;Wir konnten überhaupt nicht widerstehen, auch wenn wir es gewollt hätten.&#8221; &#8220;Sie benutzten dann Elektroschockwaffen an einigen Aktivisten&#8221;<br />
Während der Haft in Israel &#8220;wurden zwei griechische Aktivisten verprügelt.&#8221;</p>
<p><strong>Jamal El-Shayyal</strong><br />
<em>Journalist von Al Jazeera</em></p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Jamal_Elshayyal.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1786" title="freegaza_Jamal_Elshayyal" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Jamal_Elshayyal.jpg" alt="freegaza Jamal Elshayyal In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="126" /></a>&#8220;als der Angriff begann, war ich auf dem oberen Deck und innerhalb nur weniger Minuten, wurde über dem Schiff mit scharfer Munition geschossen, von oben wo die Hubschrauber waren.&#8221;</p>
<p>&#8220;Die ersten Schüsse, die abgefeuert wurden, waren eine Art Schallgranaten. Es gab Tränengas, das genauso wie mit Gummi ummantelte Stahlgeschosse abgefeuert wurde. Sie wurden vorsätzlich abgeschosse und die scharfe Munition kam kaum fünf Minuten nachdem die ersten Schüsse abgefeuert wurden.&#8221;</p>
<p>&#8220;Es gab auf jeden Fall Schüsse aus der Luft, denn einer der Menschen der getötet wurde, wurde eindeutig von oben erschossen. Er war&#8230; die Kugel traf ihn an der Oberseite seines Kopfes. Es kamen auch Schüsse vom Meer. Die meisten Schüsse vom Meer, waren Tränengasgranaten und Schallgranaten. Aber dann wurden sie zu scharfen Schüssen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Es gibt keinen Zweigel an dem was ich gesehen habe, dass scharfe Munition abgefeuert wurde, bevor auch nur ein israelischer Soldat an Deck war.&#8221;</p>
<p>(Vom Oberdeck) &#8220;konntest du fast sehen, wie die Soldaten ihre Waffen durch eine Art Loch oder Zwischenraum am Boden des Hubschraubers steckten. Sie schossen fast willkürlich ohne auch nur nachzusehen, wohin sie schießen, und die Munition war auf jeden Fall scharfe.&#8221;</p>
<p>&#8220;Es gab da ein Knessetmitglied, die auf die israelischen Soldaten zuging und sagte, dass wir Verwundete haben, sie sagte sie haben Verwundete, bitte kommt und nehmt sie mit. Aber die Israelis lehnten ab. Drei Stunden später waren alle drei Menschen, die verwundet waren, tot, denn niemand kam, um sie zu holen.&#8221;<br />
“There was a Knesset member who approached the Israeli soldiers saying we have injured, she was saying they have injured people, please come and take them. Yet the Israelis refused. Three hours later all three of</p>
<h3>An Bord der Challenger I</h3>
<p><strong>Huwaida Arraf</strong><br />
<em>Amerikanerin, Free Gaza-Vorsitzende</em></p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Huwaida_Arraf.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1783" title="freegaza_Huwaida_Arraf" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Huwaida_Arraf.jpg" alt="freegaza Huwaida Arraf In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="143" /></a>&#8220;Sie fingen an, Leute zu schlagen. Mein Kopf schlug gegen den Boden und sie traten mir auf den Kopf. Sie haben mich später gefesselt und zogen mir eine Tüte über den Kopf. Das haben sie bei jedem getan.&#8221;<br />
Während der Haft: &#8220;Ich bat sie, mir zumindest meine persönlichen Sachen zurückzugeben, aber sie weigerten sich und zwangen mich in einen Polizeiwagen, indem Sie an meinen Haaren zogen und meine Hände und Füße schlugen, damit sie mich in den Wagen bekommen. Sie fuhren mich aus dem Hafen, hielten mit dem Wagen an manchen Orten an -ich bin mir nicht sicher wo, denn ich war etwas desorientiert, nachdem sie mir ins Gesicht und gegen den Kiefer geschlagen haben. Dann öffneten sie die Tür und warfen mich aus dem Wagen raus.&#8221; &#8220;Ich glaube, ich muss dann ohnmächtig geworden sein, denn das nächste, was ich dann wusste, war, wie ein Sanitäter mich in einen Krankenwagen trug. Ich wurde ins Krankenhaus gebracht, untersucht und innerhalb weniger Stunden freigelassen. &#8221;</p>
<p><strong>Alex Harrison</strong><br />
<em>Aktivistin aus dem Vereinigten Königreich</em></p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Alex_harrison.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1776" title="freegaza_Alex_harrison" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Alex_harrison.jpg" alt="freegaza Alex harrison In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="67" /></a>&#8220;Wir sahen, wie der Hubschrauber nach unten kam und wir hörten die Anfänge, wie begonnen wurde mit scharfer Munition zu schießen. Mir war erst nicht völlig klar, dass sie scharf schießen &#8230; aber dann begann es mir zu dämmern.&#8221;</p>
<p>&#8220;Zwei Frauen wurden Säcke über den Kopf gestülpt und ihre Augen verbunden.&#8221; Sie sagt, die Israelis setzten Gummigeschosse, Schallgranaten und Taser gegen sie ein. &#8220;Wir standen da und versuchten den bewaffneten, vermumten Männern den Weg zu versperren und verteidigten uns auf keine andere Weise aber sie benutzen immer noch Gewalt.&#8221;</p>
<p><strong>Fiachra O Luain</strong><br />
<em>Ulster (Irland)</em></p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Fiachra_Luain.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1779" title="freegaza_Fiachra_Luain" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Fiachra_Luain.jpg" alt="freegaza Fiachra Luain In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="133" /></a>Er wurde während seiner Haft &#8216;brutalisiert&#8217; während der Haft im Ben-Gurion-Flughafen. Er hatte überall blaue Flecken rund um seinen Körper.<br />
&#8220;Einer von ihnen hielt mich fest, etwa 15 oder 20 sprangen auf mich, traten und schlugen mich, sobald ich auf dem Boden lag&#8221;. &#8220;Sie hielten meine Arme in Stress-Position, versuchten, meine Finger zu brechen.&#8221; Er sagte, er fürchtete um sein Leben während seiner Zeit in Haft und ab einem bestimmten Zeitpunkt forderte er auf, einen Rabbi zu sehen. &#8220;Ich fragte nach einem Rabbi, und sie sagten mir, ich würde nur einen zu sehen bekommen, nachdem sie mich getötet haben.&#8221;</p>
<p><strong>Dr. Fintan Lane</strong><br />
<em>Irland</em></p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Fintan_Lane.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1780" title="freegaza_Fintan_Lane" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Fintan_Lane.jpg" alt="freegaza Fintan Lane In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="113" /></a>&#8220;Als sie auf unser Boot kamen, leisteten wir ausschließlich friedlichen Widerstand. Ich setzte mich auf den Booden und versuchte mit ihnen zu diskutieren, aber die israelischen Kommandos griffen uns körperlich an. Fiachra Ó Luain (s. oben) wurden über den Boden geschleift und mir wurde eine Waffe von einem schreienden Soldaten ins Gesicht gehalten. Seine Raserei war so intensiv, dass ich wirklich Angst um mein Leben hatte.&#8221;</p>
<p>Zur Behandlung in Gefangenschaft: &#8220;Ich wollte nicht mit meiner illegalen Gefangennahme kooperieren (indem ich ihnen meinen Reisepass gab), also wiurde ich körperlich angegriffen, meine Arme wurden für eine lange Zeit schmerzhaft hinter meinem Rücken verdreht. Ken O’Keefe, der Irisch-Amerikanische Passagier erlitt schwere Schläge auf seine Hände durch Sicherheitsbeamte am Flughafen von Tel Aviv, bevor er in seine Maschine stieg und seine Verletzungen waren so schwer, dass er in Tel Aviv in ein Krankenhaus gebracht werden musste.&#8221;</p>
<p><strong>Shane Dillon</strong><br />
<em>Irland</em></p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_shane_dillon.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1793" title="freegaza_shane_dillon" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_shane_dillon.jpg" alt="freegaza shane dillon In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="91" height="64" /></a>&#8220;Israelis nutzten Blendgranaten, Taser, schlugen Leute mit Gewehrkolben, stießen Menschen auf den Boden und stellten sich auf sie.&#8221;</p>
<p>Es gab Überwachungseinrichtungen und elektonische Detektoren an Bord des größten Schiffes der Flotille, der Mavi Marmara, um die Passagiere nach Waffen zu kontrollieren. &#8220;Alle Waffen, die, wie ich gesehen habe, von der israelischen Armee präsentiert wurden, gehörten zur üblichen Einrichtung, die auf jedem Schiff vorhanden ist.&#8221;  &#8220;Für die Gallerie gab es ein Messer. Sie zeigten auch einen Vorschlaghammer, welcher sie auf Handelsschiffen für die Ankerkatten usw. befindet. &#8230;</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Kate_Geraghty.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1788" title="freegaza_Kate_Geraghty" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Kate_Geraghty.jpg" alt="freegaza Kate Geraghty In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="120" /></a><strong>Kate Geraghty</strong><br />
<em>Irisch, lebt in Australien</em></p>
<p>&#8220;Es (ein Taser) traf mich und mir wurde übel.&#8221;<br />
Geraghty versuchte Bilder nach draußen zu senden, bevor das Boot, auf dem sie sich befand, übernommen wurde.</p>
<p>Sobald die Kommandos das Schiff geentert hatten, war eine ihrer ersten Handlungen jegliche Kommunikationseinrichtungen, Kameras und Speicherkarten zu konfiszieren.</p>
<h3>An Bord der Sfendoni</h3>
<p><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Janet_Kobren.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1787" title="freegaza_Janet_Kobren" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Janet_Kobren.jpg" alt="freegaza Janet Kobren In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="67" /></a>Janet Kobren</strong><br />
<em>ehemalige Mathelehrerin (jüdisch-amerikanisch)</em></p>
<p>Bzgl. ihrer Haft: &#8220;Es war eine lange Tortur, sehr unkomfortabel.&#8221; Wir &#8220;sahen gelegentlich Passagiere, die von den Israelis verprügelt wurden, bevor man sie in die Flugzeuge brachte.&#8221;</p>
<p><strong>Gene St. Onge</strong><br />
<em>amerikanischer Ingenieur </em></p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_st_onge.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1794" title="freegaza_st_onge" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_st_onge.jpg" alt="freegaza st onge In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="127" /></a>&#8220;Das war nicht friedlich. Mir wurde gegen den Kopf getreten&#8230; Als die Kommandos auf das Schiff sprangen versuchten wir die Brücke und den Kapitän zu schützen. Wir schafften es die Kapitänskajüte zu füllen. Mir war das nicht möglich, da ich versuchte einen anderen Teil des Schiffes zu schützen. Als ich dort angelangte bemerkte ich, dass der Kapitän herum gezerrt und verprügelt wurde. Er erlitt schwere Verletzungen aber ich glaube er wird wieder. Er hatte ein gerissenes Trommelfell, eine Nackenverletzung und eine Rückenverletzung. In der Zwischenzeit, als ich versuchte hinein zu kommen, wurde ich mehrmals zu Boden geworfen. Einer meiner Freunde &#8211; von denen ich viele auf dieser Reise macht &#8211; Mehdi, ein libyscher Araber, der in Europa lebte, wurde mit einem Gewehrkolben gegen sein rechtes Auge getroffen. Er schrie vor Schmerzen und versuchte weg zukommen, aber er wurde immer wieder getreten. Als ich das sah, versuchte ich zu ihm zu kommen. Ich schrie &#8220;Lasst ihn in Ruhe!&#8221; Ich wurde immer wieder zurück gestoßen. Letztendlich versuchte ich zu ihm herüber zu kommen und ihn zu schützen. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich mit einem Gewehr oder so etwas getroffen. Ich blutete. Und ich wurde mit Handschellen gefesselt.</p>
<h3>An Bord der Sophia</h3>
<p><strong>Henning Mankell</strong><br />
<em>meistverkaufter schwedischer Schriftsteller</em></p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_henning_mankell.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1782" title="freegaza_henning_mankell" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_henning_mankell.jpg" alt="freegaza henning mankell In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="90" height="109" /></a>&#8220;Wir sahen diese schwarzen Gummiboote mit schwarzen Kommandosoldaten&#8230; sie kletterten an Bord. Sie waren sehr aggressiv &#8230; da war ein alter Mann in der Besatzung, er war wohl ein bisschen langsam und sie schossen ihn in den Arm mit einer elektrischen Waffe, die sehr sehr schmerzhaft ist&#8230; auf einen anderen Mann schossen sie mit Gummigeschossen.&#8221;</p>
<p>Die Soldaten kontrollierten das Boot und einer kam kurz darauf zurück und sagte, er hätte Waffen gefunden. &#8220;Ich habe 24 Augenzeugen dafür, er zeigte mir meinen Rasierer, einen Einwegrasierer und eine Schachtel mit klingen, die er in der Küche gefunden hatte.&#8221; &#8220;All mein Eigentum wurde mir genommen. Sie klauten meine Kamera, mein Telefon &#8230; sogar meine Socken.&#8221;</p>
<p>&#8220;ich denke das israelische Militär kam um zu morden.&#8221; &#8220;Wenn sie uns nur hätten stoppen wollte, hätte sie unser Ruder oder unseren Propeller angreifen können. Stattdessen zogen sie es vor maskierte Kommandosoldaten zu schicken, um uns anzugreifen. Es war Israels Entscheidung dies zu tun.&#8221;</p>
<p><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Dror_Feiler.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1778" title="freegaza_Dror_Feiler" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/freegaza_Dror_Feiler.jpg" alt="freegaza Dror Feiler In ihren eigenen Worten: Zeugnisse von Überlebenden der Freedom Flotille " width="91" height="93" /></a>Dror Feiler</strong><br />
in Israel geborener schwedischer Künstler</p>
<p>Feiler sagte, er habe versucht mit den israelischen Soldaten an Bord des Schiffes zu reden aber auch er wurde zusammengeschlagen.</p>
<p><em>Die Zusammenstellung wurde zur Verfügung gestellt von <a href="http://www.freegaza.org" target="_blank">Free Gaza.</a></em></p>
<p><em>Übersetzung: Fatma Derman &amp; Fabian Köhler (ISM)</em></p>
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		<title>EU erwägt Beteiligung an israelischer Militärindustrie</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 09:37:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein israelischer Kampfflugzeugfabrikant, der seine Fabrikate zum Töten und Verstümmeln der Zivilbevölkerung im palästinensischen Territorium von Gaza angewendet hat,  könnte von der EU finanzielle Unterstützung für wissenschaftliche Forschungen bekommen. 
von David Cronin
Beim israelischen Angriff auf Gaza vom 27. Dezember 2008 bis 18. Januar 2009 wurde mit den neuesten nicht bemannten Flugzeugen vom Typ Heron experimentiert. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass die Anwendung dieser Technologie während der drei Wochen dauernden Operation “Gegossenes Blei” 87 Zivilisten  getötet hat. Trotz allem, sagte die EU der Israel Aerospace Industries (IAI), der Fabrikantin von Heron, einstweilen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/latuff_gaza2.jpg"><img class="size-full wp-image-1770 alignleft" title="latuff_gaza2" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/latuff_gaza2.jpg" alt="latuff gaza2 EU erwägt Beteiligung an israelischer Militärindustrie " width="300" height="468" /></a>Ein israelischer Kampfflugzeugfabrikant, der seine Fabrikate zum Töten und Verstümmeln der Zivilbevölkerung im palästinensischen Territorium von Gaza angewendet hat,  könnte von der EU finanzielle Unterstützung für wissenschaftliche Forschungen bekommen. </strong><span id="more-1769"></span></p>
<p><em>von David Cronin</em></p>
<p>Beim israelischen Angriff auf Gaza vom 27. Dezember 2008 bis 18. Januar 2009 wurde mit den neuesten nicht bemannten Flugzeugen vom Typ Heron experimentiert. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass die Anwendung dieser Technologie während der drei Wochen dauernden Operation “Gegossenes Blei” 87 Zivilisten  getötet hat. Trotz allem, sagte die EU der Israel Aerospace Industries (IAI), der Fabrikantin von Heron, einstweilen eine Finanzierung zu.</p>
<p>Zwei Projekte der IAI haben die ersten Bewertungsphasen des EU Forschungsprogrammes bereits bestanden, wobei es sich dabei um 65,400 Millionen Dollar im Zeitraum von 2007 bis 2013 handelt. Die Europäische Kommission, das Verwaltungsorgan der EU, bestätigte, dass die IAI einer der 34 israelischen “Partner” ist und zu den 26 Anbietern dieser Informationstechnologie zählt, welche von der Union finanziert werden sollen.</p>
<p>Afcon, eine Metaldetektorenfirma, dessen Lieferungen für die Checkpoints der besetzten Gebiete, einschliesslich Erez an der Südgrenze zwischen Israel und Gaza, verwendet werden, hat sich ebenfalls beworben. Dieses Unternehmen wurde bereits 2008 beauftragt, Sicherheitssysteme in Bahnprojekten zu installieren, die die illegalen Siedlungen Ostjerusalems mit dem Stadtzentrum verbinden.“Der Vorgang für die Finanzierung ist noch nicht abgeschlossen”, sagte der Sprecher der Kommission, Mark English.</p>
<p>Eine Veröffentlichung des israelischen Medium Globes informierte im Mai, dass die Unternehmen ihres Landes ein 21 Millionen-Dollar-Packet von der EU für informationstechnische Forschungen erhalten haben. Somit hätte Israel laut Globes seit 2007 358 Millionen Dollar von der EU für Forschungen erhalten. Der jüdische Staat ist der Hauptteilnehmer der Forschungsprogramme der EU. Israelische Funktionäre wiesen darauf hin, dass sie sich von den Forschungsinstituten und jüdischen Staatsunternehmen um die 617 Millionen Dollar erhofften, sobald das Programm mit der EU beendet</p>
<p>Der Brite Chris Davies, Repräsentant der Demokratisch Liberalen Partei im EU-Parlament stimmt nicht mit der Forschungsabteilung der Kommission überein, weiterhin Fonds für israelische Unternehmen zu gewähren. Die 27 Mitglieder der Union akzeptierten Ende 2008 die Anfrage, die Beziehungen zum jüdischen Staat zu verbessern und  dabei Israel eine größere Beteiligung an weitreichenden Aktivitäten der Union einzuräumen. Diese Abmachung konnte jedoch aufgrund des Angriffes auf Gaza nicht aufrecht erhalten bleiben.</p>
<p>Der IAI eine Finanzierung zukommen zu lassen “muss als eine völlig unakzeptable, inkohärente und skandalöse Naivität betrachtet werden” so Davies zu IPS. “Es scheint, als wenn keine Kommunikation zwischen den verschiedenen Repräsentanten der EU vorhanden wäre, wie die Beziehungen mit Israel zu handhaben seien”, unterstrich er weiter. Wo ist das gemeinsame Denken”, fragte er.</p>
<p>Die Europäische Kommission behauptet, die Kooperation mit Israel bestünde auf dem Gebiet der zivilen Forschung, während die israelische Regierung stolz die erfolgreiche und enge Verbindung zwischen technologischem und militärischem Sektor meldet. Es gibt eine “Simbiose” auf diesen beiden Gebieten in Israel, bestätigt ein vom Industrieministerium veröffentliches Blatt anfang diesen Jahres. &#8220;Mehrere technische Fortschritte sind durch diese &#8216;Verbindung&#8217; entstanden”, fügte er hinzu und gab als Beispiel die vom israelischen Millitär erfundene Einrichtung zum Erkennen von Stimmen für Computer in den 80ziger Jahren an.</p>
<p>Weitere mögliche israelische Begünstigte der neuen finanziellen Unterstützung der EU verbergen nicht die Tatsache, aus dieser &#8216;Verbindung&#8217; Vorteile gezogen zu haben. Das Zweigunternehmen SAP, ein Softwarefabrikant, machte die Belieferung von Spezialausrüstungen an die Armee öffentlich.  Emza und LiveU sind zwei Beispiele der vielen Sicherheitsausrüstungsfabrikanten, die größere Aufträge bekommen haben, seidem der jüdische Staat ein unabkömmlicher Teil des von US Ex-Präsident George W. Bush (2001-2009) eingeführten “Kriegs gegen den Terrorismus” geworden ist.</p>
<p>“Die europäischen Bürger dürfen keine Zweifel über die Finanzierung der israelischen Millitärindustrie haben”, sagte Marcel Shaton, Präsident des Forschungs –und Entwicklungsrates Israel-Europa. “Jede Forschung trägt zur Rüstungsindustrie bei”, fügte er hinzu. “Die zivile Technologie wird für militärische Zwecke auf der ganzen Welt verwendet”, unterstrich er weiter.</p>
<p>Die EU ist Komplize bei der Besetzung der palästinensischen Territorien geworden, indem es die Militärindustrie Israels unterstützt hat, meinte Yasmin, Expertin für Waffenhandel bei der Organisation War on Want. Mehrere europäische Länder, die im Afghanistankrieg teilgenommen haben, kauften unbemannte Flugzeuge von der IAI und anderen israelischen Unternehmen, fügte sie hinzu. “Die Militärindustrie ist das zentrale Element der israelischen Wirtschaft”, unterstrich sie. “Die verkaufte Ausrüstung ist auf eine dunkle Weise “kriegserprobt” &#8211; sie bezieht sich auf deren Anwendung in den palästinischen Gebieten.</p>
<p><em>Der <a href="http://www.ipsnoticias.net/nota.asp?idnews=95704" target="_blank">spanischsprachige Originalartikel von David Cronin</a> erschien am 19. Juni 2010 bei urugayischen Nachrichtenagentur Inter Press Service (IPS)</em></p>
<p><em>Übersetzung: Ingrid Sporn (ISM)</em> / <em>Bild: Carlos Latuff</em></p>
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		<title>Hinter der Blockade von Gaza gibt es… Gas und Erdöl, viel Erdöl</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 09:03:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Unter Belagerung]]></category>
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		<description><![CDATA[Angesichts der Ungeschicklichkeit der jüngsten israelischen Militäraktion gegen die aus sechs Schiffen bestehenden humanitäre Hilfsflotille, aufgrund derer der Tod von neun türkischen Aktivisten beklagt werden musste, werfen Analysten einen Blick auf die Energieresourcen, um eine Erklärung für so große Tölpelhaftigkeit zu finden. 
von Alberto Rabilotta
Der Analyst Patrick Cockburn schreibt in der britischen Zeitung The Independent, dass es für solch ein Eigentor eine Erklärung geben müsse und erläutert dabei die Fiaskos aller militärischen Aktionen der letzten Jahrzehnte.
Zuerst war da die Invasion des Libanon im Jahre 1982 mit den diskreditierenden Massakern in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/gaza_oil.jpg"><img class="size-full wp-image-1761 alignleft" title="gaza_oil" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/gaza_oil.jpg" alt="gaza oil Hinter der Blockade von Gaza gibt es… Gas und Erdöl, viel Erdöl " width="288" height="445" /></a>Angesichts der Ungeschicklichkeit der jüngsten israelischen Militäraktion gegen die aus sechs Schiffen bestehenden humanitäre Hilfsflotille, aufgrund derer der Tod von neun türkischen Aktivisten beklagt werden musste, werfen Analysten einen Blick auf die Energieresourcen, um eine Erklärung für so große Tölpelhaftigkeit zu finden. </strong><span id="more-1760"></span></p>
<p><em>von Alberto Rabilotta</em></p>
<p>Der Analyst Patrick Cockburn schreibt in der britischen Zeitung The Independent, dass es für solch ein Eigentor eine Erklärung geben müsse und erläutert dabei die Fiaskos aller militärischen Aktionen der letzten Jahrzehnte.</p>
<p>Zuerst war da die Invasion des Libanon im Jahre 1982 mit den diskreditierenden Massakern in den palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila &#8211; eine von verbündeten Libanesen durchgeführte Aktion mit Genehmigung des israelischen Kommandos; dann der Krieg gegen die Guerrilla der Hisbollah und die Bombadierung Libanons 1996 und 2006, die die Hisbollah noch weiter stärkte; und der Angriff auf Gaza 2008 mit der gescheiterten Absicht, die Hamas zu schwächen.</p>
<p>Dazu kommt die Ermordung eines Hamasführers in Dubai, ausgeführt von einem israelischen Kommando und nun der bewaffnete Angriff auf die humanitäre Friedensflotille, die sich auf dem Weg zum Gazastreifen befand. Der früh am Morgen gestartete Angriff auf das türkische Schiff Mavi Marmara am 31. Mai stellte eine Beleidigung der Türkei, den bislang wichtigsten Verbündeten Israels in der Region, dar. Als Folge wurde die internationale Aufmerksamkeit auf den von Israel blockierten Gazastreifens gelenkt. In diesem “grossen Gefängnis unter freien Himmel” leben 1.5 Millionen Palästinenser erniedrigt und unter bitterer Armut am Rande des Mittelmeeres in die Enge getrieben, umgeben von Stränden, die ebenfalls eingezäunt wurden.</p>
<p>Gas und Erdöl vor Gaza</p>
<p>Die Liste der israelischen Fiaskos, wie Cockburn sie betitelt, sollte nicht über die Rolle des wichtigsten – jedoch nicht einzigen – militärischen und strategischen Partner Israels hinwegtäuschten: die USA.</p>
<p>Die Analysten sind seit Jahren auf der Suche nach einer Erklärung dieses Scheinphänomens und der Antwort auf die Frage, wie es nur möglich sei, dass “der Schwanz mit dem Hund wackelt”, d.h.  Israel die Washingtonpolitik bestimmt, dessen geopolitische Interessen sich in der Region auf Erdöl, Erdgas und anderen Naturresourcen konzentrieren.</p>
<p>Die einfachste Erklärung dazu ist die Bedeutung der pro-zionistischen Lobby in Washington, die zum Teil aus der jüdischen Gemeinde und evangelistischen Kirche der USA besteht und die Finanzierung und Wahlstimmen der Politiker mitbestimmt.</p>
<p>Die strategische Orientierung der USA im Mittleren Osten hat sich immer auf den Zugang und die Kontrolle von Energieressourcen bezogen. Dies erklärt die strategische und militärische Zusammenarbeit mit Israel sowie Saudi Arabien, Kuwait und anderen Ländern der Region, sowie die Irakinvasion und eine Politik zugunsten eines “Regimechange” im Iran.</p>
<p>In diesem Zusammenhang wir auch daran erinnert, dass vor ein paar Wochen, während die humanitäre Friedensflotille sich auf das Abladen von Hilfsgütern in Gaza vorbereitete, eine Neuentdeckung von Erdgasfeldern in Gewässern des Gazastreifens und die Absicht diese Vorkommen auszubeuten gemeldet wurde.</p>
<p>Ari Shavit schreibt am 27. Mai in seiner Kolumne “A Question of Time” in der israelischen Tageszeitung Haaretz über die Illusion, dass Israel auch weiterhin, und sogar in schwierigster Situation ganz gut leben kann. Er erinnerte daran, dass es Premierminister  Benjamin Netanyahu gelang Präsident Barack Obama für einen Moment zu stoppen und am Ende doch noch die Mitgliedschaft Israels in der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) genehmigt wurde.</p>
<p>Die Wirtschaft boomt und der Sommer ist fast gekommen. Und so wie die russische Einwandung uns in den Jahren 1990 gerettet hat und die High Tech seinen Teil in der nächsten Dekade leistete, werden die bis jetzt entdeckten und noch zu entdeckenden Erdgasvorkommen (im Anrainermeer von Gaza) uns auch in den nächsten Jahrzehnten retten.</p>
<p>Auf der anderen Seite schreibt der Berater Peter Eyre (The Palestine Telegraph), dass es eine vor Jahren von Israel zum Ausdruck gebrachte Tatsache sei, dass Hamas aus der Regierung in Gaza “entfernt” werden muss, bevor sie mit den Palästinensern über die Erdöl- und Naturgasbohrungen im Meer von Gaza diskutieren. Er glaubt jedoch, dass Israel bereits das Erdgas fördert, “ welches Gaza und den Palästinensern gehört und die Erdgasvorkommen reklamiert, welche der internationale Gerichtshof (…) als beiden Ländern zugehörig” betrachte, nämlich Israel und Palästina.<br />
Was verbirgt sich hinter der Politik Israels gegenüber Gaza? Zu allem Angeführten steht fest, dass es ein unglaublich großes Erdgasvorkommen gibt und deshalb die Regierung Israels weiterhin auf der Aufrechterhaltung der allgemein kritisierten Blockade bestehen wird.</p>
<p><a href="http://impreso.milenio.com/node/8779682" target="_blank">Der spanischsprachige Originalartikel von Alberto Rabilotta erschien am 6. Juni 2010 in der mexikanischen Tageszeitung Milenio.</a></p>
<p><em>Übersetzung: Ingrid Sporn (ISM) </em></p>
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		<title>„Ich werde mit Ahmadinejad zusammenarbeiten, wenn ihr ihn nicht zurückgebt“</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 22:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fabik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen & Hintergründe]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Khaled Tamimi]]></category>
		<category><![CDATA[Miroslav Klose]]></category>
		<category><![CDATA[Nabi Saleh]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Freitag schaute der 28-jährige Khaled Tamimi das Deutschlandspiel in seinem Haus in Nabi Saleh. Bevor Miroslav Klose in einer umstrittenen Entscheidung vom Platz geschickt wurde, brachen neun Soldaten der israelischen Armee in sein Haus ein und zerrten ihn – mit 15 Frauen auf seinen Fersen &#8211; aus dem Dorf. Kara Newhouse dokumentierte das Drama.
„Ich werde mit Ahmadinejad zusammenarbeiten, wenn ihr ihn nicht zurückgebt!“ rief Khaleds Mutter Kheetam inmitten der Horde von Familienangehörigen, die seine Freilassung verlangten.


Die Soldaten steckten ihn in einen ihrer Jeeps und wehrten die schreienden Frauen ab, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am Freitag schaute der 28-jährige Khaled Tamimi das Deutschlandspiel in seinem Haus in Nabi Saleh. Bevor Miroslav Klose in einer umstrittenen Entscheidung vom Platz geschickt wurde, brachen neun Soldaten der israelischen Armee in sein Haus ein und zerrten ihn – mit 15 Frauen auf seinen Fersen &#8211; aus dem Dorf. Kara Newhouse dokumentierte das Drama.</strong><span id="more-1744"></span></p>
<p>„Ich werde mit Ahmadinejad zusammenarbeiten, wenn ihr ihn nicht zurückgebt!“ rief Khaleds Mutter Kheetam inmitten der Horde von Familienangehörigen, die seine Freilassung verlangten.</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_2.jpg"><img class="size-full wp-image-1746" title="pamon19_06_10_2" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_2.jpg" alt="pamon19 06 10 2 „Ich werde mit Ahmadinejad zusammenarbeiten, wenn ihr ihn nicht zurückgebt“" width="580" height="457" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1745" title="pamon19_06_10_1" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_1.jpg" alt="pamon19 06 10 1 „Ich werde mit Ahmadinejad zusammenarbeiten, wenn ihr ihn nicht zurückgebt“" width="579" height="384" /></a><br />
Die Soldaten steckten ihn in einen ihrer Jeeps und wehrten die schreienden Frauen ab, indem sie sie wegdrängten und Schallgranaten explodierten ließen.</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1747" title="pamon19_06_10_3" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_3.jpg" alt="pamon19 06 10 3 „Ich werde mit Ahmadinejad zusammenarbeiten, wenn ihr ihn nicht zurückgebt“" width="580" height="409" /></a></p>
<p>Die Soldaten fuhren die Staße hinab in Richtung ihres Wachturmes. Khaled zufolge „sagte der Hauptmann zu mir, dass ich die Typen, die Steine werfen stoppen müsse.“ Beifall brach unter den Frauen des Dorfes aus, als die Soldaten Khaled ohne ihn zu inhaftieren freiließen.<br />
<a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_4.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1748" title="pamon19_06_10_4" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_4.jpg" alt="pamon19 06 10 4 „Ich werde mit Ahmadinejad zusammenarbeiten, wenn ihr ihn nicht zurückgebt“" width="579" height="364" /></a></p>
<p>Drei Wochen zuvor waren israelische Soldaten in das Haus der Taminis eingedrungen und hatten es mit Khaleds 21-jährigen Bruder Mohammad verlassen. Damals rief Kheetam zu den Soldaten, sie würde der Hisbollah beitreten, wenn sie ihn nicht freilassen würden. Sie nahmen Mohammad mit zu einer Wache in einer nahegelegenen Siedlung bevor sie ihn ohne Anklage nach vier Stunden wieder freiließen. Solche grundlosen Belästigungen wurden für die Dorfgemeinschaft zur Routine.</p>
<p>Während Kheetam ihren Sohn verteidigt und um seine Sicherheit besorgt ist, ist es seinem Vater freitags verboten sein Heimatdorf zu betreten, nachdem er vor drei Monaten festgenommen wurden. Er besuchte Verwandte in anderen Teilen der Westbank, während Demonstranten und Soldaten um Nabi Saleh Sticheleien gegen Tränengas austauschten.</p>
<p><a href="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1749" title="pamon19_06_10_5" src="http://www.ism-germany.net/wp-content/pamon19_06_10_5.jpg" alt="pamon19 06 10 5 „Ich werde mit Ahmadinejad zusammenarbeiten, wenn ihr ihn nicht zurückgebt“" width="477" height="582" /></a></p>
<p>Der <a href="http://palestinemonitor.org/spip/spip.php?article1456" target="_blank">englischsprachige Originalartikel von Kara Newhouse</a> erschien am 19. Juni 2010 beim Palestine Monitor.</p>
<p><em>Übersetzung: Fabian Köhler (ISM)</em></p>
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